Archiv der Kategorie: Technik

Es ist so schwer sich zu entscheiden

Als ich irgendwann am Anfang diesen Jahres mit einem Freund in der Stadt sprach, in der ich die zehn Jahre vor meinem Umzug nach Süddeutschland lebte, erzählte er beiläufig, die ehemaligen Kollegen und mein alter Chef hätten Wetten abgeschlossen, ob ich bereits eines der (damals neuen) BlackBerry-Geräte besitze. Damals verneinte ich überzeugt, ich hätte meinen Frieden gefunden, heute habe ich derer zwei. Und eines dieser Geräte hole ich regelmäßig hervor, presse die SIM-Karte aus meinem iPhone in einen Adapter und umständlich in den BlackBerry, um diesen Schritt zwei Tage später rückwärts zu vollziehen – ich kann mich einfach nicht entscheiden.

Mate

Es kämpfen in mir zwei Ansichten: Die eine, die sagt: Beschränke Dich in Deinem Online-Leben auf das Nötige! Du musst nicht ständig bei Twitter posten, Du musst nicht ständig bei Facebook schauen. Natürlich kannst Du Deine Nachrichten lesen und selbstverständlich kannst Du die Podcasts hören. Dass das nicht zu häufig passiert, verhindert die Software mit einigen Unzulänglichkeiten und fehlender Bedienungsergonomie. Aber eMails kannst Du beantworten, Sofortnachrichten schreiben macht Spaß, denn die Software dafür wiederum ist sensationell, wenn man davon absieht, dass es einen Messenger, den ich verwende, für diese Plattform nicht gibt: Diese Plattform ist BlackBerry.

Die Plattform für das ständige Online-Leben ist dagegen das iPhone. Sie schreit geradezu nach Twitter, denn meine Leseposition ist mit dem Desktop synchronisiert. Die Videos in meiner Facebook-Timeline starten von selbst, für App.net gibt es einen tollen Client, Instagram befindet sich auf meinem Startbildschirm. Die Apps machen durchgängig mehr Spaß, die Bedienung ist vergleichsweise verständlich und gut, alles synchronisiert automatisch – ich habe sämtliche Daten meines Computers immer dabei – und alles ist wundersam integriert. Allein die Tastatur ist besorgniserregend, dafür ist die Kamera sensationell. Habe ich bereits die herausragende Qualität der Applikationen und Fotos gelobt?

Sonnenblume

So pendle ich zwischen den Geräten, ärgere mich über jedes und lächele wissend, wenn jemand für On-Screen-Tastaturen argumentiert.

»Du hast das Licht nicht gesehen, Freund, und ich sehe deswegen überall Schatten.« Ich pendle und bin mir nicht sicher, welcher Ansicht ich folgen soll. In der Zwischenzeit träume ich von der BlackBerry-Tastatur wie von einer verflossenen Liebe: eine gute Haptik allein reicht nicht für längere Zeit.

Elektrische Frauen, die letzte Geißel der Menschheit

Ich weiß nicht wie lange es her ist, dass wir zusammen vor einem Schachbrett saßen. Als Kind war ich Mitglied eines Schachclubs, jedenfalls so lange, bis man uns den Tausch von Computerspielen verbot. Mein größter Erfolg war ein Sieg gegen einen der Lehrer, aber zum ersten Brett auf einem Turnier hat es nie gereicht. Doch darum geht es auch nicht, worum es geht: Ich starrte als Kind eine Stunde auf ein Brett voller Figuren ohne unruhig zu werden.

Pfützenmetaphorik

Als wir damals vor dem Schachbrett saßen, gelang mir das nicht mehr. Das Spiel war schnell vorbei; wer gewannt, weiß ich nicht mehr. Doch ich weiß noch die Qual zwischen den Zügen, die Minuten, in denen nichts weiter geschah als zu überlegen, welche Optionen man selbst und welche der Andere hat. Denn: Was könnte man in der Zwischenzeit verpasst haben auf Twitter, auf Facebook, kam eine Mail?

