Mi 15 Aug 2007
Netzkultur
Mi 18 Apr 2007
Vor ziemlich genau fünf Monaten habe ich mich beim StudiVZ abgemeldet. In diesen fünf Monaten habe ich bei Wein in fremden WG-Küchen meine Gründe breitgetreten, warum ich nicht mehr Teil dieses Netzwerkes sein wollte. Ich bin auf Widerstand und Zustimmung gestoßen, doch habe immer wieder gesagt, dass ich die zugrunde liegende Idee sehr sympathisch finde.
In den vergangenen fünf Monaten ist etliches passiert. Ehssan Dariani ist bei StudiVZ ausgeschieden. Die Webseite war aus Gründen der Sicherheit mehrere Tage offline. Die Firma wurde verkauft und haut einem jetzt nervige Werbung und ebensolche Sicherheitsabfragen um die Ohren.
Ich denke, ohne Schadenfreude oder Daten-Hysterie: In der Offenlegung von privaten Daten in sozialen Netzwerken müssen wir alle noch dazulernen. Ich hab da am Anfang auch Fehler gemacht - sag aber nicht, wo sie zu finden sind.
(Peter Turi in den Kommentaren)
Ich habe die letzten fünf Monate nachgedacht.
Und mich heute wieder angemeldet.
Ich freue mich, wieder dort zu sein. Andere auch:

So 10 Dez 2006
Ein unzerbrechliches Spielzeug kann man gut dazu verwenden,
um andere Spielsachen damit kaputtzumachen.
(Van Roy’s Gesetz)
Frankreich, im November. Der Freund beugt sich herüber und sagt Dinge, die ich nicht hören möchte. Dinge, die mit Google zu tun haben und mit persistenter Datenspeicherung im Netz; mit Informationen, über die man in zehn Jahren vielleicht stolpert und die einem, wenn nicht sogar das Genick brechen, doch hinderlich sein können.
Warum der Satz »Ich habe nichts zu verbergen« eine grobe Fehleinschätzung der eigenen Situation ist, kann man in diesem hervorragenden Artikel in der Blogbar lesen.
Mo 27 Nov 2006
Brief an die Eltern: Negativ aufgefallen weil uncool verhalten:
Hat laut versucht zu atmen und die Luft für sich behalten.
Weil ich gute Geschichten mag, weil ich sie gern lese und weil ich mich in Situationen, die aus Amélie-esken Filmen stammen könnten, weil ich Bilder liebe und weil ich unbedingt Teil einer Jugendbewegung sein möchte, kommt mir der Geburtstag von Onkel Ingo im letzten Jahr ins Gedächtnis. Und damit Diedrich Diederichsen, der mich in Ingos Stammkneipe angelächelt hat (ja, Doreen, er hat mich angelächelt!). Und weil ein Auslöser immer auch Konsequenzen bedingt, fällt mir jene Geschichte ein, die ich vor Jahren las und die mir gut gefiel. So schließt sich der Kreis, ich habe sie heute wiedergefunden: In einem Forum für höfliche Paparazzi.
Dass ich in beiden seiner Bücher, die ich besitze, auf Seite zwei stecken blieb, daran werde ich nicht gern erinnert. Trotzdem.
Vorbilder sehen so aus:

Nein, kein Vorbild. Mir gefiel nur das Foto.
Foto von Scheinschlag.de.
Mo 20 Nov 2006
Da wirft man mir also vor, ich sei zu unpolitisch und - was eigentlich schlimmer ist, denn ich verstehe unpolitisches Handeln nicht als schlimm - beteilige mich an einer Hetzjagd auf einen, der (noch) dem StudiVZ vorsteht.
Die Ausrede, dieser Blog wäre privat, gilt insofern nicht, da diese »Privatheit« dem Herren bereits von der Blogosphäre - zu recht - um die Ohren gehauen wurde: Was im Netz steht, ist nicht mehr privat. Zumindest kann man sich nicht darauf berufen, denn mag es auch privater Natur sein, alle Internetuser haben potentiell Zugriff darauf. So geschehen mit der Einladung im Stil einer NS-Postille.
