Dezember 2005
Monthly Archive
Fr 30 Dez 2005
Als ich Russendisko kaufte, lag auch Heinz Strunks Fleisch ist mein Gemüse auf dem Buchstapel, den ich zur Kasse trug. Auch hier erzählte man sich und mir von der überragenden Qualität des Buchs.
Ja. So etwas lese ich gern, es hat diesmal nur wenig mehr als vierundzwanzig Stunden gedauert, bis das Buch gelesen war. Manch russischer Autor kann sich eine Scheibe abschneiden, vielleicht muss ein Buch aus längeren als dreiseitigen Geschichten bestehen, um lesenswert zu sein, Sprachwitz enthalten und einen sympathischen Loser als Hauptcharakter, mit dem man sich identifizieren kann.
Ein Patentrezept gibt es sicher nicht, doch scheint die angesprochene Kombination in Strunks Buch zu funktionieren.
Wer Kaminer für leichte Bettkost hält, wird mit Heinz Strunk wesentlich glücklicher.
Mi 28 Dez 2005
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Arbeit ,
Technik[2] Comments
Bei Instant Messengern unterscheidet man diverse Zustände, in denen man sich befinden kann.
- available bedeutet, dass man für Gespräche zur Verfügung steht und angesprochen werden kann/will
- away sollte man sich setzen, wenn man für die allgemeine Chatkommunikation nicht zur Verfügung steht/stehen will, weil man sich beispielsweise der Arbeit widmet
- not available (kurz: n/a) soll deutlich machen, dass man nicht gestört werden möchte. Das gilt insbesondere für das Angesprochen-Werden.
Ich stehe ständig auf away oder n/a. Angesprochen werde ich trotzdem. Wenn ich auf die verschiedenen Zustände (es gibt derer sicher mehr, aber sie lassen sich doch grob in die oben genannten Gruppen gliedern) hinweise, kommt als Gegenargument, dass ich immer ungestört sein wolle. Das bin ich wiederum nur, weil sich kaum jemand daran hält. Und ich soo wenigstens vor den Personen Ruhe habe, die meinen Status ernst nehmen. Sonst käme ich zu gar nichts mehr.
Konsequent wäre es natürlich, einfach nicht auf eingehende Nachrichten zu antworten, wenn man als abwesend gekennzeichnet ist. Viele Messenger bieten die Funktion der Unterdrückung neuer Nachrichten in diesem Status. Eine nähere Beschäftigung damit verbietet mir allerdings mein Gewissen. Aber wenn das so weitergeht…
Mi 28 Dez 2005
Sein erstes Buch und jenes, was ihn in Deutschland bekannt machte, ist Russendisko. Aber warum? Nachdem ich von einigen Seiten hörte, Kaminer sei lesenswert, habe ich genau das getan.
Warum ist Kaminer lesenwert? Die Antwort findet man nicht in diesem Buch, dass eine gebundene Aneinanderreihung belangloser und langweiliger Geschichten ist. Dumpfe, vermeintlich witzige Sätze beschreiben dümmlich wirre Situationen. Auf Seite 166f heißt es zum Beispiel
“Ich habe Knochenkrebs, die deutschen Ärzte wollen mir ein Bein abhacken. Halten sie das auch für notwendig, oder gibt es vielleicht eine Alternative?”
“Es gibt immer eine Alternative” erwiderte der Radiodoktor. “Essen sie Blei!”
“Was esse ich?”
“Sie sollen Blei essen. Viel Blei” wiederholte der Doktor und legte müde den Hörer auf. Noch ein Menschenleben gerettet.
Die auf dem Rücken abgedruckte Kritik der Süddeutschen Zeitung
Ruft noch jemand nach dem großen Berlin-Roman?
Bis der kommt, mag man sich mit Kaminer vergnügen und dessen Expeditionen durchs Dickicht der Stadt.
trifft zu: Ich rufe nach dem Berlin-Roman und würde mich wirklich gern mit Kaminer vergnügen. Aber nicht einmal die Süddeutsche hat eingeräumt, dass dies überhaupt möglich ist.
