August 2006


Ich bin in den letzten Tagen über einen Stapel sagenhafter Analogphotographien gestolpert, die der gute Freund vor zwei Jahren im Mai machte und entwickelte.

AnneAndi
Dennis und EvaDoreen und ich
DoreenIch

Zwar wirken die Bilder auf Fotopapier wesentlich atemberaubender, dennoch gibt es alle Bilder der Serie in dieser Galerie.
Danke, Jens.

Mangels eigener Gedanken:

Die bekannteste kurdische Kinderserie

PKKG

(via Outlog)

Jeder nur eine Rakete! Rumsfeld kann man ja alles mögliche nachsagen, aber Humor hat er: er will Interkontinentalraketen gegen die Terroristen einsetzen!1!!

»Nach den Vorstellungen von Pentagon-Chef Donald Rumsfeld sollen den auf U-Booten befindlichen Raketen die Atomsprengköpfe entfernt werden. Stattdessen sollen sie konventionelle Sprengköpfe erhalten. Ohne nuklearen Sprengkopf wäre der Einsatz weniger folgenschwer und daher eher vorstellbar, um gegen gefährliche Terrorgruppen schnell und präzise vorzugehen.«

Mhh, nun stelle man sich das mal vor, die Amis launchen eine Rakete in Richtung Iran aus einem ihrer Atomuboote. Nehmen wir weiter an, der Iran sieht die Rakete auf sich zufliegen. Was würdet ihr an deren Stelle denken? Oder die Chinesen, Nordkoreaner oder Russen? Sieht aus wie eine Atomrakete, fliegt wie eine Atomrakete, riecht wie eine Atomrakete, ist vermutlich eine Atomrakete. Oder? Aber macht euch keine Sorgen, Rumsfeld hat an alles gedacht.

»Die USA würden Russland über eine Umwandlung von Atomraketen “in völliger Transparenz” informieren, so dass es keinen Raum für Missverständnisse gebe. Außerdem würde “jeder in der Welt” 30 Minuten nach einem Einschlag wissen, dass die Rakete keinen Atomsprengkopf getragen habe.«

Scheiße wie diese kann man sich gar nicht ausdenken. Der Mann ist so unfaßbar dämlich, da fehlen einem die Worte. Oder vielleicht bereitet er eine Zweitkarriere beim Comedy Channel vor? (Danke, Sebastian)

(via Fefe)

Guten Tag, Tag.

Heute kam die traurige Freundin zum Frühstück, die morgens nichts isst.
Also tranken wir Tee, der nach Whiskey schmeckt; obwohl sie Whiskey nicht mag, gefiel ihr der Tee. Das ist nett.

Es sind die kleinen Dinge, die den verregneten Tag gut machen und das schlechte Gewissen, dass man seinen Wecker um anderthalb Stunden überschlafen hat, beiseite schieben. Wenigstens die Nachbarn müssen sich gefreut haben, dass ich alle zehn Minuten auf »später« drückte.
Es ist, wenn sie lacht.

Guten Tag, Tag.

Wer einen Server in einem öffentlichen Rechenzentrum stehen hat, sollte dafür Sorge tragen, dass Sicherheitslücken schnellstmöglich geschlossen werden.
Da wir normalerweise zu unserer Linuxdistribution gehörende Programmpakete verwenden, stehen zügig Fixes zur Verfügung.
Allein unsere Webmailoberfläche betreiben wir unabhängig von unserer Distribution und sind dort für das Schließen von Sicherheitslücken selbst zuständig. Weil wir die Software angepasst haben, drücke ich mich auch so gut es geht vor dem Einspielen der aktuellsten Versionen, weil die Änderungen natürlich jedes mal neu eingepflegt werden müssen… Vorhin hatten wir eine Diskussion, wer diese Anpassungen damals wohl gemacht hat. Ich war mir ziemlich sicher, das nicht gewesen zu sein.

Wer hat die Änderungen zu verantworten?

In Kürze wird sowieso alles besser.

