Januar 2006


Es gibt nichts Schöneres als jemanden, der genau dann an unsere Tür klopft, wenn wir gerade das Gefühl haben, von aller Welt verlassen zu sein.

So stand es auf der Karte, die ich heute morgen im Briefkasten liegen hatte - nein, falsch - die ich heute morgen im Briefkasten hätte haben sollen, aber weil mein Briefkasten hinter der Haustür ist und der Postbote einen Schlüssel hat, der Absender, der sie persönlich einwerfen wollte jedoch nicht, öffnete ich die Tür, nahm die Karte, sagte “Danke” ohne sie zu lesen und ging zurück in meine Küche, die mein Zimmer ist.
Später dann drehte ich sie herum.

Manchmal reicht es auch schon, wenn er sie öffnet!
Danke, dass deine Tür immer offen ist und du mir immer ein Lachen ins Gesicht zauberst!

Ich war heute nacht in Hannover in dieser befreundeten WG, die ich gar nicht kannte. Ich weiß nicht mehr, wie es anfing und ich weiß nicht mehr, wie es endet.
Es waren alle da, von denen man das am wenigsten erwartet. Menschen von früher, Menschen von heute und Menschen von morgen. Yala und ich gingen später auf eine Lesung, doch ich erinnere mich nur an die Menschen. Wenn man sich nicht manchmal sieht, trifft man sich im Traum.

Und du warst auch da.
Du und deine Freunde.

Stunden später, auf einer Gartenparty, singt Matthias die neuen Tomte-Lieder falsch. Während ich im Haus mit Dennis und Sven über angemessene Hochzeitsgarderobe diskutierte, stürmt Franz Müntefering ins Zimmer. “Sie kennen mich nicht, aber ich kenne sie!” Worauf er mir lächelnd erwidert: “Das war ganz schön flach.”

Du hast gelächelt und ich sagte dann

Sincerely,
Thees Uhlmann

Die Zeiten, in denen mich so etwas genervt hat, sind endgültig vorbei. Gestern bereitete mir dieses Video, das ich beim Wohnzimmerhostblogger fand, einen formidablen Start in den Tag.

Dancing

Ein toller Beginn für den schlimmsten Tag dieses Jahres und ein Hoffnungsglimmen am Horizont. Denn für 2006 verrät Wikipedia:

Astrologisch: In der chinesischen Astrologie wird es ein Jahr des Feuer-Hundes

Und ein Fundament, auf das man bauen kann. Wer nicht die diesem Jahr innewohnende Dynamik erkennt, ist fast selber schuld. Deshalb (und weil ich erkennen musste, dass ich nach 6-7 Stunden Schlaf viel weniger gut aufstehen kann) werden die Nächte zusammengekürzt. Entlassungsproduktivität.
Ich kokettiere mit dem roten Weißen meiner Augen.

Great BrillainHeute abend wurden im Linguistik-Seminar erste Ergebnisse der Auswertung von eMails präsentiert. Eine der Arbeitsgruppen beschäftigte sich mit den sprachlichen Mitteln in Spam-Mails. Der Korpus von zwanzig eMails kann nicht repräsentativ sein, doch ein nicht geringer Teil der untersuchten Nachrichten bestand aus vermeintlich sinnlosen, um einen Link gruppierten Texten.

Die Spekulationen schossen wie einst im Deutsch-Leistungskurs aus dem Boden, die Phrasen verliehen eine persönliche Note, vielleicht sollten sie gar die Aufmerksamkeit des Lesers erwecken, was voraussetzt, dass dieser seine (offensichtlichen) Spam-Mails tatsächlich liest. Schaue ich meine Freunde an, wird das in den seltensten Fällen vorkommen.
Ihrer Illusion beraubt, fiel die Reaktion der Dozentin entsprechend dysphorisch aus, als Matthias in wenigen Sätzen erklärte, diese syntaktisch korrekten aber semantisch unsinnigen Sätze dienten zum Überlisten der Spamfilter.