Kaminer ist langweilig. Ich kann verstehen, dass jemand nur Missgunst übrig hat, der den ersten Schritt in die Popliteratur mit diesem Buch versuchte.
Mo 26 Dez 2005
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LifestyleNo Comments
Weihnachten ist vorbei.
Jedenfalls bei mir beschränkt sich die Weihnachtszeit auf den Heiligen Abend und den ersten Feiertag. Mit Ablauf von diesen sind alle Verwandten besucht und beschert, den Sechsundzwanzigsten verbringe ich lesend oder wie heute: waschend.
Tatsächlich war jeder der beiden Verwandschaftstage dieses Jahr ein toller. Es ist schön, dass ich wieder ein besseres Verhältnis zu allen habe - das war zeitweise dramatisch anders. Also war die Zeit harmonisch und die Dramen der letzten Jahre vergessen, in denen Weihnachten hassenswert geworden ist. Jedenfalls dachte ich das.
Den Nachmittag verbringe ich in Doreens WG mit ihrer Katze, die ich zur Zeit in Pflege habe, und freue mich auf die saubere Kleidung. Auf der kaputten Couch sitzt gelümmelt, den Kater in der Mitte und ein gutes Buch in der Hand. Der mitgebrachte Kaffee verbreitet eine gemütliche Atmosphäre, aus der entfernten Küche schleudert die Waschmaschine.
Noch einmal: Weihnachten war dieses Jahr gut.
Fr 23 Dez 2005
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Gesellschaft1 Comment
Die nasse Hand greift sich die Brille, beim letzten Blick in die Spiegel denke ich: Die Gothik-Szene ist nach einem Frisierunfall entstanden! werfe mir das Hemd über die Schultern und putze die Gläser für das letzte Gefecht.
Manchmal vermisse ich die Stiefel, wenn ich mit den Turnschuhen über das nasse Pflaster rutsche (wie oft konnte ich mich erst im letzten Moment fangen), empfinde Solidarität mit meinem durchrosteten Auspuff und freue mich doch ein bisschen auf morgen. Und übermorgen.
Früher habe ich Weihnachten gemocht. Die Jahre danach war es grausam, doch seit letztem Jahr ist eine Besserung in Sicht. Und später wirds vielleicht wie früher.
Fr 23 Dez 2005
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Short Story1 Comment
Weil es ja sonst nicht viel zu lachen gibt: Der Witz hier ist wirklich ganz gut.
Fr 23 Dez 2005
Der Kaffee versucht, die deutlich zu kurze Nacht zu kompensieren.
Morgen ist also heiliger Abend und die Kürze der Nacht ist der bisherigen Geschenklosigkeit zuzurechnen. Freunde weilen in Frankreich, viele daheim und fragen mich, was ich in der nächsten Woche vorhabe. Auf Fragen, warum ich nicht zu Hause verbrächte, entgegne ich immer, dies sei mein zu Haus. Und ob ich allein sei beantworte ich mit einem Verweis auf Leo. Ansonsten habe ich ja die Bücher und die Musik. Und genug zu tun.
Ich setzte mich hin und, wie es so meine Art ist,
tat ich genau das, was Du von mir erwartest:
Ich begann damit, ihr Leuchten im Dunkeln zu beschreiben
und es mir in achtundvierzig Versen einzuverleiben
Nein: niemand ist allein! Und wir haben die Musik…
(Tom Liwa - Wir haben die Musik)
vor etwa einem Jahr in meinem Blog…
Kennst du die Geschichte vom alten Kind? fragte sie. Nein. und: Der Titel klingt, als würde mir das Buch zu gut tun. Vielleicht aber ist auch das Gegenteil der Fall, dann wäre es in einem Atemzug mit der Legende vom Glück ohne Ende zu nennen. Ich will gar nichts fühlen, weißt du?