Ich sollte Sony wirklich dankbar sein. Während deren Akkus anderswo Laptops flambieren, bekomme ich im Rahmen des Austauschprogramms von Apple wieder einen neuen - mittlerweile den zweiten. Keine meiner Batterien wurde älter als vierzehn Monate; wenn das so weitergeht, spare ich eine Menge Geld. Wer behauptet, Apple-Computer seien teuer, sollte sich in den Themenkomplex total cost of ownership einarbeiten. ;-)
Bei solchen Austauschaktionen muss ich mich aber immer wieder fragen, wie die sich das vorstellen (ich habe nicht umsonst einen Laptop gekauft):

After removing the recalled battery from the iBook or PowerBook, consumers should plug in the AC adapter to power the computer until a replacement battery arrives.
[…]
It may take up to 4 to 6 weeks for your replacement battery to arrive.

Frustrierend dagegen die Suche bei Google Images nach einem bestimmten Produkt. Innerhalb der ersten zehn Ergebnisse führen zwei Treffer auf Seiten, die mich mit den folgenden Worten begrüßen:

Das Angebot ist beendet bei einem Höchstgebot von EUR xxx,xx. Sie wurden leider überboten.

Oft ernte ich entsetzte Blicke, wenn sich herausstellt, dass ich damals anstatt Menschen zu pflegen oder Essen auszufahren bei der Bundeswehr gewesen bin. Ich erzähle das nicht oft, weil diese Zeit eine verlorene war - sicher hätte man in den zwölf Monaten (beim Ansprechen der freiwilligen Wehrzeitverlängerung folgt immer ein zweites »Aah!«) wesentlich Sinnvolleres machen können.

Das ultimative Aufstöhnen kann ich meinen Zuhörern schließlich mit der Erwähnung der freiwilligen Verpflichtung als Unteroffizier der Reserve entlocken. Unteroffizier deswegen, weil mir dann ein Einsatz am Standort Gießen (mitten in der Stadt) sicher gewesen wäre, was zum Zwecke von (bestbezahlten) Wehrübungen während der Semesterferien durchaus verlockend klang.
Nicht eine dieser Übungen habe ich seit Beginn des Studiums absolviert, nicht einmal den obligatorischen Unteroffizierslehrgang. Konsequenterweise wurde das Dienstverhältnis zwischen der Bundesrepublik Deutschland und mir heute beendet.

Umfrage vom CSU Ortsverband Nabburg

(Link via fefe)

Guten Tag, ich hätte gern einen Tee, der glücklich macht. Es kommt eine traurige Freundin zu Besuch.

Es gibt Tee mit Whiskeygeschmack, den ich gerade am Fenster genieße, vor dem die tote Ratte zur Touristenattraktion avanciert.

Während ich mich durch die einhundertzweiundzwanzig Seiten starke »Teeliste« des Ladens arbeite, über dem ich wohne, fächert mir die Verkäuferin abenteuerliche Lüfte zu, aus denen ich meine Nachmittagsgesellschaft auswählen soll.
Wie damals im Brillengeschäft scheitere ich an der finalen Entscheidung und kaufe alle in Frage kommenden Kandidaten.

Mein Whiskey on the Rocks besteht aus Caramel-Kandis.
Und er macht froh.

Frustrierend ist, wenn man sich den ganzen Nachmittag durch gigabyteweise Accounting-Daten kämpft um festzustellen, dass die (fremde) Software diese Daten keineswegs nach einer festen Struktur erstellt, sondern die Spalten innerhalb der Datei variiert. Dies resultiert in stundenlangen Bemühungen, eine verwertbare Datenbasis zu schaffen, aus der die selbstgeschriebenen Statistiktools tatsächlich sinnvolle Ergebnisse generieren können.

Teekanne

Frustrierend ist, wenn man feststellt, dass diese Ergebnisse nur einen begrenzten Nutzen haben, weil das Anwenderprofil den Anforderungen im Projekt widerspricht. Haarig wird es, wenn man trotzdem mit ihnen das Projekt rechtfertigen muss.

Diese Veröffentlichung ist schuld daran, dass ich in den letzten Tagen ständig (und ausschließlich) grünen Tee trinke und mir die Nachmittage und Nächte mit Scripten um die Ohren schlage.

(Der phantastische Titel stammt aus dem gleichnamigen Lied der Band My darling YOU!. Danke Julia.)

Wenn man absichtlich auf dem Fußboden liegt, fragt man sich, wie lange man schon nicht mehr absichtlich auf dem Fußboden gelegen hat. Bei mir muss das irgendwann in der Zeit gewesen sein, in der ich mit dem Legospielen aufhörte.
Außerdem fällt mir ein: Das waren nicht die schlechtesten Momente.