Ich muss mir also vorwerfen lassen, ich würde mich am Absägen Darianis beteiligen. Darauf möchte ich eingehen.
Die genannte Einladung halte ich für eine grobe Verfehlung - Darianis Aufforderung, sich mit der eigenen Geschichte anders auseinanderzusetzen als bisher steht auf einem völlig anderen Blatt - weswegen ich mich vom StudiVZ abgemeldet habe.
Dass Daten zum Verkauf gesammelt werden, wäre für mich noch kein Grund gewesen, dieser Flirtplattform den Rücken zu kehren, ein dicker Hund ist trotzdem, dass man dies offensiv äußert. Wenigstens ehrlich.
Der Vorwurf, ich beteilige mich an einer Hetzjagd, wiegt schwer.
Dariani ist mir unsympathisch (von Fotos, von seinen Äußerungen, von seinen Blogeinträgen und den Videos, die ich von ihm kenne, wegen der Einladung und der Unfähigkeit, sich dafür zu entschuldigen (und ich meine, dass er sich dafür entschuldigen muss)). Meiner Meinung nach genießt (besser: genoss) er seine Prominenz und stilisierte sich selbst zum Vordenker und Vorsteher der Community, so kam es mir jedenfalls vor.
Ich bin der Meinung, dass jemand, der sich so verhält, nicht in diese Position gehört.
Das hat mir viel Kritik eingebracht und den Vorwurf, ich würde die Fähigkeit eines Menschen an seinem Betragen festmachen. In der Tat meine ich, dass man sich gesellschaftskonform und manierlich zu verhalten hat, wenn man sich in einer Position wie dieser befindet. Mag sein, dass manchem die Regeln nicht passen, dass nach ihnen gespielt wird ist allerdings Fakt. Das kann man gut finden oder nicht.
Nun bin ich ein Verfechter dieser Regeln, andere sagen “spießig”.
Ich sage: Weg mit Dariani. Oder er rehabilitiere sich.
Das hat er in meinen Augen nötig. In denen anderer nicht.
Hier bin ich nicht konsensfähig. Als Beteiligung an einer Hetzjagd empfinde ich meine Äußerungen dennoch nicht.
Das andere, von Dariani unabhängige, Problem, dass StudiVZ scheinbar kein Interesse daran hat, die Server- und Erreichbarkeitsproblematik in den Griff zu bekommen (obwohl sie eigenen Angaben zufolge 2,5 Mio. Euro Venture Capital im Rücken haben), lässt auf eine denkwürdige Priorisierung schließen und Äußerungen, die »Studis« stünden im Mittelpunkt des Unternehmens, in einem anderen, einem fragwürdigen Licht erscheinen.
Die ganze StudiVZ-Problematik wurde und wird an der Blogbar aufgearbeitet. Ich spare mir einzelne Links. Dort lassen sich auch Belege für die in diesem Text aufgestellten Behauptungen finden.
Ja, manchmal mache ich es mir einfach.
Mi 15 Nov 2006
Das war es also mit mir und dem StudiVZ.
Eigentlich eine nette Idee, Kommilitonen und andere Wahlverwandtschaften als “Freunde” hinzufügen und Kontakt mit ihnen aufnehmen zu können. Interessant ist allemal, mit wem die Exfreundin bekannt ist oder wer auf der Freundesliste des besten Freundes steht; eigentlich keine neue Idee, trotzdem wuchsen die Benutzerzahlen dieses Community-Systems schneller als dessen Server die Anfragen beantworten konnten.
Ich habe noch immer nicht den Eindruck, als würden sich die Betreiber um die Probleme des Systems und deren Lösung kümmern. Nach allem, was man in den vergangenen Tagen an der Blogbar lesen konnte, ist man vor allem mit einem beschäftigt: negativ aufzufallen.
Herzlichen Glückwunsch, ihr habt es bis auf Spiegel Online geschafft. Der Artikel gibt einen guten Überblick über jene Aspekte, die man in Dons Artikeln an der Blogbar nachlesen kann.