Ich habe gelesen: Die schwierige Sache mit dem Glück und fand es sehr gut. Und, weil Liegen lernen auch ein schmutziges Buch ist, nach dem ich sogar duschen musste, hielt ich das neue von Frank Goosen in der Hand. Wenn ich nachher Geschenke kaufen gehe… ein formidabler Vorwand.
Die schönsten Kuverts machst immer noch du.
Die Post kommt nur im Mittel pünktlich.
Er tat alles, wie es die anderen taten; es war aber eine entsetzliche Leere in ihm, er fühlte keine Angst mehr, kein Verlangen, sein Dasein war ihm eine notwendige Last…
Georg Büchner (in: Der Kulterer (Thomas Bernhard))
Mo 19 Dez 2005
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Lifestyle[5] Comments
Der letzte Advent dieses Jahres wird eingehen in die Geschichtsbücher als der erste, an dem ich einen Kerzenständer durch bloßes Austrinken einer Flasche Wein baute.

Ich könnte zu Weihnachten der gesamten Familie jedem einen Kerzenständer schenken. Ich glaube, das wäre schaffbar, würde mir aber nur verständnislose Blicke einbringen.
Ich hab nichts erreicht außer dir,
bitte bleib bei mir, denn das Beste an mir
sind wir
Wein macht sentimental.
And wine makes the clock go round.
So 18 Dez 2005
Unbarmherzig hämmert die Uhr ihr Stakkato in die Welt wie seinerzeit die Römer die Vernunft ins Volk.
“Wer wird denn hier nicht christlich sein?” sagte er und “Hier wird Sonntags nicht gearbeitet.” Draußen fällt die Sonne auf den Schnee und das Thermometer in tiefste Tiefen, ich blicke aus dem Fenster und spiele an Tür Achtzehn des Adventskalenders.
Das Jahr ist vorbei, machen wir uns nichts vor. Nächste Woche stellt keine Anforderungen mehr, die BWLer meiner Uni wünschten sich schon am Freitag schöne Ferien. Der Rückblick ist nüchtern, ungleicher ist man geworden. Seit zwei Jahren schreibe ich das in meinen Abschlussbericht, doch nie war es treffender.
Eine formidable Zeit zum Sterben, wird behauptet. Früher war die Weihnachtszeit etwas Schönes. Und ich will die Hoffnung nicht aufgegeben, dass sie später wieder so wird, in einigen paar Jahren.
Die Hoffnung stirbt zuletzt. Auch an Weihnachten.
Sa 17 Dez 2005
Tee dieser Sorte, gesüßt mit einem Löffel meines neuen Honigs, dampft aus der Weihnachtstasse in meine Nase. Als Abschluss des Ausflugs in die Höhle des Löwen, die sich zu diesem Datum über die gesamte Innenstadt erstreckt.

Wie dumm von mir, in einer Bücherei nach Geschenken zu suchen. Das Ergebnis stand von vornherein fest und harrte der Verifikation. Da ich nicht alles, was mir in den Sinn kam, auch tatsächlich kaufte, blieb die Geschenkequote mit fünfundzwanzig Prozent im vertretbaren Bereich.
An den Gängen stapeln sich Bücher, die man sowieso immer lesen (oder zumindest besitzen) wollte, sie drängen sich quasi zurück ins sprichwörtliche Sichtfeld, aus dem man sie verlor. Aus den Augen, aus den Sinn. Trotz Ausflug in die Bücherwelt lässt sich auch die Amazon-Wunschliste nicht nennenswert zusammenkürzen.
Denn gerade Buchläden bieten, was Amazon nicht schafft: Sie bringen neue, unbekannte Bücher in den persönlichen Wahrnehmungsbereich. Da lag Erich Frieds Mein Heldenzeitalter und sollte mir die unbekannten Seiten des Dichters nahebringen. Ich weiß nicht einmal seine bekannten, hielt diesen Ansatz für einen wundervollen.
