Circus Vienna

Da sitzen wir also, in Kaltern an der Weinstraße, im Regen. Die letzten beiden Tage hat die Sonne gebrannt, gestern noch kamen wir wegen Flüssigkeits- und Nahrungsmangel in einige Schwierigkeiten, aber auf den italienischen Dörfern findet man keine Pizzerien und nur selten kleine Cafés, die – wenn überhaupt – Brötchen bereithalten. Überhaupt haben viele Restaurants und Hotels hier geschlossen, die Häuser stehen sandsteinfarben am Rande der Straße und werfen die Hitze des Tages zurück auf die Fahrer. Mahnend, kommt es mir vor, schauen sie hinab auf die Radler.

Mendelpass am Abend

Oben am Mendelpass, den wir zweimal überquerten, bilden leerstehende Geschäfte und Hotels eine Wand, hinter der sich ein altes Grand Hotel erhebt. Als wir dort waren, reparierten ein paar junge Männer die Tennisplätze; irgendetwas tut sich hier oben. Weiter vorn, an der Bergstation der Zahnradbahn, bekommt man von dem Pächter einen Espresso zu italienischen Preisen. Und während er sich wieder seiner Wand zuwendet, die er neu streicht, schweift der Blick hinüber zu den Dolomiten. Dort hinten wartet ein lohnendes Ziel: Laurins Rosengarten.

Mendelpass mit Grand Hotel

Dreihundert Höhenmeter und eine bittere Steigung trennen uns noch vom Penegal, einem Gipfel mit einer Funkstation und einem Hotel mit dem Charme eines Bauwerks aus den Sechzigerjahren. In der Mittagshitze scheint dieses Hotel verlassen, doch die Webseite bietet Zimmer feil für Raten, für die man in München bestenfalls in Neuperlach ein Zimmer bekommt. Auch von hier streift der Blick, hinten am Horizont mit den schneebedeckten Gipfeln, die Rosengartengruppe, zu der wir hinübermurmeln Wir sehen uns noch.

Penegal

Sie wäre heute das Ziel gewesen, wenn sich nicht eingeregnet hätte. Doch ein Tag, den man mit Schreiben und Reisen verbringt, ist kein verlorener Tag.

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