Für mich war die Verfehlung Darianis bezüglich seiner Einladung im Stile des Völkischen Beobachters der Grund, meine Sachen zu packen. Er hat es nicht einmal fertiggebracht, sich zu entschuldigen. Mich würde nicht wundern, wenn diesen Artikel, der die Presse beruhigen soll, auch »einer der ausländischen Praktikanten« geschrieben hat.
Die groß angekündige Information über die Finanzierung des StudiVZ jedenfalls schreibt bereits jemand anderes als der frauenbelästigende Unternehmensgründer.
Vielleicht hat der ja heute als Praktikant außerhalb gearbeitet…?
(Der Titel ist dem verlinkten Blogeintrag des Shopbloggers entnommen.)
Sa 4 Nov 2006
Angemeldet habe ich mich am 25. April. Seitdem pflege ich mein Profil im StudiVZ. Ich nutze die Seite regelmäßig und oft, habe Kontakt zu etlichen Schulfreunden wiedergefunden und neue Menschen kennengelernt.
Vordergründig ist diese Webseite eine große Flirt-Plattform, die derzeit mit technischen Problemen, die auf Überlastung hindeuten, zu kämpfen hat. Ein Überblick:
- Die Webseite ist quasi 1:1 kopiert von facebook.com. Interessanterweise wird diese Tatsache in keinem der mir bekannten Interviews mit den StudiVZ-Betreibern erwähnt, aber etwas noch viel Dreisteres verdeutlicht der linke Screenshot (via Basicthinking):


- Dass das kein Zufall ist, zeigt blog.derbumi.com und ein weiterer Artikel auf Basicthinking.de.
- Man sollte Menschen ja nicht nach dem Äußeren bewerten. Wenn dann aber ein Video auftaucht wie jetzt bei der BooCompany, sind die Sympathiepunkte im Keller (Ehssan und die Frauen) und meine Aversie gegen schmierige Typen um eine Bestätigung reicher, was allerdings auch zum nicht unerheblichen Teil an der Arroganz des Gründers liegt, die sich auch in seinem triefenden Profil offenbart:
Über sich selbst: von allem etwas: neugierig. unberechenbarer künstler. standard-setzer. teufelskerl. keck! täglicher kampf gegen defokussierung, zerstreuung, chaos und andere kräfte der finsternis. konservativer rebell. reform-XX. libidoreduktionstraining. sozialhybrid (d.h. kompatibel mit vielen sozialmilieus, je nach sozialuniform). kostverächter. volksnah. ewiggestriger. schwarzmaler. non-pc-aktivist. hochangereicherte 170cm. bescheidener prophet auf allen gebieten. suche stets nach lösungen für jahrhunderte, statt bloss für die gegenwart. schonungsloser enthüller ideologischer scheinargumente. unermüdlicher wunderheiler geistiger zivilisationskrankheiten.
Es bleibt bitterer Beigeschmack. Auch dass heute noch eine Umfrage auf der Startseite thront »Abstimmungszeitraum verlängert bis 1.11.2006« lässt eventuelle Bemühungen, die Performanceprobleme in den Griff zu bekommen, als halbherzig erscheinen.
Dennoch werde ich das StudiVZ weiter nutzen (sofern ich noch lange Gelegenheit dazu habe, Ehssan ist ja nicht gerade für seine Kritikakzeptanz bekannt). Falls mein Account plötzlich gesperrt sein sollte, wechsel ich eben zur Konkurrenz:
Damit die Lektüreempfehlung für den StudiVZ-Vorstand nicht in den Kommentarweiten der Blogosphäre untergeht:
Di 12 Sep 2006
Ich habe nicht selten das Gefühl, ich sei zu wenig Informatiker, als ich eigentlich sollte. Dieses Gefühl ist über das Lesen diverser Blogs aus dem IT-Bereich punktuell abrufbar, zum Beispiel als ich eben beim Hostblogger einem Link mit dem Zusatz »Zum Wegschreien« folgte.
Ich fand diesen Text ähnlich witzig wie die Dilbert-Comics, die bei Informatikern ebenfalls sehr beliebt sind. Gar nicht. Ich fand ihn sogar ausgesprochen dämlich.