Fr 16 Dez 2005
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TechnikNo Comments
Ich habe mich immer geärgert, denn das schönste Mobiltelefon von SonyEricsson ist meiner Meinung nach immer noch das T610. Dass ich mich für das K700i entschied, hatte mehrere Gründe. Zum Einen sieht auch dieses gut aus, zum Anderen wurde seine Fähigkeit zur Synchronisation über den grünen Klee gelobt.
Ich war zufrieden mit dem Handy, bis es mir zum ersten Mal herunterfiel. Ab diesem Zeitpunkt sponn der Navigations-Stick, stets fiel mindestens eine Richtung aus. Zu meinem Ärger über das mangelhafte E-Plus Netz kam im direkten Vergleich mit dem “neuen” Handy noch die Erkenntnis, dass der Empfang vom K700i ebenfalls mangelhaft zu nennen ist. Die 40 MB internen und nicht erweiterbaren Speicher disqualifizieren es als mobilen MP3-Player (in diese Bresche springen ja dessen Nachfolger), die Kamera benutzte ich zum Archivieren von Öffnungszeiten und Büchern, die ich mir merken wollte.
Da ich noch neun Monate im alten Vertrag gebunden bin, reaktivierte ich also ein altes Nokia 6310i. Mit diesem Telefon habe ich in meiner Wohnung überall Empfang (das K700i fand nur an zwei Stellen Netz) und die Sprachqualität ist subjektiv angenehmer. Der größte Haken ist, dass ich meine Kontakte nicht direkt mit dem Nokia abgleichen kann und hier den Umweg über das K700i gehen muss.
Computer –> K700i –> Sim-Karte –> 6310i
Trotz dieser Problematik - Synchronisation war mir immer das Wichtigste - werde ich das Gerät von SonyEricsson nur noch zum Datenabgleich aus dem Schrank holen. Auch die Haptik des 6310i spielt in einer ganz anderen Liga: Beim K700i hatte ich immer das Gefühl, ein Spielzeuggerät in der Hand zu halten.
Das nächste Handy ist wieder ein SmartPhone. Zu sehr vermisse ich meinen alten Communicator (der wegen fehlendem Bluetooth und Vibrationsalarm ausschied) und werde Ende des Jahres einen Blick auf das Nokia 9500 oder noch erscheinende P990 von SonyEricsson werfen.
Do 15 Dez 2005
Die Koffeintablette war der Eintritt in das Reich der Träume. Während meine Gliedmaßen unkontrollierte Dinge taten, das Herz lauter schuld als üblich hinter den geschlossenen Lidern und sich die Organe Streitgespräche lieferten, schlief ich allen wichtigen Terminen davon.
Manchmal machen Gedichte alles gut, wischen traurige Gedanken weg. Der Feminismus wird nicht debattiert, aber falsch verstanden und zum Aufhänger. Es geht nicht um ihn, es geht nicht immer um dich, du hast nicht immer etwas zu sagen. Aufhänger kommt von aufhängen, in meiner Domain findet sich nicht Konsens. Und mein Kopf folgt untertänigst.
Meine vielleicht tragischste Eigenschaft ist das Zurücklassen von Menschen. Ich kann wen über Jahre sehen und am Ende weine ich keine Träne nach. Passend dazu Andis Worte: “Ich muss meine Freunde nicht jeden Tag sehen.” Der Umkehrschluss gilt nicht.
And when it’s time to say goodbye,
that is the moment you should cry
(St. Thomas - An artist with a brilliant disguise)
Danke dir.
Mi 14 Dez 2005
Es lebe der Atheismus! schreit es ein paar Plätze neben mir, als wir im Seminar über Manets Erschießung Kaiser Maximilians von Mexiko reden und die Dozentin eine Parallele zu Anordnung der Delinquenten mit der biblischen Kreuzigungsszene herzustellen versucht.
Mit Es lebe er Atheismus! wird jede Argumentation der Dozentin jäh abgewürgt, es ginge hier nicht um Glauben sondern um Wissen. Es lebe der Atheismus!
