Stammtisch! Dass die hiesige Anarchistische Pogo Partei ihren allsonntäglichen Stammtisch an die Ufer des lokalen Flusses verlegt und uns (zwei Personen, die nicht genannt werden möchten und mich) dazu einlädt, ist toll. Also schnell ein politisches T-Shirt übergestreift, dass mir in den Tagen vorher durch glückliche Fügungen zugespielt wurde und nichts wie los.

Kaum angekommen - etwa fünfzig Minuten zu spät - wurde ein anwesender Neunzehnjähriger zum Grill-Sergeant ernannt, die ganze anwesende Partei (fünf Menschen) kicherte über den geschickten Schachzug, der immer wieder aufgewärmt wurde durch die Beteuerung, man könne sich schließlich Ämter schaffen “noch und nöcher”. Jener »Grill-Sergeant« war es dann auch, der die Hälfte meines Grillkäses mit beeindruckender Geschwindigkeit in der Glut verschwinden ließ (zugegeben, er war porös); Grillkäse legt man idealerweise quer auf das Rost und nicht längs. Wenig später wurde mit einer »Brotschleuder« hantiert, die nach dem Grillen dem Lagerfeuer überantwortet wurde; neben uns schüttete ein Partei-Mitglied sein Herz aus. Später fiel der Satz des Abends:

Hart wird man nur,
indem man sich viel gefallen lässt.

Neben dem Humor, den ich offensichtlich nicht teile, war das Odeur das Schlimmste des Abends. Der Fäkalgeruch mag vom Gewässer herrühren, einen Fluss habe ich allerdings nie schwitzen sehen.