Mai 2007
Monthly Archive
So 27 Mai 2007
Posted by niels under
Freunde ,
Lifestyle1 Comment
Nach Sonne, Veranda, Kaffee und dem Gespräch fühlt sich das immer besser an. Auf seine Frage antworte ich wahrheitsgemäß «Nach Hause kommen» und er, dass er das in meinem Alter wohl auch gesagt hätte. «Und dann» frage ich «was ist dann passiert?», erwische mich jedoch dabei, wie ich mich in der letzten Zeit oft ertappe: denkend statt redend.
Sie sagt, dass sie endlich gehofft habe, sich nicht mehr sorgen zu müssen. Ich kann nur unschuldig schauen, dass es seit jeher unnötig gewesen sei und - das tue mir leid - es wohl in Zukunft nicht deutlich besser werden würde. Vielleicht sollte ich ab jenem Zeitpunkt, an dem ich meine Schuhe ausziehe, nicht mehr darüber reden.
Sie sagt, ich falle von einem Extrem ins andere. Und er, dass ich auf der Suche nach Orientierung immer Vorbilder hätte. Ich denke: «Erwischt» und an das Gespräch mit ihr, in der es um Authentizität ging.
So 20 Mai 2007
Posted by niels under
Lifestyle1 Comment
Dinge, die man heute toll findet, vergisst man eine Woche später. Und sitzt dann im Sumpf, weiß nicht wohin mit dem Kopf und unterstellt der Welt Ungerechtigkeit.
Dabei darf man bloß nicht vergessen.
Du sagst, du kannst nicht mehr so leben
und willst nicht mehr so sein, wie es die ganze Zeit war:
diese Kleider, diese Freunde, dieser Name, diese Stadt
haben nicht so viel mit dir zu tun, wie es den Anschein hatte.
Es muss Schicksal sein, dass in den letzten Monaten alles passierte, was geschah. Und wenn sich das Schicksal mit Beweisen anbiedert und sagt: “Ungläubiger, hier bin ich!” wie soll man dann anders, als sein Leben über den Haufen werfen zu wollen?
Dabei darf man bloß nicht dran glauben.
Fr 18 Mai 2007
I. Ich lerne gerade (und) ich stecke in einer Sinnkrise.
Vielleicht bedingt das eine das andere. Dass ich hier sitze und gar nichts mache, ist wahrscheinlich genau das Richtige. Man gewöhnt sich an dieses Gefühl - ganz bestimmt. Und erdrückt damit, was stört.
II. Ich schätze die langen Gespräche mit dir, Mutter, zwischen Wach und Schlaf auf der alten Couch meiner Kindheit. Das Erste, was ich im Gästezimmer neuerdings mache, ist das Öffnen des Vorhangs. Du weißt, ich kann so nicht schlafen.

III. Als ich vorletzte Nacht den Satz sagte, ich müsse mich wohl erst daran gewöhnen, dass ich dir doch vertrauen kann, habe ich mich sofort sehr geärgert.
Das «doch» war zuviel.
So 13 Mai 2007
Die Musiker vorm Haus, der Musiker in meinem Blog.
Die einen spielen das Beste seit langem, heben sich angenehm vom übl(ich)en Brei der Gasse ab: Dem Renter am Orgelkasten mit tagein tagaus den gleichen Liedern, dem alten Mann mit der Blockflöte, der auch nächstes Jahr noch falsch spielt.
Der andere dort oben an diesem Punkt, an dem sich der Kreis schließt. Dem es aus anderen Gründen nicht gut geht in der großen Stadt, die mir interessant wird in den letzten Tagen.
Draußen spielen sie Polka, drinnen trommle ich auf einem leeren Karton, neben mir schnarcht der Kater; manchmal wüsste ich gern, was er träumt.
Vielleicht das Gleiche wie ich am Tag.
Brüder im Geist.
Halt mich fest, ich glaub ich brauch das jetzt.
Kauf mir ein Bier, ich trink es dann bei mir.
Ich steige ein und bin dann gern allein.
Nach Bahrenfeld im Bus.
– Tocotronic
Sa 12 Mai 2007