Über das und über Entwöhnung habe ich drüben in der F.A.Z. einen Beitrag geschrieben.

Bene merenti

Bei jedem seiner Sätze leuchten die Augen; in diesen Momenten scheint er wie ein sehr altes Kind. Unten im Keller öffnet er stolz eine neu gestrichene Tür und doziert, es gäbe sieben oder acht Räume dieser Art hier unten. Später hat er die Zahlen genauer im Kopf, wenn es nicht mehr um Batterien für die Notfallstromversorgung geht, wenn es sich nicht nur um Randdetails handelt.

Noch weiter im NordenZwei Stockwerke höher kennt er jedes Detail, er weiß jede Information zu vielen der zig tausend Server, die aufgereiht laut vor uns liegen. Er öffnet in kindlicher Überheblichkeit Serverschränke und Racks und schiebt jeden von uns eigens in den Luftstrom um sich versichern zu lassen, wie ungewohnt warm dieser ist. Nur von Zeit zu Zeit fällt mein Blick auf die unkontrolliert zitternde Hand, die den Schlüssel umklammert zu all diesen Räumen, die diesen nie loslassen will.

Ein paar Meter weiter nehmen wir Abschied – in einem Raum, in dem bis vor kurzem ein Supercomputer stand. Wie viel zu dicke Rüssel fallen in engen Abständen gewaltige Absaugstutzen von der Decke herab, nutzlos geworden wie der alte vor uns stehende Mann, der dieses Gebäude einst plante, aufbaute und nun nicht loslassen kann.

Ein Professor des ganz alten Stils.

Canon, Bilora Geotagger 118 (GT-01) und Apple Aperture 3 [Update]

UPDATE: Seit Version 3.0.2 importiert Aperture die in Sidecar-Dateien enthaltenen Geo-Daten korrekt. Daher sind die in diesem Artikel beschriebenen Arbeitsschritte nicht mehr notwendig.

Dies ist eines der wenigen technischen How-Tos in diesem Blog, weil ich gestern Abend durch die Suchmaschinen gestolpert bin und für dieses Problem keine Lösung finden konnte.

Ausgangssituation

Ein Freund erzählte mir letztens vom Erwerb des Bilora Geotaggers, auf den ich vor einiger Zeit ebenfalls aufmerksam geworden bin. Im Unterschied zu GPS-Loggern, die permanent laufen und die Position mitloggen, sitzt der Bilora Geotagger auf dem Blitzschuh der Kamera und wird nur vom Blitz-Impuls beim Schießen eines Fotos kurz angeschaltet. Der zeitraubende GPS-Fix entfällt, er speichert die von den Satelliten empfangenen Rohdaten ab; die Positionsbestimmung findet erst später am PC durch die mitgelieferte Software statt. Dies hat aus meiner Sicht folgende Vorteile:

  • Er ist ständig aktiv, d.h. der Akku hält hoffentlich die mindestens die 2000 Auslösungen, die der Tagger speichern kann und muss nicht jeden Abend an die Steckdose, wie das bei vielen Trackern der Fall ist (die sich deswegen auch für mehrtägige Wandertouren disqualifizieren).
  • Es ist möglich, sofort nach dem Einschalten der Kamera Fotos mit Geo-Koordinaten zu machen; ein Warten auf den zeitraubenden GPS-Fix (der durchaus mehrere zehn Sekunden betragen kann) entfällt.

Dies wird erkauft durch den zusätzlichen Schritt, die Bilder nicht sofort in die Fotoverwaltungssoftware einzuspielen, sondern zunächst in die dem Tagger beiliegende Software Taggr, die GPS-Rohdaten aus dem Tagger ausliest, die Position daraus berechnet und in XMP-Sidecar-Dateien speichert.

Weitere Informationen zu dem beschriebenen Geotagger von Bilora sowie Updates der Software Taggr findet man auf den Herstellerseiten, einen sehr gut gemachten Hands-On-Bericht inklusive Videos gibt es bei nachbelichtet.com.