In der Gasse eine tote Ratte, die Polizei hält mit Blaulicht vorm Haus.
Das beschreibt die Tage schonmal ganz gut.
Wenigstens habe ich heute fünf Stunden am Stück geschlafen, so viel wie lange nicht mehr.

  • Ich kann mich noch gut an das Geschrei erinnern, als man mit dem digitalen Telefonbuch D-Info damals den Namen zu einer bestimmten Nummer herausfinden konnte. Es gab sogar, wenn ich mich recht entsinne, ein gerichtliches Verbot dieser “Invers-Suche”.
    Heute liegt meiner T-Mobile Rechnung ein Werbeprospekt bei:
    Die 11 8 33 gibt Ihnen auch Adressen von Freunden, oder findet heraus, wer hinter einer unbekannten Rufnummer auf Ihrem Display steckt (Inverssuche).
    [Fußnote: Nennung des Teilnehmers, wenn dieser der Veröffentlichung seiner Daten zugestimmt hat.]

    Fragt sich, wie diese Zustimmung aussehen soll. Eine gesonderte Frage nach der Veröffentlichung von Daten bei einer Invers-Suche habe ich nie gestellt bekommen. Ich bin froh, in keinem Telefonbuch zu stehen.

  • SpOn: Merkel hat ihre Wähler enttäuscht.
    Das die Kanzlerin in der Wählergunst gesunken ist, liegt nicht nur am propagierten Identitätsverlust ihrer Partei, sondern auch an ihrem Gesicht. Längst werden Politiker nicht mehr ausschließlich nach ihrer Leistung gewählt, das Aussehen und die Souveränität bei Auftritten spielen eine nicht zu unterschätzende Rolle. Dies ist bestimmt auch dafür verantwortlich, dass Platzeck als SPD-Vorsitzender gescheitert ist und Kurt Beck kaum Sympathisanten als Kanzlerkandidat genießt.
    Roland Koch stellt als Ministerpräsident von Hessen lediglich jene die Regel bestätigende Ausnahme dar.
  • Die Süddeutsche Zeitung schreibt heute in ihrer Printausgabe: »Schlaue Grantler - Schlechte Laune ist ein Zeichen Intelligenz«.
    Meine Freude wich bereits im ersten Absatz.
    Freundlichkeit und Offenheit […] seien nur bei Jüngeren ein Zeichen für einen hohen IQ. Im Allter seien es eher die Bärbeißigen […], die sich als intelligent erweisen.

  • Das Studentenwerk der Universtität Marburg bietet den Speiseplan der Mensa als RSS-Feed an: Übersicht der RSS-Feeds

Auf das Naheliegendste kommst du immer zum Schluss. Und - das ist die Tragik - nicht einmal allein.

Das Telefon klingelt, Vorfreude gedämpft durch den Namen im Display, der nicht der erwartete ist. Wie lange haben wir uns nicht gehört, nein, mir geht es nicht sehr gut, genau genommen geht es mir, wie ich mich anhöre.
Aber du hörst dich gut an und ja, ich freue mich, dich zu hören. Ich freue mich wirklich, auch wenn ich eben einem Freund versicherte, auf Telefonieren heute bestimmt keine Lust mehr zu haben. Das hat vielleicht zwei Minuten gestimmt, die anderen zehn waren nett. Ich denke, während Worte aus mir heraussprudeln, des Zuhörers dankbar, du tust gut.

Ich weiß selten, wo du bist, von wo du dich meldest. Aber eines weiß ich doch immer: Du bist da. Zu oft habe ich dir dafür Nachrichten geschrieben zu unmenschlichen Zeiten, die die deinen sind. Immer kam Antwort.
Ich weiß, du willst das nicht hören: Danke.
Und: Ich freue mich auf Samstag. Wirklich.