Der Hostblogger ist hier ein gemäßigtes Beispiel. Extremer wird es, wenn man diesem Namen ein Wohnzimmer voranstellt und beim Wohnzimmerhostblogger landet. Hier hat ein Leser, der Web- und Programmierkram überdrüssig oder nicht Kunde des Wohnzimmerhosters ist, relativ wenig zu lachen.
Diese Spezialisierungen, die sich zuhauf finden lassen und ein großer Vorteil der Blogosphäre sind, machen das Finden interessanter Texte ungemein schwierig. Einen guten Einstiegspunkt stellen die üblichen Verdächtigen Don Alphonso, Lyssa oder Andrea Diener dar (um drei der wirklich großen, wichtigen und jener Blogs zu nennen, mit denen ich als erstes in Kontakt kam). Außer Konkurrenz wegen der relativ langen Updatezyklen, allerdings nicht minder lesenswert, ist Siebenviertel. Über die obligatorische Blogroll kann man sich durch die vom Autor lesenswerten Blogs arbeiten, bis man welche findet, bei denen man gern liest.
Wer lieber auf Papier liest, für den empfiehlt sich das Buch Blogs! Text und Form im Internet, in denen all die oben genannten Blogs ebenfalls auftauchen.
Dass sich in den zwei Jahren seit dem Erscheinen des Buchs gerade in der Blog-Szene viel getan hat, soll hier nicht diskutiert werden. Natürlich erreicht man über die oben genannten Einstiegspunkte viele (gute) Blogs nicht, weil Kleinbloggersdorf in viele autarke Stadtteile zerfallen ist.
Wahrscheinlich werfen mir ebenso hunderte Geschmacksverfehlung und Langweiligkeit vor. In der Tat finde ich bemerkenswert, dass jemand begeistert zu nur einem Thema schreiben kann.
Dann ist es wieder da, das Gefühl, nirgends wirklich dazuzugehören.
Sondern überall nur ein bisschen.
Di 29 Aug 2006
Mangels eigener Gedanken:
Die bekannteste kurdische Kinderserie
(via Outlog)
Jeder nur eine Rakete! Rumsfeld kann man ja alles mögliche nachsagen, aber Humor hat er: er will Interkontinentalraketen gegen die Terroristen einsetzen!1!!
»Nach den Vorstellungen von Pentagon-Chef Donald Rumsfeld sollen den auf U-Booten befindlichen Raketen die Atomsprengköpfe entfernt werden. Stattdessen sollen sie konventionelle Sprengköpfe erhalten. Ohne nuklearen Sprengkopf wäre der Einsatz weniger folgenschwer und daher eher vorstellbar, um gegen gefährliche Terrorgruppen schnell und präzise vorzugehen.«
Mhh, nun stelle man sich das mal vor, die Amis launchen eine Rakete in Richtung Iran aus einem ihrer Atomuboote. Nehmen wir weiter an, der Iran sieht die Rakete auf sich zufliegen. Was würdet ihr an deren Stelle denken? Oder die Chinesen, Nordkoreaner oder Russen? Sieht aus wie eine Atomrakete, fliegt wie eine Atomrakete, riecht wie eine Atomrakete, ist vermutlich eine Atomrakete. Oder? Aber macht euch keine Sorgen, Rumsfeld hat an alles gedacht.
»Die USA würden Russland über eine Umwandlung von Atomraketen “in völliger Transparenz” informieren, so dass es keinen Raum für Missverständnisse gebe. Außerdem würde “jeder in der Welt” 30 Minuten nach einem Einschlag wissen, dass die Rakete keinen Atomsprengkopf getragen habe.«
Scheiße wie diese kann man sich gar nicht ausdenken. Der Mann ist so unfaßbar dämlich, da fehlen einem die Worte. Oder vielleicht bereitet er eine Zweitkarriere beim Comedy Channel vor? (Danke, Sebastian)
(via Fefe)
Fr 25 Aug 2006
Ich sollte Sony wirklich dankbar sein. Während deren Akkus anderswo Laptops flambieren, bekomme ich im Rahmen des Austauschprogramms von Apple wieder einen neuen - mittlerweile den zweiten. Keine meiner Batterien wurde älter als vierzehn Monate; wenn das so weitergeht, spare ich eine Menge Geld. Wer behauptet, Apple-Computer seien teuer, sollte sich in den Themenkomplex total cost of ownership einarbeiten. ;-)
Bei solchen Austauschaktionen muss ich mich aber immer wieder fragen, wie die sich das vorstellen (ich habe nicht umsonst einen Laptop gekauft):
After removing the recalled battery from the iBook or PowerBook, consumers should plug in the AC adapter to power the computer until a replacement battery arrives.