(Es existieren für Canon-Kameras GPS-Tagger, die Geo-Informationen direkt in die Bilddaten der Kamera schreiben. Entgegen der einfachen Anwendbarkeit bei Nikon-Kameras benötigt man für die Canon-Kameras den so genannten Wireless File Transmitter, der für das von mir verwendete Kameramodell noch einmal mit zusätzlich eintausend Euro zu Buche schlägt. Sowohl die Nikon-Variante als auch die Tagger bei Canon speichern allerdings keine GPS-Rohdaten, müssen also einen GPS-Fix durchführen, der für mich aus o.g. Gründen nicht in Frage kommt.)

Das Problem

Ich habe mich damals für den Kauf des GPS-Taggers entschieden, weil ich von der Software Taggr nicht nur Gutes (bzw. fast ausschlieߟlich Schlechtes) gehört habe und Aperture 2 nicht mit XMP-Sidecar-Dateien umgehen konnte. Der Kollege erzählte mir jedoch, dass Taggr zuverlässig arbeite, außerdem hat mit Aperture 3 die Fähigkeit zum Import von XMP-Dateien Einzug gehalten.

Bei meinen ersten Versuchen stellte sich allerdings heraus, dass Aperture 3 beim Import der Fotos die Geoinformationen, die in den Sidecar-Dateien gespeichert sind, ignoriert (von Taggr ebenfalls angelegte Schlagworte werden allerdings korrekt importiert).

Die Lösung

Der einzige Weg, den ich nach langer Suche gefunden habe, ist das Auslesen der GPS-Positionsdaten aus den Sidecar-Dateien und das Einfügen dieser direkt in die CR2-Dateien, die Rohdaten der Fotos. Dieser Schritt wird gangbar mit der Software ExifTool, die von Phil Harvey entwickelt wurde und auf dessen Webseite für Windows und Apple heruntergeladen werden kann. Es handelt sich dabei um ein Kommandozeilenprogramm, das mit den korrekten Parametern in der Lage ist, Positionsdaten aus XMP-Dateien auszulesen und in CR2-Dateien einzufügen.

Nach Installation der Software kann diese auf der Kommandozeile ausgeführt werden. Ein Aufruf unter Mac OS X sieht beispielsweise aus wie folgt:

exiftool -overwrite_original -preserve -tagsFromFile IMG_6098.xmp IMG_6098.CR2

  • exiftool ist das ausführbare Programm
  • -overwrite_original ist ein Parameter der verhindert, dass ExifTool von der CR2-Datei ein Backup anlegt (dies habe ich aktiviert, um den Speicherplatz für die Backup-Datei zu sparen)
  • -preserve behält die Zeitstempel der originalen Bilddateien bei
  • -tagsFromFile IMG_6098.xmp extrahiert aus der nachfolgend angegebenen Datei (hier: IMG_6098.xmp) die Geo-Informationen …
  • IMG_6098.CR2 … und speichert diese in dieser Datei ab (hier handelt es sich um eine Bild-Datei mit Canon Rohdaten)

Diesen Schritt muss man für alle Bild-Sidecar-Paare durchführen. Wer grundlegendes Bash-Scripting beherrscht, kann unter Mac OS X mit wenig Aufwand zum Ziel kommen. Ich habe ein Script geschrieben, das genau dies macht: gpsconvert.sh

Dieses Script speichert man – so man Mac OS X – verwendet, auf seinem Computer ab, z.B. im Heimatverzeichnis seines Benutzers (der Benutzer heißt im folgenden Beispiel fallenbeck).
Anschließend öffnet man das Terminal und kann das Script wie folgt aufrufen:

/Users/fallenbeck/gpsconvert.sh /Users/fallenbeck/Desktop/Fotos

  • /Users/fallenbeck/gpsconvert.sh ist der vollständige Pfad zum Script; so können Shell-Scripte auf der Kommandozeile bei Mac OS X (und anderen unixoiden Betriebssystemen) aufgerufen werden.
  • /Users/fallenbeck/Desktop/Fotos ist das Verzeichnis, in dem Taggr die Bilder und die XMP-Sidecar-Dateien abgespeichert hat (hier: Ordner Fotos auf dem Desktop des Users fallenbeck -€“ dies kann in der Taggr Software beliebig geändert werden, der Aufruf des Scripts muss dann entsprechend angepasst werden.