Im LK hatte ich oft das gleiche Gefühl dieses zwanghaften Suchens nach bedeutungsschwangeren Sätzen und Situationen. Heute habe ich Übung und Tischnachbarn, die das ähnlich sehen.
Goethe schrieb die meisten Sätze auch bloß, um Kritiker ruhigzustellen.

Schön, dabei fühl ich mich grade sehr sehr müde… warte darauf, dass die Wirkung des Koffeins einsetzt und mich wieder hochzieht…

Man könnte meinen, dieser Satz einer Freundin ist in den letzten Nächten der Leitfaden und Masterplan. Angefangen mit zwei Nescafé Xpress, die tatsächlich wirkten, habe ich heute einen zweiten Versuch bezüglich meiner Koffeintabletten gemacht. Die Einnahme der ersten Tablette vor ein paar Wochen war ein K(r)ampf, da ich einen sehr ausgeprägten Würgereiz und damit bei Schluckmedikation große Probleme habe. Während auch heute die erste Hälfte der Tablette gleich wieder in die Spüle flog und ich wenig Lust auf Durchgang zwei bis fünf hatte, die allesamt ähnlich verlaufen wären, löste ich die Tablette in einem Glas Wasser, was den widerlichen Geschmack beim Draufbeißen (in der Regel mein erster Versuch, Tabletten zu entschärfen und daher seit der ersten Dragee bekannt) entschärfte. Ob die Wirkung gegeben bleibt, zeigen die nächsten Minuten.

Meine erste Koffeintablette war noch in ganz anderer Hinsicht ein Misserfolg: Wenige Minuten nach dem Konsum schlief ich ein.

Wenn ich bei einem Spiel sofort am Anfang verliere oder fünfmal hintereinander, dann werde ich auf einmal sauer. Dann fange ich an, zu dem Spiel Schimpfwörter zu sagen.
(Schüler, 13 Jahre)

An die Spiele auf meinem ersten Computer kann ich mich nicht mehr genau erinnern, weiß nur von einem, in dem man ein Trampolin horizontal bewegen und vom Dach springende Männchen auffangen musste. Ob ich damals schon ausrastete, wenn mein Trampolin zu langsam war, weiß ich nicht bestimmt, es läge aber im Bereich des Möglichen.
Denn heute wird auf manchen Familienfeiern noch immer die Geschichte erzählt, in der meine Uroma mich beim Mensch-ärgere-dich-nicht nie herauswarf (sondern ihre Figur immer ein Feld vor oder hinter mich setzte). Auch das hatte gute Gründe.

Wenn ich etwas im Spiel nicht schaffe, dann mache ich immer weiter, bis ich es schaffe. […] Das geht an die Nerven. Ich habe schon einmal einen Gameboy von mir kaputt gehauen, weil ich nervös war.
(Schüler, 11 Jahre)

Später dann, als ich Spiele mit einem Joystick spielte, musste ich zeitweise wöchentlich für Nachschub sorgen, bis ich auf die Idee kam, den angeschlossenen Joystick zu schonen und stattdessen seine ohnehin lädierten Kollegen an die Wand zu werfen. Gleichzeitig hatte ich mich damit vom ewigen Problem des Aufstehens befreit, da ich eine eindrucksvolle Armada zerstörter Eingabegeräte mein Eigen nennen konnte.

Wenn ich z.B. in ‘nem Level bin und merke, das schaffe ich nicht, dann denke ich: verdammt noch mal! Und ich schaff das nicht, dann hol’ ich mir meine kleine Schwester: Mach das mal für mich.
(Schülerin, 15 Jahre)

Dass ich heute nicht mehr spiele, hat damit allerdings wenig zu tun. In den paar Nachmittagen der letzten Jahre, die ich an einer Spielkonsole verbracht habe, sind die Ausraster deutlich seltener geworden. Bevor ich heute ins Joypad beiße, schalte ich das Gerät lieber ab und finde mich auch damit in der Studie “Warum eigentlich spielt jemand Computerspiele?” von Jürgen Fritz, aus der die Zitate stammen.
Ich werde allerdings noch immer fuchsteufelswild, wenn mir im Mariokart-Duell ein Mensch, den ich ständig verschone, die Panzer ins Auto schießt.