[...]
It may take up to 4 to 6 weeks for your replacement battery to arrive.
Frustrierend dagegen die Suche bei Google Images nach einem bestimmten Produkt. Innerhalb der ersten zehn Ergebnisse führen zwei Treffer auf Seiten, die mich mit den folgenden Worten begrüßen:
Das Angebot ist beendet bei einem Höchstgebot von EUR xxx,xx. Sie wurden leider überboten.
Do 15 Jun 2006
Der AStA Marburg versendet Spam, getarnt als Protestmail gegen Studiengebühren. Unter http://www.freie-bildung-ueberall.de/ wurde ein PHP-Script installiert, welches ein vorgefertigtes Schriftstück »an alle hessischen Landtagsabgeordneten der CDU und FDP mit einem Mausklick verschick[t]«.
Nach Eigenauskunft beteiligten sich 1302 Personen in vier Tagen, das entspricht 67756 Mails insgesamt oder 1302 Mails pro Abgeordnetem, also knapp 326 eMails pro Abgeordnetem am Tag. Ein Herr Mölller von der hessischen CDU hat reagiert und Mail-Weiterleitungen auf einige ihm bekannte Adressen der Protestbewegung gesetzt. Zwar stimme ich mit Möllers Einstellung pro Studiengebühren in keinster Weise überein, bin jedoch bei der Weiterleitungsgeschichte auf seiner Seite. Weitere Hintergründe bei heise.de und dem Protestblogger.
Der AStA Marburg, attac Marburg und das Aktionsbündnis gegen Studiengebühren haben sich hier wieder mit blindem Aktionismus gepaart mit »Ich kann PHP!« hervorgetan und agieren ähnlich intelligent wie die »Alles für alle und zwar umsonst« blökenden Vollpfosten auf den absolut notwendigen Demonstrationen gegen Studiengebühren.
Herr Reinhard aus dem Impressum weiß schon, warum er keine eMailadresse angegeben hat.
Der Mann auf der Straße macht sich keine Vorstellung, in welchem Maße gerade die Universität ein Hort der Dummheit ist.
(Siegfried Streufert, amerik. Intelligenzforscher)
edit: Gerade ist der Mailomat vom Netz gegangen.
Do 15 Jun 2006
[94. Minute] Abpfiff, Schluss! Leider auch für Trinidad und Tobago, die bereits jetzt ausgeschieden sind. England gewinnt zwar verdient aber keinesfalls glücklich, hat sich damit für das Achtelfinale qualifiziert, in dem sie rechnerisch auf Deutschland treffen könnten.
Und im Gegensatz zu diesem Spiel kann ich Deutschland ein »Schönes Tor!« zurufen. Bei diesem Spiel muss ich dann erst in den letzten zehn Minuten einschalten. Und jetzt ab.
[93. Minute] TOOOOOOOOOOOOOOR! 2:1. Nein, Abseits. Schade, ich hätte es ihnen gegönnt.
[91. Minute] Lampard auf Rooney, irgendwann ist der Ball bei Gerrard: TOOOOOOOOOR! 2:0 durch Gerrard. Hislop chancenlos, anschließend traurig.
[88. Minute] »Football’s coming home« von der englischen Tribüne, auf der 20000 englische Fans gegen viertausend tobagische ansingen.
[83. Minute] TOOOOOOOR! Crouch köpft nach Flanke von Beckham ein zum 1:0 für England
[82. Minute] Ecke für England, Trinidad und Tobago seit 170 Minuten ohne Gegentor (in dieser WM). Wer hat eigentlich die Ecke geschossen? Bestimmt Eckham.