Bei einer erfolgreichen Ausführung des Scripts wird eine ähnliche Ausgabe erzeugt wie folgt:

GPS Converter Script 1.0 using exiftool, 2010 by Niels Fallenbeck
   Merging IMG_6096.xmp -> IMG_6096.CR2
    1 image files updated
   Merging IMG_6097.xmp -> IMG_6097.CR2
    1 image files updated
   Merging IMG_6098.xmp -> IMG_6098.CR2
    1 image files updated
   Merging IMG_6099.xmp -> IMG_6099.CR2
    1 image files updated
   Merging IMG_6100.xmp -> IMG_6100.CR2
    1 image files updated
   Merging IMG_6101.xmp -> IMG_6101.CR2
    1 image files updated
   Merging IMG_6102.xmp -> IMG_6102.CR2
    1 image files updated
   Merging IMG_6103.xmp -> IMG_6103.CR2
    1 image files updated
   Merging IMG_6104.xmp -> IMG_6104.CR2
    1 image files updated

Der letzte Schritt besteht dann im Import der so veränderten Bild-Dateien in Aperture 3. Nach erfolgreichem Abschluss sieht das Ergebnis ungefähr so aus:

Fotos mit Geo-Informationen in Aperture 3

Der Workflow

Noch einmal zusammenfassend der Workflow, um Bilder, die von einer Canon EOS 40D im Raw-Format gemacht wurden mit den Geo-Informationen aus dem Bilora Geotagger zu versehen und diese in Aperture 3 zu importieren.

  1. Speicherkarte aus der Kamera in Kartenlesegerät am Computer
  2. Bilora Geotagger per USB mit dem Computer verbinden
  3. Taggr starten und Fotos ,,beschriften“ (GPS-Daten aus dem Geotagger auslesen, Ein- und Ausgabepfad für die Fotos auswählen)
  4. Script aufrufen mit dem Ausgabepfad von Taggr als Argument
  5. Diese Fotos in Aperture 3 importieren

Anmerkungen

Wenn man statt im Raw-Format im JPG-Format fotografiert, muss die Dateiendung im Script (Zeile 50) entsprechend angepasst werden. Da ich ausschlieߟlich im Raw-Format fotografiere, habe ich keine weitere Zeit auf dieses Problem verwendet.

Der Freund verwendet übrigens Lightroom von Adobe, welches die Sidecar-Dateien (und die darin gespeicherten Geo-Informationen) anstandslos importiert. Dafür bewundert er mich um die schöne Karte, die Aperture 3 zur Verfügung stellt. :-)

iPhone vs. BlackBerry

Als das iPhone 3G herauskam, war ich in einer Situation, um die mich viele beneidet haben. Mein Handy-Vertrag, den ich schon vorher mit T-Mobile hatte, lief pünktlich zur Markteinführung dieses Telefons aus, so dass ich ohne finanzielle Einbußen die Wahl zwischen dem iPhone und anderen Telefonen hatte.

Im alten Vertrag nutzte ich einen BlackBerry 8800 und den entsprechenden eMail-Push-Service, den mir mein Handy-Anbieter zur Verfügung stellt. In diesen Dienst war ich sofort verliebt, habe mehrmals wichtige (eMail-)Korrespondenz aus Zügen und Autos führen können, dennoch hatte der BlackBerry einige Nachteile, von denen ich hier zwei ausführen möchte.

