April 2007
Monthly Archive
So 29 Apr 2007
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Freunde1 Comment
Das war die Einweihungsparty, von der ich dachte, ich kenne zu wenige.
Auf die Idee Kennenzulernen kam ich erst spät. Alle waren sie da. Julia, Doreen, der Popkulturmensch und Peter. Und du, mit der ich mich auf Höhe des Hauptbahnhofs über Hormone unterhielt. Es ist nur manchmal ärgerlich, dass ich mich gar nicht auskenne.
Wir haben Dinge getrunken, wir haben Dinge gegessen und wir haben nebeneinander gesessen.
Man gab mir soeben das Geschenk meines Lebens:
das Wissen von einem Ende der Nacht.
Ich war wiederstrebend, doch es blieb an mir kleben,
als hätte es einer an mir festgemacht.
– Tocotronic - Das Geschenk (was du langweilig fandest)
Mi 25 Apr 2007
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Lifestyle[3] Comments
Bo, mein lieber Freund Bo, der natürlich nicht Bo heißt, jedenfalls nicht nur, weil er einen zweiten Vornamen trägt, in dessen Kenntnis ich irgendwie aber niemals über Bo selbst gelangt bin, weil er diesen Namen nicht nennt, Bo jedenfalls arbeitet in einem Bio-Laden.

Als ich am letzten Freitag durch die Stadt ging und wie immer, wenn ich an diesem Laden vorbeilaufe, einen Blick riskierte, seitdem ich weiß, dass er dort arbeitet, fand ich ihn das erste mal hinter dem Tresen und lud mich auf einen fair gehandelten Kaffee ein. Die nächsten zwei Stunden verbrachten wir beim Trinken und Beratungsgesprächen über biologisch empfehlenswerte Ernährung. Tatsächlich trug ich anschließend zwei Tüten Bio-Kartoffelchips nach Hause, weil ich durchaus bereit bin, meine Ernährung zu überdenken, deren Umstellung aus Rücksicht auf die Gewohnheiten meines Körpers allerdings schrittweise anstrebe.
Da befinde ich mich mit Bo im Einklang, der seine Arbeitszeit im Laden als Training für einen Halbmarathon, der im Sommer in Marburg stattfinden soll, ansieht. Er erzählte mir von einer begeisterten Schülerin, die ihn mit einem zwei Euro Geldstück sponsern wird. Bo peilt eine ehrgeizige Zeit von unter zwei Stunden an. Und ich werde Bio-Chips essend am Streckenrand sitzen und seinen Namen, der mich an Bodo Illgner erinnert, den Nationaltorwart während der ersten und einzigen WM, von der ich Panini Sammelbildchen in das dazugehörige Aufkleberbuch klebte, erinnert, rufen.
Bodo Illgner hatte ich doppelt. Ich habe ihn vermutlich gegen Thomas Hässler getauscht.
Mo 23 Apr 2007
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Allgemein[3] Comments

Gestern morgen mit einem Foto von Bill Kaulitz zum Friseur. Ich bin den ganzen Weg gerannt. Zum Schreien: Meine Haare sind dafür zu kurz. In sechs Wochen also dann.
Während meine Friseurin lacht, komme ich mir etwas blöd vor. Und als ich sage, ich bleibe weitere drei Jahre, meine ich die Freude in ihren Augen zu sehen.
Wir drehen unsere Köpfe in Richtung des Schaufensters mit dem Billig-Schmuck, lachen über affig bunte Ohrringe und hässliche Uhren, damit er uns nicht sieht.
Mein Name bricht durch die Luft, erschossen drehe ich mich um und falle in die Arme jener Freundin, mit der ich schon gestern Kaffee trinken wollte. Ich reiche ihrem Freund die Hand, freue mich aufrichtig ihn zu sehen und wünschen beiden einen tollen Sonntag, nicht ohne zu sagen: Wir telefonieren.
Ein weiterer Punkt.
Hallo niels.bin leider doch erst heute abend zh!meld mich dann nochmal.entschuldige,hoffentlich klappt das bald malmit uns :-)bis dann
Das hoffe ich seit so vielen Jahren…
Do 19 Apr 2007
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Lifestyle[2] Comments
Ein Freund schickt eine SMS und ich weiß, dass nicht nur hier, sondern auch in Heidelberg die Sonne scheint.