Dass vorgestern Doreens und meine Domains wieder auf die Webkommune gezogen sind, kann man am nebenstehenden Traffic deutlich erkennen:

Traffic auf der Webkommune

Warum der Graph am rechten Rand rapide absackt? Es kam, was kommen musste - heute abend brach der Server zusammen. Ein Zusammenhang mit unserem Umzug mag ich vorerst ausschließen, obwohl der Zeitraum verdächtig ist.
Unser Provider hatte heute abend Probleme im eigenen Rechenzentrum, aber auch nach Behebung dieser ist die Webkommune noch nicht erreichbar und der vor drei Stunden abgegebene Reset-Auftrag wurde offensichtlich nicht mehr bearbeitet. Die Fehlersuche können wir erst nach einem Neustart beginnen, da wir auch über SSH keinen Zugriff auf die Maschine haben (bzw. die Verbindung sofort zusammenbricht).

Die Lösung für (mindestens) dieses Wochenende ist eine altbewährte: Doreens und meine Domains (www. bzw. blog. nicht vergessen!) werden jetzt wieder auf dem Server unter meinem Bett gehostet. Und für die Zukunft kann bei Problemen immer die status-Subdomain unserer Webseiten befragt werden, zum Beispiel also

http://status.fallenbeck.com

Es ist die Zeit der Gastblogger. Während Doreen ihren Großonkel (o.ä.) einführt, habe ich gestern meinem Ghostwriter (Link folgt später) eine Gute-Nacht-Geschichte erzählt, die heute redigiert zurückkam.

Es war vor langer, langer Zeit
Als ich noch ein Junge war, mein Opa regelmäßig aufs Land und meine Oma mir durchs Haar fuhr, bevor sie in benachbarte provinziale Städtchen radelte, um Besorgungen zu machen, während ich mich für Bonbons und Schneckenhäuser begeistern konnte.
Ich weiß noch, wie es damals roch, immer wenn Oma frische Mandeln mitbrachte. Jahmarkt und siebenundvierzigelf.
Eines Tages, Oma war unterwegs, mein Opa nicht zu Hause, wie ich es am Telefon zu sagen hatte, klingelte es an der Tür.
Natürlich kannte man jeden im Dorf. In seiner Altersklasse sowieso,
aber dieses blonde Mädchen hatte ich noch nie gesehen.
Das war das erste mal, dass ich - ohne das Wort zu kennen – Korkenzieherlocken auf den Lippen hatte.
Schwimmen gehen wollte sie, in einer richtigen Badewanne. Sie hätte so lang unterwegs gewohnt, da hätte man keinen Stauraum für stehende Gewässer, hatte der Losbudendieter wohl gesagt.
Sie schmiss ihren Rucksack in die Ecke, zog die grünen Gummistiefel aus, seufze und schaute mich aus großen Augen an.
Heute denke ich oft an sie, wenn mir mein Katertier nachts mit weiten Pupillen ins Gesicht starrt. Vielleicht weil ihre Zöpfe so wippten wie er das mehr recht als schlecht mit dem Schwanz fertig bringt. Vielleicht aber auch nur, weil Katzen so lautlos sein können.
Ich drehte mich kurz um, wollte Milch und Honig wärmen, wie Oma das tat, wenn mir kalt war, doch während ich mit meinen Kindergedanken noch ihren bläulich schimmernden Händen und dem Gedanken an fahrende Duschen nach hing, war ich mittelmäßig überrascht, als ich ihre Arme von hinten um meine Brust spürte. ‚Ich bin anstrengend”, sagte sie. ‚Ich Niels“, antwortete ich gefasst.
Na, du kannst dir denken wie’s kam.
Traue niemals einem Kind in Gummistiefeln, denn als ich mich umdrehte, roch es leicht nach Mandelkern, ihre Stimme hallte leise noch in mir und ein paar Stiefel dampften vor der Tür,
aber ich stand allein, mit Honig, Milch; heut mit Bier.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass sie mich beobachtet
und manchmal bilde ich mir ein, ich wüsste, wo sie wohnt.
‚Du bist toll.“ das wollte ich ihr noch sagen,
wenn ich sie das nächste Mal sehe. Werde es sagen und natürlich das mit dem doppelten Wortsinn abstreiten, jedenfalls ist dies das Geheimnis, warum ich keine Mandeln essen kann, ohne ein Grinsen zu unterdrücken.
In der Ecke ruckt noch ein Sack. Faul starrt er mich an aus der Nacht.
‚Ende?“
Erst, wenn ich sie gefunden habe.