Weil ich nicht erreichte, wen ich erreichen wollte, weil ich deswegen Zeit und also nichts besseres vor hatte, sitze ich mit dem ehemaligen Mitbewohner und alten Freund im Café. Wir nennen es Arbeit.
Das ist das Beste, was heute passieren konnte, während der alte Freund ins Telefon brüllt und sich über Menschen aufregt, die andere «Kunden» nennen. Mal wieder die Politik.
(Der Titel ist einem Buch von Holm Friebe und Sascha Lobo entliehen.)
Fr 11 Mai 2007
Posted by niels under
MusiqueNo Comments

Und sah wie auf die Dächer gegenüber
der erste Regenschauer fiel
Ich legte mein Schreibzeug beiseite
um nichts zu verpassen
Der Freund sagt, er könne nicht mehr. Und alles, was dir einfällt: «Gib nicht auf». Kurz vorher hast du gemerkt, dass es lange nicht mehr funktioniert mit dir und der Musik. Er sagt, es funktioniere nicht mehr mit ihm und der Musik. Und alles, was dir einfällt, an dem auch du dich festhältst, klingt wenig hoffnungsvoll. Als wäre man müde.
Fernweh nach Hamburg bei Liedern über Berlin. Es gibt keine zweitausend Orte, an denen du jetzt lieber wärst, auch das war mal anders. Du legst den Kopfhörer beiseite, nach drei Stunden bist du nicht über das erste Lied hinausgekommen. Auch das war mal anders.
Heavy Rotation ist keine Bewegung nach vorn. Und morgen versuchst du’s nochmal.
Jedenfalls ich drücke Daumen.
Ich sagte zum Spiegel
Schlag ein, mein Freund, schlag ein
Wir wollten niemals solche Idioten sein
(Tom Liwa)
Do 10 Mai 2007
Von der Musik, die ich höre, bin ich glücklich.
Mir schwirren Worte durch den Kopf und du sagst, du rekonstruierst Gespräche anhand von Orten. Wir haben auf Höhe des Bolzplatzes über Beziehungen geredet, an einer dieser Brücken über den gemeinsamen Freund. Und wir waren den ganzen Weg verschieden.
Ich habe aufgehört zu laufen, wir sind den ganzen Weg gegangen. Vielleicht bin ich angekommen, vielleicht stimmt, wenn du sagst, auch Stillstand sei Flucht (oder hast du das nur gedacht?).
Du lachst am Schönsten über Dinge, von denen ich erzähle, die du nicht verstehst.
Wenn jeder Blog-Eintrag ein Cover bräuchte, für diesen wäre es dein Gesicht vor der nächtlichen Stadt.
Ganz am Anfang.
Ganz oben
am Schloss.
Fang mich.
Auf!
Mo 7 Mai 2007
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Arbeit[4] Comments
Diesen Tag habe nicht nur ich ein halbes Jahr herbeigesehnt: Das eigene Büro.
Seit Monaten sitzen wir in einem Raum mit der schmeichelhaften Bezeichnung «Das Aquarium». Wäre ich irgendwo lieber als hier, hätte das mit Wasser zu tun, das «Aquarium» hingegen verdient seinen Namen wegen der nicht öffenbaren Fenster. Das Glotzen vom Gang, die unbequemen Sitzmöglichkeiten und die Lautstärke und Hitze erinnern mehr an ein Terrarium jedes beliebigen Zoos.
All das ist vorbei.
Wir können lüften, wir können rausschauen und sehen den Wald.


«Aquarium» konnte ich mir einfacher merken als C4347.
So 6 Mai 2007
Posted by niels under
Tagesschau[2] Comments
Das Schreiben fällt mir momentan sehr schwer. Zum einen hat das mit der komplett neuen Situation zu tun, in der ich mich befinde, zum anderen passiert gerade deswegen nichts, über das ich in diesem Blog schreiben möchte.
Vielleicht sollte ich auf die ein oder andere Niederlage eingehen, die ich in den letzten Tagen erfuhr. Das Mädchen, das mir ihre Mailadresse gibt und nach meiner zweiten Nachricht zickt, sie habe einen Freund und der größte Fehler ihres Lebens sei die Annahme der Freundschaftseinladung im StudiVZ gewesen. Erinnerungen an letztes Jahr, in dem sich eine aufstrebende Jung-Politikerin einer großen sozialdemokratischen Partei aus dem Staub machte, ohne ein Wort zu sagen.
Unnötig zu sagen, dass beide die Leistungsträger sein werden im nächsten Jahrzehnt.
Letztes Jahr schmerzte mehr.
Vielleicht bin ich in Übung.