Während die APPD sich vor den unregelmäßigen Schauern unter dem Vordach der Sparkasse versteckt und Selbstgekochtes verteilt (eher: verteilen möchte, denn kein Passant traut sich, den Weg durch die Traube von Punks zu bahnen), steht einhundert Meter entfernt der Sonnenschirm mit CDU-Wimpeln, unter dem (vermutlich) der Spitzenkandidat seinem (vermutlich) Wahlkampfleiter letzte Instruktionen erteilt.
Ich muss an die ältere, kettenrauchende Dame denken, die vor dem Kaufhaus der Stadt unter einem gleichen Sonnenschirm Luftballons an nicht Wahlberechtigte verteilt - die von der CDU sehen doch alle gleich aus.

Ich mag keine Lanze für die Pogo-Partei brechen, guten Gewissens kann man diese Gesellen in keine Verantwortungsposition lassen. Aber die Klons der christlichen Demokraten machen mir Angst - herabgestiegen aus den Wahlplakaten, geschminkt und gepudert wie im Fernsehstudio und sich ähnelnde Gesichtszüge rufen die Assoziation des frustrierten Ortsvorstehers oder des erwachsenen Sohnes eines örtlichen Bauunternehmers in gehobener Position hervor, der niemals dieses Kaff verlies.

»Politik muss so einengend sein« möchte man dem Berufssohn zurufen, während man Ersatz für den abgelaufenen französischen Quark nach Hause trägt.
Ich sehe Vater und Sohn im geklinkerten Mittelklassehaus, draußen gibt es selbstgemachten Kuchen von Mama. Und die wirklich wichtigen Themen.

[Update: 00:35 Uhr]
Da ist wohl der Sohn nach dem Tennisunterricht über ein wichtiges Kabel in Papas Keller gestolpert. Marburg ist offline.
Zum Glück ist der Sonntag eine Stunde kürzer.

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