[79. Minute] Lampard Cole direkt vorm Tor, Hislop klärt, einer seiner Fußballschuhe landet an Coles Kopf. Nichts passiert. Trinidad und Tobago scheint konditionell angeschlagen, aber sie schaffen ist, Rooney wieder den Ball zu klauen.
[78. Minute] Wieder Lampard. Links am Tor vorbei.
[77. Minute] Torchance von Lampard, der den Ball direkt auf den Mann, den Torwart von Trinidad und Tobago, schießt.
[76. Minute] England wechselt. Downing kommt für die Nummer 11. Und Beckham spielt wieder den Gegner an, während Trinidad bis in den gegnerischen Strafraum läuft und erst dann den Ball verliert.
[74. Minute] Beckham schießt den Ball nach einem Freistoß in die Beine, der Konter von Tobago scheitert und im Gegenkonter lässt sich Rooney den Ball der trinidad’schen Abwehr klauen. Ecke für England. Lampard ist der Mann mit den meisten Torchancen der Engländer. Alles in allem ein enttäuschendes Spiel bisher.
[70. Minute] Das Spiel findet jetzt hauptsächlich in der Hälfte von Tobago statt. Als Resultat wechselt Tobago einen Spieler. Für Jones kommt Glen, der bei Los Angeles spielt.
[63. Minute] Gelbe Karte für Lampard. Vom gelben Engel. Das Schiedsrichtertrikot schmerzt in den Augen, wie einiges andere heute dort unten auch.
[60. Minute] Die englische Fankurve kocht, Beckham haut den Ball vom Freistoßpunkt direkt ins Aus. Ich gehe auch gleich kochen.
[58. Minute] Roooooooooooooooooney! 47 Tage nach dem Mittelfußbruch! Pitbull’s coming home! Der langsame Jogger muss gehen. Neben Rooney kommt Lennon für einen, der ebenfalls nicht auffiel.
[55. Minute] Torchance England, knapp am Pfosten vorbei. Leider auf der falschen Seite
[54. Minute] Ballverlust England in der eigenen Hälfte, Tobago kommt wieder bis vor das britische Tor. Mark Michael Owen trabt wie ein gemütlicher Jogger durchs Feld (ZDF), während Crouch den Ball vier Meter über das Tor haut.
Immerhin einer.
[51. Minute] Rooney macht sich wieder warm, während Tobago der englischen Abwehr davonläuft. Freistoß Trinidad, allerdings kurz hinter der Mittellinie, Crouch kann im Aus klären.
[48. Minute] Robinson ist beliebter Passempfänger der englischen Mannschaft. Dieses Verhalten kenne ich nur von führenden Mannschaften aus der Bundesliga.
[46. Minute] Gelbe Karte wegen Zeitspiels für den tobagischen Towart.
[45. Minute] Ohne Veränderung gehts weiter, auch wenn Meyer Rooney, den Tribbelkönig, fordert. Die Mannschaft Erikssons macht den gleichen Eindruck wie mein altes Handy gleichen namens.
Endlich habe ich das deutsche Tor von gestern gesehen, die nächtlichen Feiern waren dem ZDF eine Meldung wert. Johannes Baptist K. palavert aus der ZDF Arena: Urs Meyer macht Beckenbauer nach! Jürgen Drews darf auch was sagen und Baptist bewertet die englischen Torchancen, während die Chancen Trinidads und Tobagos kaum erwähnt werden. Bestimmt können sie sich die Namen nicht merken.
Ich erwische mich bei der Adaption von Fußball-Sprechweisen: »Schönes Tor!« Trotzdem hätte ich gestern lieber geschlafen.
[47. Minute] Beckham wird getunnelt, der nächste Angriff auf Robinsons Tor ist allerdings vorm Strafraum zum Ende. England konzept- und glücklos. Eine der schwächsten Halbzeit der Weltmeisterschaft meint das ZDF zu erkennen. Und meine erste, die ich mitbekomme.
[44. Minute] Rooney sitzt wieder auf der Bank. Yorke kickt die Ecke und Englands Terry rettet kurz vor Linie. Es brennt im Strafraum des Vereinigten Königreichs!
ZDF: »Glückliches Unentschieden für England« Das wird unterschrieben.