  • Es gibt bei der 88×0 Baureihe keine Möglichkeit, lokal (also auf Gerät oder MicroSD-Karte) gespeicherte PDFs anzuschauen, dies funktioniert nur, wenn man die Dateien per eMail geschickt bekommt, der BlackBerry Server erstellt daraus ein für das Gerät lesbares Format
  • Die 8-GB-MicroSDHC-Karte wurde nicht vollständig unterstützt. Im Gerät konnte ich sie nur auf maximal 4 GB formatieren, extern ließ sie sich zwar vollständig formatieren, der BlackBerry quittierte dafür jeden Zugriff auf die 8 GB mit quälender Langsamkeit

Suchte ich noch lang, fielen mir möglicherweise noch die Unmöglichkeit, den BlackBerry via Bluetooth mit meinem Mac zu synchronisieren ein und das Fehlen eines SSH-Clients.

Ich habe mich dann für das iPhone entschieden.

Am Anfang standen für das iPhone sehr wenige Programme zur Verfügung, die man über den App Store auf das Gerät laden konnte – ich fühlte mich an die Zeit mit dem BlackBerry erinnert. Mit der Zeit kamen allerdings einige sehr interessante Applikationen, die ich heute stark nutze. Hierzu zählt die Fahrplanauskunft der Deutschen Bahn sowie der Berliner Verkehrsbetriebe. Auch die Google-Maps-Anwendung samt GPS-Tracking habe ich am Wochenende wieder mehrmals gebraucht, weil ich den Berliner Stadtplan in der Wohnung meiner Freundin vergessen hatte. Einen brauchbaren SSH Client findet sich mittlerweile auch und für einige Software habe ich gern Geld gezahlt, weil ich glaube, dass die Arbeit des Entwicklers belohnt werden sollte und die Beträge selten zwei Euro je Applikation überstiegen.

Neben den zahlreichen positiven Veränderungen in Form von herunterladbaren Applikationen schimmerte immer häufiger Unvermögen durch, über das ich mich mehr und mehr zu ärgern begann. Neben dem BlackBerry-Dienst sieht die periodische Abfragung von eMail-Konten lächerlich aus. An Lächerlichkeit nur noch übertroffen von der Akkulaufzeit bei aktiviertem UMTS, mit EDGE ist sie halbwegs vertretbar (wenn man zweieinhalb Tage als vertretbar bezeichnen mag). Viele andere Zumutungen, über die ich mich selbst unterschiedlich intensiv ärgere, finden sich in der Liste 50 Gründe, warum man die Finger vom iPhone lassen sollte! (Danke Matthias). Ich kann alle die in der Liste genannten Probleme mindestens nachvollziehen, es geht hier nicht um das Bashing von Apple, es geht um Usability.

Nach vier Monaten ist es Zeit Bilanz zu ziehen. Das iPhone sieht attraktiv aus, die Verarbeitungsqualität ist ordentlich und die Synchronisation in Verbindung mit der MobileMe-Cloud gefällt sehr gut (und kostet noch einmal 79,- Euro zusätzlich im Jahr). Mich begeistert der Complete-Tarif, den ich von T-Mobile habe. Die T-Online Hot-Spot-Flatrate nutze ich regelmäßig, noch häufiger die UMTS-Flatrate per Web’n’Walk Express-Card im Laptop.

Die Liste der negativen Dinge ist hingegen entscheidend länger. Neben der oben genannten Mängelliste empfinde ich die Haptik des Telefons als sehr ungünstig: Es ist glatt, rutscht in der Hand (und fast vom Tisch; gerade beinahe vom ICE-Tisch in einer Kurve) und verbreitet immer mehr den Habitus eines Spielzeugs, vielleicht weil man sich der Unzulänglichkeiten bzgl. des Business-Umfelds (Message-LED, Agenda, Suchfunktionen, …) gewahr wird. Die absolute Unmöglichkeit stellt für mich die Touch-Tastatur dar, nicht nur von der Bedienbarkeit, sondern auch vom Konzept (Umlaute!). Die Empfangsqualität ist bedeutend schlechter als beim BlackBerry, ebenso die Sprachqualität.