Eigentlich wollte ich noch über nichtgeleerte und randvolle Mülltonnen schreiben, die erst in zwei Wochen wieder geholt werden und über die Post, die es nicht geschafft hat, in den letzten beiden Tagen zu kommen, wo ich mal zu Hause war. In den nächsten beiden, wo ich bestenfalls abends zu Hause bin, werden sich die Pakete bei den Nachbarn stapeln. Hoffentlich dort und nicht beim Postamt.
Aber wenigstens wirken die Koffeintabletten.
Werde ich je ein Mitarbeiterführungsbuch herausbringen, steht auf dem ersten Platz meiner “Wie motiviere ich richtig?”-Liste Wer schläft, macht etwas verkehrt.
Es lebe der Atavismus!
Mi 14 Dez 2005
Posted by niels under
Freundschaft1 Comment
Mann! mag man schreien und fühlt sich von seiner Dozentin ertappt, die mindestens MannIn rufen würde. Das passt doch gar nicht! denken nicht nur die Linguisten unter uns, nein. Das passt nicht.
Mo 12 Dez 2005
Schweigen wird Volkssport, schreiben sollte es sein! Das Land der Dichter und Denker verkriecht sich im Jungle-Camp, Bücher werden heute gehört und Sarah Kuttner darf auf der montaglichen Jetzt.de-Seite der Süddeutschen Zeitung gewollt cool auf Fragen reagieren. Wer Kuttner kennt, ahnt von der Kulturkatastrophe, auf die wir zurollen. Während sich der MTV-Türstopper “übrigens dieses Jahr die Weihnachtsgeschichte, gelesen von Til Schweiger, Martin Semmelrogge und den zehn dümmsten Fußballspielern Deutschlands” wünscht und freundlicherweise mit dem interjektional gebrauchten Partikel dieses “will zwar niemand wissen, aber” mitschwingen lässt, unterschreibt das große Vorbild bei Arte.
Briefe schreiben an die schweizer Freundin, während der Rest sich den Kopf zermartert. Sechs, setzen. Mal wieder.
Und manchmal kommst du an eine Kreuzung
und dann musst du dich entscheiden zwischen zwei Wegen,
zwischen dem, auf dem du weitergehen willst
und dem gemeinsamen.
(Tilman Rossmy - Auf die Berge, durch die Wüste)
So 11 Dez 2005
Seit Tagen steht diese Kerze im Fenster und brennt für dich. Nicht ganz ununterbrochen, muss ich gestehen, wohl aber so, dass ich mir guten Gewissens die Kissen und Nächte um die Ohren schlage.
Wie kann man nur so unterschiedlich sein? denke ich bei vielen Menschen zur Zeit. Und du weißt, was ich meine, wenn ich mit blobkanal “irgendwie sind wir uns fremd geworden” singe. Ich meine alle. Das ist ein komisches Gefühl.
Und so sitze ich nachts um drei am Computer und schaue mir Goethe’s Totentanz an.
Vegetarismus beginnt, wo gebrochene Augen aufhören.
Lieber ungeboren als ungefressen? fragte mal einer.
Sa 10 Dez 2005
Musiker der Woche ist St. Thomas, dessen Let’s Grow Together rauf und runter läuft. Das Robocop Kraus Konzert heute abend entfällt wegen Krankheit, Tomte veröffentlichen Anfang nächsten Jahres ein neues Album auf dem hauseigenen Label (das in Grand Hotel van Cleef’scher Tradition großartig werden muss) und die Altnazis schauen aus ihrer Mondstadt herab auf die Erde. Ganz nebenbei erledigt sich eine bekannte Verschwörungstheorie: Wären die Amerikaner 1969 tatsächlich auf dem Mond gelandet, hätten sie die Nazistadt sehen müssen.