Eine kurze Kaffeepause, bevor es an die letzten vierzig Seiten geht.

Auf meiner Suche nach einem vollwertigen Terminal für das Dashboard des neuesten Apple-Betriebssystems stieß ich auf das MindTerm Widget von Kazuharu Arakawa. Dies lädt ein über 1800 Tage altes Java-Applet aus Zeiten, in denen MindTerm noch unter der GNU Public License stand.

mindterm_login

Da ich wenige Probleme habe, nicht ganz so freie Software zu benutzen, habe ich das Widget umgebaut, so dass es jetzt mit der aktuellsten Version von MindTerm funktioniert. Dazu hat man den Vorteil, dass man auch folgende Versionen des MindTerm-Applets einsetzen kann.

Weil MindTerm jetzt nicht mehr einfach so weitergegeben werden darf, es aber für den privaten Gebrauch kostenlos ist, müsst ihr es euch selbst herunterladen. Die Installation des Widgets ist daher auch etwas aufwändiger als die eines Standard-Widgets:

mindterm_loggedin

  1. Herunterladen meines Widgets (48 KB)
  2. Anschließend entpacken und installieren wie bei jedem anderen Widget auch. Trotz des Nicht-Funkionierens auf “Behalten” klicken, weil sonst das Widget gelöscht werden würde. Danach kann man das Widget erst noch einmal vom Dashboard entfernen
  3. Herunterladen der aktuellsten MindTerm Binaries (992 KB) Version 3.0.1 von AppGate. Dazu kann man sich auch den Source und die JavaDoc herunterladen: Download-Seite
  4. Entpacken des Archivs
  5. Im Finder zu folgendem Pfad wechseln ~/Library/Widgets/ (wobei ~ das Home-Verzeichnis des aktuellen Benutzers ist, also z.B. /Users/fallenbeck/)
  6. Klick mit der rechten Maustaste (STRG-Maustaste) auf MindTerm.wdgt –> “Paketinhalt zeigen”. Es öffnet sich ein neues Finder-Fenster mit dem Paketinhalt des Widgets
  7. Kopieren der Datei mindterm.jar aus dem vorhin entpackten Ordner mindterm-3.0.1 in den Paketordner des Widgets
  8. Widget ganz normal zum Dashboard hinzufügen

Im Anschluss steht auf dem Dashboard ein Terminal zur Verfügung, mit dem man bequem auf der Shell arbeiten kann.

Hinweise:

  1. Man kann im Terminal Scrollen mit “Shift-Fn-Pfeil hoch” bzw. “Shift-Fn-Pfeil runter” (auf einem mobilen Apple-Rechner). Für Desktop-Apples heißt das wohl “Shift-PgUp” und “Shift-PgDown”.
  2. Wenn man sich ausloggt, wird der Login-Bildschirm erneut angezeigt. Es funktioniert aber kein anderer Server als localhost. Die Fehlermeldung taucht in einem extra Fenster auf, während das Dashboard im Vordergrund bleibt und ist daher nicht gleich sichtbar. Nach dem Ausblenden des Dashboards und dem Bestätigen der Fehlermeldung kann man sich erneut einloggen. Gleiches gilt auch, wenn man einen Tippfehler im Usernamen und alle sieben Versuche zur Passworteingabe aufgebraucht hat.
  3. Auch wenn ein direktes Einloggen mit MindTerm nur auf dem lokalen Rechner möglich ist, kann man sich von der Shell natürlich auf entfernte Rechner verbinden.