Ich habe mir das iPhone jedenfalls nicht als Spielzeug gekauft. Nach der anfänglichen Begeisterung, die ich auch meinen Kollegen vermittelt habe, sind die Gründe, das Telefon zur Seite zu legen, mittlerweile übermächtig geworden.

Ich nutze demnächst wieder BlackBerry: Bold (der die beiden oben erwähnten Einschränkungen nicht mehr besitzt). Und meine Kollegen werden lachend den Kopf schütteln.
(Aber nur, bis sie den Wiederverkaufswert des iPhones bei ebay sehen!)

Ruf! mich! an!

Ich hätte wirklich nicht geglaubt, dass mich ein elektronisches Gerät noch einmal so begeistert. Vielleicht bin ich für andere wieder in eine Richtung gerückt, in die ich nicht wollte, deren Habitus meinem Beruf aber anhängt.

Keine Mikrowelle!

Ach, und wenn schon.

Ninja Kitten!

Katzen, sagen sie, verlängern das Leben ihrer Besitzer. Nicht ganz freiwillig indes, es hätte irgendetwas mit Entspannung zu tun. Oder auch mit jenen Fällen, die es einmal im Jahr in die Medien schaffen; jene, in denen die Katze wegen des Lecks im Gasrohr rechtzeitig den Besitzer geweckt oder die Nachbarn informiert hat, die schließlich die Feuerwehr alarmierten.

iPod Headphones

Sie alle kennen Leo nicht.
Wer kotzt nach dem Urlaub aufs Bett? Wer wirft einen der neuen Lautsprecher um, weil oben ein toller Platz zum Liegen ist? Wer quetscht sich die Rippen unter dem fallenden Katzenbaum und muss wegen Atemnot zum Tierarzt?
Kein Leben, mit dem Leo sanft umgehen würde. Die Kopfhörer des iPods haben ihres gerade verloren.

Die waren aber auch schlecht…

[offtopic] Webserver kaputt [9. Update]

Ich muss dieses Blog – was ich normalerweise nicht mache – für eine Nachricht an all jene »missbrauchen«, die bei »uns« Webspace, Domains oder Mails liegen haben:
(Dieser Blogeintrag wird regelmäßig aktualisiert, neueste Nachrichten finden sich am Ende des Eintrags.)

Heute nacht ist die Festplatte unseres Webservers ausgefallen. Einen Vorgeschmack dessen gab es vor etwa 18 Stunden, als der Server für eine Stunde nicht erreichbar und mit obskuren Dateisystemfehlermeldungen ausgefallen war.
Seit heute morgen 7.32 Uhr ist er wieder nicht erreichbar, er bleibt beim Booten des Betriebssystems hängen. Erreichbar über ein Notfallsystem, lassen die Logfiles nichts Gutes erwarten.
In etwa einer halben Stunde werden wir neue Hardware bestellen, wann die Systeme dann wieder wie gewohnt laufen, vermag ich nicht zu sagen.

Für die Probleme entschuldige ich mich.

[09:02 Uhr] Der Server scheint wieder erreichbar und die neue Hardware ist bestellt. In eigenem Interesse sollte jeder eine Sicherung seiner Daten vornehmen (wahrscheinlich fährt der Server dann wieder gegen die Wand…)

[09:56 Uhr] Die Bestellung wird jetzt bearbeitet, mit hoher Wahrscheinlichkeit geht der neue Server heute noch online. Dieser muss dann am Wochenende eingerichtet werden…

[15:45 Uhr] Der Server fährt nicht mehr aus eigener Kraft hoch und ist nur noch via Rettungssystem zu erreichen. Um die auf der Festplatte verbleibenden Daten nicht noch weiter zu kompromittieren, werden wir den Server nicht mehr von dieser Festplatte booten und nachher, wenn die neue Hardware installiert ist, die Daten via Notfallsystem auf den neuen Computer kopieren.

[21:42 Uhr] Heute anscheinend nicht mehr. Sehr ärgerlich.