Früher

  • war es auch nicht besser
  • war es aber einfacher
  • war ich vielleicht glücklicher

Was ich früher jedenfalls war, kann man mit “begriffsstutzig” ganz prima umreißen. Ich erinnere mich an Abende in der Schule, es muss eines unserer ersten Konzerte gewesen sein und wir waren wirklich schlecht, aber das Mädchen stand da vor mehr als zehn Jahren. Es war ein Mädchen, wie solche Mädchen sind. Unnahbar irgendwie, auch wenn man der Gitarrist einer Band ist.
Vor einigen Wochen sagte sie mir, dass sie das Gleiche dachte. Und so sitzen wir dann gegenüber, wissen kaum etwas zu sagen und ich komme mir blöd vor.
Der Freund, der mir letztens erzählte, dass früher die andere nur von mir erzählte, ob ich das nicht gemerkt hätte?

Ich sehe diese Freunde vor mir mit ihren Sätzen, in zwanzig Jahren vielleicht, wenn das wieder nichts geworden ist.
Aus falschem Stolz einmal zu wenig angerufen.

In Hamburg gibt es die schönsten Menschen -
Dir glaub ich’s gern

Ich habe den Geruch in der Nase von Kinder-Pharisäer, den es ganz früher zu Hause immer gab, wenn draußen ein ungemütlicher Sonntag war. Ich weiß noch, wie die Sahne schmeckte und wie sich der alte Tisch anfühlte, der mir immer das Gefühl gab, zu Hause zu sein. Ein Gefühl, dass ich nicht mehr kenne.
Leo an einem Sonntag im April
Draußen regnet’s, ich fühle mich wie damals, als ich merkte, ein komplettes Zelt hat man nur zu zweit, und hätte jetzt lieber wen anders als diesen Computer und zig Seiten Dokumentation vor mir. Überdies ist Schreibtischarbeit gerade ungeeignet, in Kombination mit der Musik führt das zu Gedanken, die kaum ausgesprochen so lächerlich wirken. Sofortige Einweisung, Diagnose: vorerst verloren.

Kann das mit ihr noch was werden, obwohl ich mich nicht einmal mehr schick für sie mache? -
Nein.

Für dich ruiniere ich mir sogar meine Knie.

Was ich leider gar nicht kann, allerdings gern beherrschen würde, ist das Sich-In-Arbeit-Stürzen, wenn es einem nicht so gut geht.
In was ich prima bin, sich kopflos in Sachen stürzen, damit der Aufprall schön schmerzt. Und ich habe nicht das Gefühl, als hätte ich in meinem Leben irgendwas auf die Reihe bekommen. Sogar objektiv gesehen habe ich da Recht, und gerade darum müsste ich Punkt eins unbedingt beherrschen.

Ich werde gerade verrückt.
Schön, dass du dabei bist.

Es ist alles auf dem Prüfstand.
Alles ist auf dem Prüfstand.
Alles muss raus.

Wieso kann man nicht einfach schreiben, wenn man glücklich ist?
Wieso kann man einfach nicht schreiben, wenn man glücklich ist?

Was sollen das für Lieder werden?
Ich schreibe Briefe, die erklären, warum ich keine Briefe schreibe.

Was hat denn der für eine komische Stimme?

Meine sympathische Begleitung würde den kleinen Jungen am liebsten knuddeln, ich merke es ihr an, wie sie lacht. Überhaupt habe ich erst vorgestern gelernt, dass kleine Kinder nicht immer das personifizierte Böse, der Antichrist am Nebentisch sind. Dass es dazu einen Italiener im Hamburger Alsterviertel Winterhude braucht, hätte ich mir nie vorstellen können.
In Winterhude sind sogar Tischnachbarn sympathisch, die aussehen wie Victoria Beckham, aber vielleicht haben mir die letzten Stunden sämtliche Objektivität geraubt.

Ich habe mich nie vorher von einem Lausbuben beim Eiskaufen beraten (war dann auch eine komische Mischung… der Schlingel!) und mir erzählen lassen, er wäre mit der Schwester nicht ganz zufrieden und hätte lieber einen Bruder.

Du bist doch nicht etwa schwermütig?
- Vielleicht ein bisschen sentimental. Gestern war schöner.

Gott,
ich liebe Blumfeld
und ich liebe Hamburg
aus verschiedenen Gründen.

Und die Langform gibt es morgen.
Vielleicht.
Danke.

Und was soll ich jetzt hier?
Soll ich auf die Lahn schauen und mir sagen, das sei die Elbe?
Weißt du denn, wie sinnlos alles hier ist?
Wegen dir.