You never get anything done around here between 9 and 5!

(DeMarco, Lister - “Peopleware”, Kapitel 8)

Nach meiner Propaganda für das frühe Aufstehen habe ich diese Woche die Nachtstunden für mich entdeckt. Wer braucht schon Schlaf, wenn es Kaffee gibt. Und weil Nescafé Xpress verhältnismäßig teuer ist, habe ich mir eine Wiener Melange ins Fenster gestellt und zwei Stunden gewartet. Schmeckt ähnlich, ist billiger, bloß muss ich zwei Tassen trinken, um eine vergleichbare Koffeinmenge zu konsumieren.

Zum Anderen wären da noch die Koffeintabletten, die eine zweite Chance verdient haben, weil ich nach dem letzten Konsum stante pede einschlief. Obwohl keine der letzten Nächte länger als vier Stunden war, fühlt sich das gut an.

Wer später bremst,
ist länger schnell

(via Straßenwahn)

Für die kaputten Lampen habe ich eine Rückerstattung bekommen, damit ist für mich die Sache abgeschlossen. Auf eine Rückmeldung wegen des Faxgeräts warte ich trotz erfolgter Überweisung noch immer.

Die Odyssee unserer Webseiten liegt noch nicht allzu lange zurück. Damals zogen unsere Blogs auf den Webspace eines anderen Anbieters, weil die Webkommune den einen oder anderen Ausfall hatte, was im Hinblick auf den eMail-Verkehr sehr unangenehme Folgen brachte.Mein Arbeitsplatz
Nun erzeugte Doreens Blog in den letzten Tagen dermaßen viel Traffic, dass wir bei unserem Anbieter knapp unter der erlaubten Obergrenze liegen. Jede Überschreitung kostet 4 Euro pro Gigabyte, der nächsthöhere Tarif schlägt mit einem satten Mehrpreis von 11 Euro zu Buche, was allerdings bei dieser Entwicklung noch immer die ökonomischere Variante wäre.
Ab sofort werden daher die Webseiten wieder komplett auf der Webkommune gehostet - dieser und Doreens Blog laufen schon dort, die restlichen Seiten ziehe ich im Anschluss um -, eMails jedoch verbleiben weiterhin bei dem anderen Provider, damit wir hier von Ausfällen verschont werden. Diese Lösung erlaubt auch eine Abstufung in einen günstigeren Tarif.
Die Webkommune hat neben dem viel höheren Trafficvolumen noch einen entscheidenden Vorteil: Die Datenbanken lassen sich einfach per rsync sichern.
Apropos, was ich damals schon ahnte: Seit wir unsere Seiten von der Webkommune abzogen, gab es dort keine Probleme.

Nach der Freude folgt eine Enttäuschung auf dem Fuß: Das GLS-Paket mit den beiden Lampen ist heute gekommen. Nach dem Öffnen bot sich mir ein Bild des Grauens: Beide Lampen zerbrochen, aus einem Lampenschirm ist ein Stück herausgebrochen und die beiden Leuchtmittel zerschlagen.

Kaputte Lampe

Während ich eine Lampe in einen Zustand bringen konnte, mit dem ich gut leben kann, habe ich die anderen Schäden an den Verkäufer gemeldet, der sich jetzt an GLS wenden soll.