[42. Minute] Torchance, nur 3 Meter vorbei. Drüber. Aber Lampard hat wenigstens das Tor im Auge und die Hosen in der Kabine an. Crouch haut am Ball vorbei, allein vorm Tor.
[39. Minute] Das ZDF lästert über »Pannenjames« und die bisher erbrachten Leistungen der englischen Fußballnationalmannschaft, während deren Abwehrreihe zeigt, wie man sich vorführen lässt.
[36. Minute] Ecke für Trinidad und Tobago, nachdem Yorke den Freistoß auf den Kopf eines Engländers spielte. Wieder Yorke, Robinson greift ins Leere, fast Führung für Trinidad und Tobago.
[33. Minute] Jetzt beansprucht die Katze den Platz vor der Kamera und läuft mir über die Tastatur.
[31. Minute] Beckham flankt in die Arme des gegnerischen Torhüters. Das war knapp!
[30. Minute] Rooney macht sich warm. Bei der bisher gezeigten Leistung von England ist Eriksson also bereits, dieses hohe Risiko des Einsatzes von Pitbull einzugehen.
[27. Minute] Schuss in den Genitalbereich von Yorke. Die Sanitäter retten was zu retten ist, während sich Yorke ein Erfrischungsgetränk in die Hose schüttet.
[26. Minute] Englands Fans singen die Nationalhymne, was nach dem ZDF einen Grund haben muss.
[24. Minute] Robinson hält prima, während die vom ZDF als dritt- und viertklassig bezeichneten Spieler von Tobago immerhin ein paar Bälle in den englischen Strafraum schlagen. Das Spiel findet keinesfalls nur in der Hälfte von Trinidad statt.
[19. Minute] Gelbe Karte Nr. zwei, diesmal für Whitley, ebenfalls Tobago. Freistoß Nr. 2. Und Beckham nochmal. Diesmal über die Mauer.
[17. Minute] Gelbe Karte für Tobago’s 18. Erneut Freistoß für England, Beckham schießt…
…direkt in die Mauer.
[16. Minute] Torchance für England, leider nur ans Außennetz. Vorher beeindruckend, wie langsam der englische Sturm im Gegensatz zu den trinidad’schen Verteidigern läuft.
[13. Minute] Beeindruckendes Solo von Trinidad, leider in den eigenen Strafraum.
[11. Minute] Köpf it like Beckham! Zur Ecke. Hislop hat alles unter Kontrolle. Hislop ist Torwart von Trinidad und Tobago.
[8. Minute] ZDF: Teilerfolg für Trinidad und Tobago, die ersten acht Minuten sind um. Aha.
[5. Minute] Erste Torchance von England. Der tobagische Torhüter konnte den Ball nicht unter Kontrolle bekommen, der Engländer war für den Nachschuss etwas zu langsam. Teatime! Das ZDF zeigt lieber Frau Beckham.
[3. Minute] Kick it like Beckham! Nach dem Verlust eines roten Turnschuhs Freistoß für England.
[0. Minute] Anstoß! Anstoß!
Willkommen zum Länderspiel England gegen Trinidad-Tobago.
Heute versuche ich mich das erste (und vielleicht einzige) Mal am Liveblogging eines Länderspiels live per Miezcam. Übrigens heute in direkter Konkurrenz zu Doreen, die ebenfalls live bloggt.
Rooney spielt heute nicht und mit ihm die einzige Person, die ich namentlich kenne und als Pitbullgesicht bezeichne. Von der tobagischen Mannschaft ganz zu schweigen…
Sa 6 Mai 2006
Die Relevanz F. Nietzsches für die Open-Source-Bewegung
Posted by niels under Netzkultur , UniNo Comments
Das war er also, der Linuxtag 2006. Am Morgen eröffnete ein Vortrag über Nietzsche, den meine Begleitung - ein Kommilitone - und ich nach fünf Minuten verlassen mussten. Keine Präsentation, der Vortrag wurde vom Blatt abgelesen und entsprach in keiner Weise unseren Erwartungen, obwohl wir nicht wussten, was wir erwarten sollten und gerade darum im Auditorium saßen. Wir vertrieben uns die Zeit zwischen den wenigen interessanten Ständen, die von den auf einer Linuxmesse erwarteten Freaks belagert wurden.
