Dass Leute doof sind setze ich als bekannt voraus

Ich höre die Stimmen schon wieder, den vorwurfsvollen Unterton, der einem stets entgegenschlägt von jenen, die sich ständig gut gelaunt geben und die nicht verstehen, dass man sich nicht für Fußball interessiert.

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Es ist mir durchaus nicht unbekannt – die Fußballturniere, zu denen Deutschland wieder fahnenschwenkend jubelt, hinterlassen bei mir ein komisches Gefühl; ich bin eher auf Seiten derer, die Wimpel stehlen als bei den Froh-Nationalen auf den innerstädtischen Fan-Meilen. Manche drehten sich um in einem der vergangenen Jahre und zogen wortlos davon, wenn ich verständnislos fragte »Wir?« als sie analysierten »Wir haben konkurrenzlos gespielt«.

Ich habe Arbeitskollegen, die fünfmal beim Oktoberfest waren, mir haben wildfremde Menschen auf Partys erzählt, das müsse man sehen. »Nein«, pflege ich dann stets zu sagen, »man muss nicht alles kennen, das man nicht mag«. Dass ich sehr wohl weiß, was in den Zelten passiert, erzähle ich selten, meist später am Abend, denn es hat mich nachhaltig verwirrt.

G. sagte einmal, dass mir egal zu sein hat, was die anderen machen (natürlich in Grenzen). »Ich weiß schon«, sagte ich damals und genau so denke ich jetzt. Aber verstehen kann ich das nicht. Auch nicht, dass man den stets gut Gelaunten gibt, den Macher, der stets unterhält. Verstehen kann ich das nicht. Ich glaube: Verstehen will ich das nicht.

(Die anderen denken wahrscheinlich vergleichbar von mir: Der sich stets fernab stellt der Gruppe – ein Freund nennt das Milieustudie – und sich nicht einlässt auf das was passiert – einer aus Spanien hat mir einmal erklärt »Wherever you go, do what the people do!« – wird nicht Teil unsrer Gruppe.)

t: Tocotronic – Digital ist besser

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