Dabei waren die Lampen recht ordentlich verpackt. Für ein Fußballspiel in den GLS-Lagerhallen war das Paket eindeutig zu schwer und zu groß, also muss es in den Hallen des Versandunternehmens zugehen wie beim olympischen Weitwurf. Dass mit Paketen alles andere als zaghaft umgegangen wird, bestätigte mir auch ein bei UPS arbeitender Freund, welche Kräfte dort walten, lässt sich jetzt etwa erahnen.

to be continued…

Ich habe mir ein Faxgerät gekauft. Natürlich habe ich mir ein gebrauchtes Faxgerät bei ebay ersteigert, denn die Neupreise sind gemessen an meinem vermutlichen Faxaufkommen indiskutabel.
Immer, wenn ich bei ebay etwas kaufe, durchsuche ich die Auktionen mehrere Stunden, fülle meine Beobachtungsliste mit einer stattlichen Anzahl infrage kommender Gerätschaften und entscheide dann, in welchen Auktionen ich Gebote abgebe. In der Regel bin ich ein schneller Käufer, habe keine Angst vor der “Sofort Kaufen”-Option und warte recht selten auf ein Schnäppchen, von deren Existenz ich bis heute (jedenfalls bei ebay) nicht überzeugt war.
Faxgerät
Doch am Abend machte sich bezahlt, dass ich in den letzten Tagen mehr als zwanzig Faxgeräte gebotslos auslaufen ließ. Wie schon in den Feiertagen zwischen Weihnachten und Silvester explodierten häufig die Preise und Höchstgebote überschritten nicht selten die Sechzig-Euro-Marke, für mich und diese nicht unbedingt notwendige Spinnerei viel zu teuer.
Warum ich heute abend also für 1,50 Euro den Zuschlag erhielt, bleibt ein Rätsel und die anfängliche Freude wich der Besorgnis, irgendetwas Wichtiges in der Artikelbeschreibung übersehen zu haben. Dort ist nur die Rede von einem “etwas hakelig[en]” Papiereinzug, der mit 90-Gramm-Blättern allerdings sauber funktionieren soll. Zwar sind die Versandkosten in Höhe von 15 Euro gepfeffert, zusammengenommen aber immer noch ein sehr niedriger Betrag für ein selten und privat genutztes, zwei Jahre altes Markengerät.
Sollte mir der Verkäufer keine Schwierigkeiten machen, kann ich bald Kündigungen und sonstige Anträge an unseren Hoster faxen, für die ich bisher regelmäßig und häufig zur Post laufe. Eine Faxnummer findet sich alsbald auf meinen Briefköpfen und hätte ich Visitenkarten, versprühten diese einen Charme von Welt.

Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt, eine Firma zu gründen. Kapitalgeber und interessierte Bewerber schicken ihre Unterlagen, natürlich, per Fax.

Einen großartigen Bericht über Doreens Geburstagsparty, geschrieben von - er kann gar nicht leiden, wenn ich ihn so nenne - Onkel Ingo, findet sich hier:

Freitag, der 13.
oder: Die 26 Stunden von Marburg

Ich bin nicht gut im Verschenken.

Am Abend...

Zum Einen fällt mir gar nichts ein und ich schenke immer die gleichen, ideenlosen Dinge. Mir ist das regelmäßig peinlich und wenn einmal nicht, bin ich doch sehr unglücklich mit meiner Wahl. Diese Unentschlossenheit, diese Ideenlosigkeit ist der Grund, warum ich mich Mitte Dezember schlecht fühle, wenn Freunde mich fragen: Hast du schon alles?
Es ist nicht so, dass ich nicht gern schenke. Wenn es mir gelingt, Menschen glücklich zu machen und ich mit dem Geschenk nicht ganz unzufrieden zu sein, ist das ein schöner Moment, der nur von der Angst überlagert wird, dass ich nichts finde bis zum nächsten Mal.