Ich habe Listen gemacht mit Edding an den Scheiben, weil mir die normale To-Do-Liste nicht ausreichend schien. Ich habe mir vorgenommen, ein besserer Freund zu werden und ich habe begonnen, meinen Terminkalender mit Einträgen zu überfüllen.
Ich laufe davon vor etwas, das man Freizeit nennt.
Und ich warte auf eMails.
Mein Schreibstil wurde in der Diplomarbeit kritisiert und seitdem weiß ich, dass Schreiben anstrengend ist. Mir gefällt das Blumige besser. Wissenschaftliches Schreiben ist wie eine Fremdsprache lernen. Aber das ist nur ein weiterer Punkt auf meinen Listen.
Ich flüchte vor etwas, das man Freizeit nennt.
Und ich fühle mich euch nicht gewachsen.
Zur Zeit.
Mi 18 Apr 2007
Vor ziemlich genau fünf Monaten habe ich mich beim StudiVZ abgemeldet. In diesen fünf Monaten habe ich bei Wein in fremden WG-Küchen meine Gründe breitgetreten, warum ich nicht mehr Teil dieses Netzwerkes sein wollte. Ich bin auf Widerstand und Zustimmung gestoßen, doch habe immer wieder gesagt, dass ich die zugrunde liegende Idee sehr sympathisch finde.
In den vergangenen fünf Monaten ist etliches passiert. Ehssan Dariani ist bei StudiVZ ausgeschieden. Die Webseite war aus Gründen der Sicherheit mehrere Tage offline. Die Firma wurde verkauft und haut einem jetzt nervige Werbung und ebensolche Sicherheitsabfragen um die Ohren.
Ich denke, ohne Schadenfreude oder Daten-Hysterie: In der Offenlegung von privaten Daten in sozialen Netzwerken müssen wir alle noch dazulernen. Ich hab da am Anfang auch Fehler gemacht - sag aber nicht, wo sie zu finden sind.
(Peter Turi in den Kommentaren)
Ich habe die letzten fünf Monate nachgedacht.
Und mich heute wieder angemeldet.
Ich freue mich, wieder dort zu sein. Andere auch:

Mo 16 Apr 2007
Ich bin am Freitag mit etwas in Kontakt gekommen, dessen Existenz mir zwar bekannt war, was ich aber irgendwie immer fernab meines Kosmos gesehen habe:
Trinkspiele
Genau genommen das Bierspiel. Es geht tatsächlich nur ums Saufen, ich war der Einzige, der sich über die Aussetzen-Felder freute. Und der peinlich genau darauf geachtet hat, auf keinen Fall mehr Bier zu trinken als gefordert. Wahrscheinlich der Einzige, der das alles nicht verstanden hat. Ich war nur zwei Runden dabei, danach stand ich bei der Raucherin auf den Balkon. Lieber passiv rauchen als aktiv saufen.
Und hätte mir der beste Freund drinnen den Rücken nicht freigehalten und mich laufend entschuldigt, wäre ich wohl als Spaßbremse des Abends in die Geschichte eingegangen. Später, als ich ihn in die Fachschaft brachte, dachte ich an Herr Lehmann.
Vielleicht fühlt man so, wenn man viele Stunden vorher zusammen in der Sonne gesessen hat.
Der Wind vertreibt die Wolken
An diesem ersten Sommertag
Wir genießen unsere Freizeit
Und trinken warmes Bier im Park
Do 5 Apr 2007
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LiteraturNo Comments
Ich habe heute ein Buch verschenkt. Ich verschenke in der Regel ausschließlich Bücher, von denen ich selbst begeistert bin oder war, und wie so häufig konnte ich mich bei diesem nicht an den Grund der Begeisterung erinnern - das kann ich auffallend selten, es ist auch keineswegs auf Literatur beschränkt; ich habe Bandnamen im Kopf, denen das Attribut «hörenswert» anhaftet, eine Assoziation mit Liedern fehlt jedoch vollständig.