[Montag, 12:01] Nach einem Telefonat mit der Firma und einer Mail an deren Rechenzentrum warte ich jetzt auf Antwort. Man könne auch nicht verstehen, warum der Server noch nicht online ist.
So fangen gute Geschichten immer an….

[Montag, 14:51] Es tut sich was! Tut sich was?

Hallo,

macht mein Kollege im RZ gleich.

Freundlicher Gruß

[Montag, 21:54] Nach einem Anruf im Rechenzentrum gings dann. Zwar nicht schnell, aber vorwärts. Der Server ist also da und erreichbar, nun beginnt die lange Nacht.

[Dienstag, 20:12] Zwar kam die Hardware schon gestern abend, aber die IP-Adressen erst heute morgen. Im Moment sind wir am Wiederaufsetzen des Systems…

[Mittwoch, 05:51] Die Webseiten laufen wieder. Es kann und wird allerdings zu Problemen kommen, da der Datenbankserver nicht mehr über „localhost“ erreichbar ist. Außerdem laufen sie im Moment mit Hilfe eines Hacks, da mir das Verhalten der Datenbank nicht ganz klar ist. Aber da kommen wir sicher auch noch hinter.
Jetzt schlafen. (Mails usw. kommen heute oder morgen, darin habe ich keine Aktien…)

Geh’n Sie, bitte geh’n Sie. [Update]

[0:30] «Die von Ihnen gewählte Rufnummer ist zur Zeit nicht vergeben» brüllt es mir entgegen, wenn ich meine alte Handynummer anrufe. Diese soll heute umziehen und meine neue ersetzen, die ich darum kaum publik gemacht habe.
Ich lege mich ins Bett mit der Hoffnung, dass nach dem Aufstehen alles funktioniert.
[7:55] Griff zum Telefon, aus dem mir die gleiche Stimme wie gestern entgegenschallt. Erstmal duschen.
[8.30] Wenig motiviert und schlecht gelaunt mache ich mich auf den Weg zum T-Punkt.
[9:00] Nein, da könne man gar nichts machen, immerhin ist mein Vertrag schon fünf Monate alt. Ich solle mich doch bitte an die Hotline wenden, weil die Systeme in Bonn ausgefallen sind (das tun sie immer, wenn ich zur Telekom gehe…).
[9:30] Die Hotline versichert mir, dass das alles gar kein Problem sei und der Vertragsparter bloß die Rufnummernportierung nicht weitergeleitet habe. Ich solle dem T-Punkt mal ordentlich Dampf machen, natürlich könnte ich die Nummer „retten“.
[10:00] Der T-Punkt ruft bei der gleichen Hotline an und kommt zu einem ganz anderen Ergebnis. Man schickt mich zu meinem Vertragspartner, dem ich auf die Füße steigen soll. «Wenn sie diesen Vertrag nicht eingescannt, manipuliert und mit einem Farblaser ausgedruckt haben…» Aha? Arschloch.
[10:15] Der Vertragspartner hat endlich geöffnet. «Hallo, hier kommt ein Problem.« Er ruft die Hotline an, muss dann aber Rücksprache mit seinem Vertriebspartner halten, bei dem der Antrag auf Rufnummernportierung angeblich verschollen sei. Ich solle doch nachher noch einmal kommen, dann würden wir weitersehen.
[13:35] «Das wird gerade überprüft, ich melde mich auf jeden Fall bei dir. Deine Nummer habe ich ja.» – «Auch die neue?» Haha, Schenkelklopfer.
[17:45] Im Moment tut sich nichts. Morgen dann. Oder nächste Woche. Prima. Es ist zum Heulen.
[kurz vor 19 Uhr] Mein Vertragspartner, der kleine Laden um die Ecke, ruft an. Sie haben den Fehler gefunden: Bei sich. Etwas erstaunt willige ich auf das Angebot ein, dass mir am Ende der kommenden Woche etwa meine Nummer zurückbringt.

Ich habe es geahnt.
Bis auf weiteres ist meine alte Nummer nicht mehr erreichbar.
Wer die neue kennt, hat Glück.