Zum Anderen kann ich mich einfach nicht von Dingen trennen. Es spräche nichts dagegen, ein schon gelesenes Buch aus meinem Schrank zu verschenken, außer mein Bücher und Tonträger betreffender Anhäufungszwang; selbst den Verleih schlage ich grundsätzlich aus.
Dabei bin ich kein Mensch, der Bücher drei- oder viermal liest. Wenn ich eines beginne und mittendrin stecken bleibe - was ständig passiert und nichts über die Qualität des Geschriebenen sagt - fällt es mir schwer, von vorn zu beginnen und längst Vergessenes noch einmal zu lesen.
Das baldige Nachkaufen eines Buchs kommt auch nicht in Frage, denn es ist nicht meins, in dass ich viele Stunden sah und diese Beziehung ist einfach nicht da. Das ist wie mit den T-Shirts und früher: dem Spielzeug.

Krankeiten wirken kathartisch, spätestens, wenn das Fieber alles Überflüssige ausschwitzt und man selbst bewegungsunfähig mit verstopfter Nase im Bett liegt. So gesehen bin ich der gereinigteste Mensch auf Erden, denn seit zwei Tagen mache ich nichts anderes.

Das ermöglichte mir, das lange angefangene und begeisternde Mein Heldenzeitalter von Erich Fried abzuschließen, dass aus etlichen kürzeren Texten des Autors besteht, der durch Gedichte bekannt geworden ist.
Diese - großteils chronologisch geordneten - Texte beschreiben sein Leben vom Zeitpunkt seiner Kindheit und des Einmarsches der Nazis in Österreich bis ins hohe Alter und seiner Exilzeit in London.

Gestern erwarb ich im Bücherramschladen, der sich mit einer Eisdiele in diesen Räumlichkeiten abwechselt, LogOut von Clifford Stoll. Matthias empfahl mir vor einiger Zeit dessen Roman Kuckucksei, der die Geschichte von Karl Koch aus amerikanischer Sicht erzählt. Der Typ ist ein Geek, und ich seit heute auch:

—–BEGIN GEEK CODE BLOCK—–
Version: 3.1
GCS/MU d+>++ s+:- a- C+++$ UL+++ P+>+++ L+++ !E !W+++$ N+ !o K–? w++(+)$ !O M+>++ !V PS++ PE++ Y+ PGP++ !t— !5– !X++(-) R- tv b++ DI– !D- G e++>++++ h+ r y+
——END GEEK CODE BLOCK——

Ich dachte, ich hätte alles gesehen. Zumindest bin ich davon ausgegangen, dass sich manche Ereignisse nie wiederholen.
Diesmal liegt der Auswurf direkt vor der Tür und ich überlege ernsthaft, ob man nicht ein Schild anbringen sollte, dass sich zwei Häuser weiter ein Bistro befindet. Meine Gasse ist so trostlos, dass mir die Pflanzen wegsterben. Von meiner dreistämmigen Palme hat nur einer überlebt. Eine andere reckt ihre braunen Blätter gen Fenster und auf dem Herd steht der Efeu unter Wasser, um die Kurve zu bekommen.
Ich bin auch krank.

Mir kommt alles wie großer Quatsch vor.

Apple hat heute abend das erste Notebook mit einer Intel-CPU vorgestellt: Das MacBook Pro. Die für mich interessanteste Information, die Akkulaufzeit, findet sich nicht auf der Apple-Webseite und lässt ungutes ahnen, wenn von einem 60% helleren Display als bei den “alten” PowerBooks die Rede ist. Dafür ist das MacBook Pro deutlich schneller (laut der Webseite bis zu 400%), ich bin sehr gespannt auf die ersten Berichte dieser allerersten Revision der Intel-Maschinen.

Gleichzeitig hat Apple auch den ersten Intel-basierten Desktop-PC, den neuen iMac vorgestellt, der von der Ausstattung mit dem erst kürzlich überarbeiteten PowerPC-Modell identisch ist.