I was born with a twist in my voice,
I could sing “lolalolaley”
Fr 9 Dez 2005
Posted by niels under
Arbeit ,
UniNo Comments
Seit ich gestern meinen Füller mit Apollinaris gereinigt habe, bin ich mit seinem Schriftbild wirklich zufrieden. Im Schreibgeschäft neben dem Teeladen liegen die Sechshundert-Euro-Füller in Paraden, während sich der gemeine Fußgänger gegenüber am Ein-Euro-Shop die Nasen plattdrückt.
Das Mittagessen besteht zum x-ten Mal in den letzten Tagen aus einem zwischen zwei Terminen verschlungenen Döner, dafür waren die Besprechung heute nachmittag und das Treffen heute morgen recht effektiv. Erstaunlicherweise habe ich meinen ersten Kaffeeschock um 17 Uhr, so dass meine Finger von der Saunaluft um mich herum noch keine Notiz nehmen.
Wer Freizeit hat, macht etwas verkehrt.
Die Webseiten von Doreen und mir sind providerintern auf einen anderen Server umgezogen, um die Probleme in den Griff zu bekommen (teils war der Datenbankserver nicht erreichbar, dann wieder die ganze Domain nicht). Ich bin richtig froh, mit unseren Seiten der Webkommune den Rücken gekehrt zu haben und ein freundliches und kompetentes Support-Team im Rücken zu wissen, dass sich wirklich sehr schnell um Eventualitäten kümmert.
Fairerweise muss man sagen, dass es seit unserem Weggang auch bei der Webkommune keine Probleme mehr gegeben hat.
Do 8 Dez 2005
Posted by niels under
Software[2] Comments
Die Süddeutsche Zeitung bietet jetzt einen eigenen RSS-Feed an, was den Umweg über externe Anbieter (z.B. newsisfree), die den Feed mit Werbung strecken, erspart.

Neben zwei kostenpflichtigen Newsreadern (NetNewsWire, NewsFire) teste ich zur Zeit ein kostenloses SourceForge-Programm, das mir sehr gut gefällt: Vienna. Leider vermisse ich die combined-Ansicht von NetNewsWire, die aber auch bei NewsFire fehlt. Böte letzteres jene Ansicht (die ich beim Test von Pheeder sehr liebgewonnen habe), würde ich meine Lizenz für NewsFire wieder ausgraben.
Was genau sonst für den Platzhirsch NetNewsWire spricht, weiß ich beim besten Willen nicht. Ich habe mich in diesem Programm nie wirklich wohlgefühlt. Vienna scheint hier eine gute Alternative für Menschen, die keine 20 US$ für einen NewsReader zahlen wollen.
Do 8 Dez 2005
Posted by niels under
Uni1 Comment
Matthias hat mir vorgestern von einem Kommilitonen berichtet:
Er machte Abitur in Marburg und war einer jener, die fünf Minuten vor Unterrichtsbeginn bereits in der Klasse saßen und ihre Schreibgeräte an den Kanten des Tisches ausrichteten oder mindestens vor dem Klassenraum die Stellung halten.
Anschließend begann er ebenfalls in Marburg zu studieren und weil dies zu einfach war, gleich Mathematik, Physik und Informatik auf Diplom. Lehrveranstaltungen der Informatik hat er aufgrund überbordender Trivialität nie besucht. Nach den Mathevorlesungen blieben ihm fünf Minuten bis zum Beginn der Vorlesung in theoretischer Physik an einem anderen Standort dieser Universität. Er machte seinem Spitznamen alle Ehre und kam wahrscheinlich nie zu spät.
Turbine hielt auch im Programmierpraktikum des Grundstudiums der Informatik die Fäden stets in der Hand. Während der Großteil der Studierenen beeindruckende Leistung beim Umschiffen eventueller Aufgaben zeigte, delegierte er, entwarf Arbeitspläne und einen Großteil der Software in Eigenregie. Er fönte seine Arbeitsgruppe, wenn diese nicht in seinen Soll-Plänen lag, wie ein Bilderbuchinformatiker seine Abteilung eben fönt.
Freunde behaupten, Turbine besäße keinerlei soziale Kompetenz.
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