Den einzig interessanten Vortrag hielt Steven Hand von der University of Cambridge über Virtualisierungstechnologien. Hier trafen wir unseren Dozenten, der an unserer Uni eine Vorlesung mit genau diesem Titel hält und sich nach dem Vortrag begeistert in die Konversation mit dem Referenten stürzte, während wir den nächsten Fehler begingen.
Eine Rahmung kam durch den Abschluss zu Stande, den wir zwei Stunden vor dem eigentlichen Ende terminierten, weil der Parkschein abgelaufen war und die letzten Stunden wenig Spannendes versprachen. Weil Informatiker zum Lachen in den Keller gehen, folgten wir ihnen und dem Programmheft zu einer Vorstellung, deren Titel uns umgehend zwei Stufen auf der Nerd-Leiter aufwärts katapultieren sollte. Der Dozent war ein ebensolcher Ubergeek, seine Präsentation erschöpfte sich im Vorlesen einer Manpage; Während er nur bei einem eigenen grenzwertigen Witz über Firewire einen Lachanfall bekam, rieben Heiko und ich unsere vor Lachen tränenden Augen in der letzten Reihe. Nebenan scheiterten »Hacker« an einer normalen Anmeldung an einem Computer und wenig später saßen wir bereits im Auto und gestanden ein, dass dieser Tag die Erwartungen nicht erfüllt hat.
Mo 20 Mrz 2006
Wardriving war gestern.
Auf dem Weg zum Tegut und zurück habe ich alle auffindbaren drahtlosen Netzwerke protokolliert. Der Großteil der 65 gefundenen WLANs war zwar gesichert, 11 Accesspoints aber arbeiteten ohne Verschlüsselung.
Das »Protokoll« des Weges, der aus meiner Wohnung durch die Barfüßerstraße und schließlich am Schlossberg-Center vorbei führte, kann man hier als CSV-Datei herunterladen.
Allein die Namen der Netze sind es wert, an einem anderen Nachmittag die gesamte Marburger Oberstadt abzulaufen.
Interessant wäre zu wissen, wie viele Leute offene Netze nutzen und deswegen vielleicht sogar auf die Beantragung eines eigenen Internetanschlusses verzichtet haben…
So 19 Feb 2006
Damals, als LiveJournal seine Anmeldebeschränkung aufhob und jeder ein eigenes Journal starten konnte, ging ein Schrei durch die Reihen der alteingesessenen Benutzer, tags darauf gründete sich mit der Community “Hochhaussprung” eine pseudoelitäre Gemeinschaft, die sich in der obligatorischen Selbstbeschreibung als “die Elite des LiveJournals” charakterisierte.
In Folge dessen konnte man beobachten, was auch in der Blogosphäre wahrnehmbar ist: Die Anzahl der Blogs explodiert, Tausende erkunden Neuland und merken, dass die regelmäßige Befüllung eines Weblogs ein gewisses Maß an Disziplin und Zeit erfordert, verlieren die Lust und lassen die Blogs brachliegen oder gleiten in die Belanglosigkeit, um täglich schreiben zu können.
Die Zahl der uninteressanten Weblogs steigt, wahrscheinlich wird sogar ihr Anteil in der Blogosphäre größer, doch beginnen ein paar Schreiber, deren Geschichten man gern liest.
Die Liste der Abonnements in meinem RSS-Reader enthielt bis vorhin knapp weniger als einhundert Einträge; wenn man abends vor 250 ungelesenen Beiträgen sitzt, erlaubt einem die Abgekämpftheit bestenfalls ein grobes Überfliegen mit dem Bewusstsein, seine Lieblingsblogs nicht hinreichend berücksichtigt zu haben.
Von etwa der Hälfte dieser Abonnements habe ich mich heute getrennt. Die Blogschwemme hat nämlich einen sehr unangenehmen Effekt: War Blogosphäre für mich bisher positiv konnotiert, bilden sich neuerdings verquickte Gemeinschaften, die mich an das LiveJournal-Niveau erinnern, aufgrund dessen ich diesem Anbieter damals den Rücken kehrte.