Softwareseitig gab es die für mich interessanten Updates von iLife und iWork. Hier wird demnächst - sobald der Apple Store Bildung erreichbar ist - eine Bestellung bei Apple fällig, da die neuen Versionen einige Handicaps der alten Programme ausmerzen sollen (iPhoto beispielsweise soll deutlich schneller sein als sein Pendant in iLife 05).
Im Laufe der nächsten Stunden soll ebenfalls das Update auf Mac OS X 10.4.4 erscheinen.
Update: Das Update ist jetzt über die Softwareaktualisierung verfügbar.

Die Gunst der Stunde nutzte auch Google: Seit heute gibt es GoogleEarth auch für Mac OS X (10.4).

Die Kassiererinnen zicken.
Ich sitze gerade im Café Leonardo - und bin mir nicht sicher, ob ich mich um eine Stunde vertan oder Matthias verschlafen hat - gegenüber der Kasse und erlebe die Machtausübung seitens der Kassiererinnen, die uniform gekleidet mit Einheitskittel und terrakottafarbenem Haarhelm wettern, schimpfen und lamentieren gegen den Kookai-Taschen-Zug, der an ihnen vorbeiflaniert.

Das Café Leonardo, wie die Caféteria im Hörsaalgebäude seit etwa zwei Jahren heißt, bietet eine funktionale Atmosphäre, hat aber seit der Renovierung und der damit verbundenen Umbenennung ein wenig an Bequemlichkeit gewonnen. Die Stühle sind noch immer aus ungepolstertem Holz, der Raum wird von kahlen Betonpfeilern durchzogen und durch die Panoramafenster kann man die Rückseite eines Verwaltungsgebäudes bewundern, dass die kahlen Bäume nicht verbergen.
Hierher geht man nicht, wenn man sich gemütlich unterhalten möchte. Dieser Ort ist aber erste Wahl beim Rechnen von Zetteln oder - früh morgens - zum Abgleichen der Ergebnisse vor deren Abgabe. So sieht man zusammensitzende, diskutierende Gruppen, eine schlafende Studentin und bissig schauende Kassiererinnen.

Dahinter Matthias, der mir versichert, ich habe mich in der Zeit geirrt.

Irgendwann passen einem die Trainingsjacken nicht mehr, sagte ich, als er mich auf meinen vermeintlichen Vorsatz für dieses Jahr und auf den neuen Mantel ansprach. Irgendwann wächst man heraus und merkt, dass mit manch neuem Pullover unbekannte Erwartungen mitschwingen: Nie habe ich mich im Café Trauma unwohler gefühlt, als beim grandiosen “Den Rest regelt die Natur” Tour-Auftakt von SMAAT (der ersten Boygroup der Poetry Slam-Geschichte) am Samstag. Vielleicht lag das aber auch an Menschen, die ohne Hemmungen während der Lesung telefonierten oder an dem alten “Korporierte unerwünscht”-Schild, das genau über einem Zettel “Wir dulden keine Diskriminierung” an der Eingangstür hängt.
Vielleicht wird mir auch das Trauma zu klein, in dem ich noch vor ein paar Jahren mitgearbeitet hätte.

Seit ebenso vielen Jahren besitze ich meine Schreibtischleuchte, eine dimmbare Halogenlampe. Vorher habe ich nie eine Halogenlampe in Verbindung mit einem stufenlosen Dimmer gesehen und vor vielen Monaten entdeckte ich den guten Grund in einer unablässig brummenden Birne. In gedimmten Stufen sehr laut, bei voller Helligkeit noch immer deutlich hörbar, was ein konzentriertes Arbeiten unmöglich macht.
Heute habe ich mich endgültig gegen die Bankers Lamp entschieden, sie passt nicht hier herein. Stattdessen habe ich bei ebay zwei Modelle mit normalen Leuchtmitteln gekauft, eines für den Schreib-, das andere für den Nachttisch. Es fällt mir leichter, mich von meinem fiependen Sondermodell als von T-Shirts zu trennen.
Es sei denn, jemand hat Interesse an einer hässlichen, schwarzen, brummenden Lampe.

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