März 2008


Geruht, geschlafen hab ich kaum
Ich schrecke hoch aus einem Traum
Ich hab geträumt weiß nichtmal was
Mein Kissen ist von Tränen nass
Ich weine doch schon lang nicht mehr
Wo kommen dann die Tränen her?

Die Straße fällt nach Süden, es muss Süden sein, den Hang hinauf. Der Schneematsch heißt mich willkommen zurück; ich war selbst nicht sicher, ob und wann, jedenfalls dass ich so schnell nicht wieder hier sein würde. Du weißt warum.

Geht man ein paar Kilometer weiter am Ufer des Sees kommt man zu einer jungen Frau, die enttäuscht mit den Wellen spricht, man hört es aus jedem Satz, den wir uns sagen. Als wir an der Stelle vorbeifahren, hören wir ein Wispern in der Luft, dass uns kalte Schauer über den Rücken treibt.

Während du eine Mutter zitierst, denke ich »pass auf«. Im Zug später rasen rosige Berge an uns vorbei. Ich sage Dinge, die ich noch nicht wissen kann.
Und du sagst »Pass auf«.

– Hannes Wader - Schlaf Liebste

Die Katze legt ihren Kopf zur Seite am Kopfende dieses Sofas und schaut gegen die Wand. Wir sind beide durch den Tag geschwommen, haben uns nicht viel zu erzählen, haben eben gelebt, sind nicht verhungert, haben die Welt mit eigenen Augen gesehen und suchen nun den ruhenden Punkt um zu entspannen.

Aufhören!

Und ich frage »Wie hälst du das aus?«
Zwölf Stunden Leben lassen altern wie vier ganze Jahre. Ich habe heute morgen Menschen weinen gesehen und mich ein bisschen geschämt, als ich das nicht konnte. Ich aß heute morgen zwei Brötchen, als andere nach Papiertüchern kramten. Hinter uns saßen unglückliche Menschen, als wir uns das letzte mal küssten. Du hast gewinkt und ich durch die Scheibe im verhangenen Himmel dein Lächeln erkannt.

Wir sind durch den Tag geschwommen im Fieberwahn
auf dieser Couch, auf der wir unsere Geschichten verschweigen.
Sie sagen von dir, du schaust nicht in Augen. Stolz wie du bist.

Und ich frage »Was sind denn schon bitte zwei Wochen?«
Die Antwort kennen wir beide.

Machmal frage ich mich, wie das wäre
wäre es anders (?)

Career

  • Du sagst, du willst tanzen und ich »Entschuldigung, ich habe nur diese Musik«.
    Dann lachst du.
  • Während wir liegen und durch das Dachfenster in den schreienden Himmel blicken, erzählst du, das finge jetzt an und wie man so anders sein kann.
    Dann lachst du.
  • Obwohl ich Busfahren hasse, liebe ich es im Regen. »Es gibt diese Musik, die mich melancholisch sein lässt«; »Es hat angefangen irgendwann im September«. Ich habe eine Ahnung von dem, was du erzählst, was ihr mir erzählt, die mir wichtig sind.
    Und ihr schweigt.
    Dann lachst du.

f: FOUND Magazine