Mit dem Buch wünschte ich eine ähnliche Freude, die ich damals hatte. Mir schien diese Formulierung die beste, war es doch in guter Erinnerung geblieben. Als ich vor zwei Stunden mein Exemplar aufschlug um die Geschichten wachzurufen, erschien der ausgesprochene Wunsch überaus unpassend. Das Buch macht seinem Namen alle Ehre, allein die ersten beiden Geschichten vernichten den Abend. Natürlich geht es um Liebe.
Damals hat alles gepasst. Ich glaube, damals war ich noch traurig.
Und eine wunderbare Stelle fehlt in den neuen Auflagen des Buches, die einzige, die einlädt zum Schmunzeln.
Kurzes Zwischenspiel…
…über das Thema Sparen: Ein Wort, zwei Sliben, sechs Buchstaben - welcher Klang! […]
Das ist «sparen». Es steht auch im Wörterbuch vor «Vermögen» und «Wohlstand».
(Wolfgang Borchert)
Mi 4 Apr 2007
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Gesellschaft1 Comment
Auf Konzerten stören mich doch immer die Menschen.
Da vorn der etwa, der schon als Kind der Freund war, über den man nicht redet. Heute lässt er sich das Rolex-Imitat von einem Kollegen aus China mitbringen und kann auch auf dem Konzert die optimierten Abläufe, die er als Bürofuzzi im mittelständischen Betrieb braucht, nicht ablegen. Darum gibt er seine und die leere Flasche des Kollegen, mit dem nie jemand spielen wollte und der nicht »Nein« sagen kann, vor der ersten Zugabe ab - weil die Theke schön leer ist.
Oder der Bootlegger im Jeansanzug mit seinem Mikro am Revers, der wütend abwechselnd zu mir und dann zu den Mädchen schaut, denen die Musik anscheinend nicht so gefällt. Die lieber reden und das Bootleg versauen.
Oder die von meiner Begleitung als Pinguin-Frau betitelte Mittvierzigerin mit dieser Brille, die jeder Aprés-Ski-Party würdig wäre. Die leider gar nicht singen oder tanzen kann. »Aber andere sind damit auch berühmt geworden« und lässt sich von ihrem weißhaarigen Begleiter etwas bringen, dass wie mexikanisches Bier aussieht.
Dann beugt sich der Mittelstandsingenieur zu meiner Begleitung, “wie cool” das doch sei.
Auf Konzerten stören mich doch immer die Menschen.
Mo 2 Apr 2007
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CatsNo Comments
Während Dons Katze ins Waschbecken kackt und Doreens Kater sein Revier auch drinnen markiert, lebt in meiner Wohnung der Herr Protestkotzer.

Ich war in der Vergangenheit anscheinend zu hart, wenn er ins oder unter das Bett kotzte. Zwar habe ich gestern einer Freundin erzählt, Katzenkotze sei gar nicht wirklich eklig, weil das Monster über eine Anstoß-Wende-Automatik verfügt und das Futter unverdaut retourniert, und rieche auch ganz fabelhaft, wie unverdautes Katzenfutter nämlich. Geht die Ladung jedoch darunter (Hier bekommt der das bestimmt nicht mit)… ich bin jedenfalls im Training, unmöglichste Stellen des batikfarbenen, stummen Zeugen unter meinem Bett zu erreichen.
Seit Neuestem, gern während meiner Abwesenheit, sucht er Berge sauberer Wäsche, die ich mit dem Gedanken ,,wenn ich nachher heimkomme…” auf dem Stuhl oder Bett drapiere. Gut erzogen, verschiebt er die oberen Lagen und ist darin wirklich gut (Hier bekommt der das bestimmt nicht mit).
Und dass ich dem Nachbarn vorgestern erzählte, es sei für mich eine erzieherische Maßnahme, weil ich alles sofort und gleich wegräumte, habe ich gestern vergessen, als ich dachte ,,wenn ich nachher heimkomme…”.
Eine ganze Welt hinter sich lassen
und alles mitnehmen, was man weiß
Wenn das ginge
hätte man eine Menge erreicht
(Locas in Love - To Get Things Straight)