Fr 30 Sep 2005
Der Trailer war vielversprechend: Zwei gleichmächtige Armeen kämpfen gegeneinander, bis der Herrscher des Lichts einen Waffenstillstand mit dem Oberhaupt des Bösen vereinbart. Assoziationen mit einer bekannten Fantasy-Trilogie ließen beeindruckende Schlachten und eine interessant verwinkelte Story erwarten, Formenwandler, Vampire und dergleichen spinnen an einer sehenswerten Illusion. Dass auch Nochnoi Dozor als Trilogie ausgelegt ist, erscheint als noch unbeachtenswertes Detail.
Wie üblich wird der Waffenstillstand gebrochen, das Gleichgewicht von Gut und Böse kommt durcheinander und wie nicht anders zu erwarten vom ersten Teil einer Trilogie bleibt das Ende offen.

Der Film allerdings ist langweilig. Die Szene der Schlacht und des Waffenstillstands ist nahezu komplett bekannt aus dem Trailer, der Rest der Geschichte fadenscheinig, an den Haaren herbeigezogen, unzusammenhängend und affig, oft langatmig und -weilig. Höhepunkte werden gekonnt ausgespart, Erzählkunst ist faktisch nicht vorhanden, weshalb dieser Streifen in Russland mehr Geld eingespielt haben soll als jeder Teil der schon erwähnten Trilogie von J. R. R. Tolkien, kann nur mit übermäßigem Vodka-Konsum erklärt werden. Zusätzlich wird der bekannte Vater-Sohn-Konflikt einer weiteren Trilogie Sechsfilmreihe entlehnt, und niemand wäre böse, wenn Nochnoi Dozor wenigens einmal eigenständig agieren würde: eine aus einer einzigen Folge bestehende Trilogie.
Manche erwähnen die authentisch abgebildeten Lebensumstände russischer Familien als Realitätsbonbon, wenn ein Film ebenda spielt, ist die Umsetzung am Set jedoch kein Bonus, sondern das Weglassen wäre zu beanstanden. Was viel über heutige Großkinokultur aussagt.
Schade. Wer einen interessanten Film samt Werwölfen, Vampiren, attraktiver Story und Atmosphäre sehen möchte, dem sei Underworld ans Herz gelegt.
Vielleicht mit anderen Erwartungen amüsant, den Hauptdarsteller mit einer Neonröhre als Schwert gegen das Böse kämpfen zu lassen (Bild rechts).
September 30th, 2005 at 16:58
hehe.. das äußerst ansprechende plakat, das du von nochnoi dozor aus dem internet gefischt hast, ist irgendwie genauso affig wie der film selbst. schade, dass es bei uns ein anderes plakat gab, sonst wär ich vorgewarnt gewesen…
September 30th, 2005 at 17:09
mich als fan des etwas brachialeren kinos schreckt das nicht ab :-) werde mir den sicherlich noch ansehen. aber jetzt erstmal schlaaaaaafen…
September 30th, 2005 at 18:03
[...] Ich kann ja nicht nicht ins Kino gehen, wenn ich mir einbilde der Film könnte gut sein. Und das habe ich mir eingebildet. Der Trailer war aber auch klasse. Und natürlich muss ich immer direkt zur Vorpremiere da sein, denn länger warten kann ich auch nicht. Jetzt muss ich mir allerdings eingestehen, dass ich bei dem Film auch gar nicht ins Kino hätte gehen müssen, denn gelohnt hat es nicht wirklich. Ich frage mich, wie dieser Streifen in Russland mehr als Der Herr der Ringe einspielen konnte. Heimvorteil wohl. Der Film ging schon seltsam los. Ein Blick in die Vorgeschichte, auf den Kampf zwischen Gut und Böse, Tag und Nacht. Leider hat man aufgrund der Kameraeinstellungen nicht sehr viel von der Schlacht sehen können; nur ab und zu einen Helm oder den Teil eines Schwertes. Da bin ich anderes gewohnt (siehe Herr der Ringe). In der Gegenwart ging der Film dann seltsam weiter und eigentlich war er nie wirklich spannend, denn alle Probleme lösten sich immer wieder ganz schnell in Luft auf. Ich war manchmal so irritiert darüber, wieso jetzt plötzlich der Wirbel über der Stadt, der alles hätte vernichten können, plötzlich weg war, dass ich an Die Schlümpfe habe denken müssen, denn in den halbstündigen Folgen war die Lösung des Problems auch immer in den letzten fünf Minuten plötzlich parat und auf einmal alles zu Ende beziehungsweise das Ende voraus zu sehen. Überhaupt waren die Charaktere ziemlich affig, die Handlung undurchsichtig und manchmal kam mir das ganze albern vor. Wie sollte man Kämpfer mit Neonröhren auch ernst nehmen? Wenn ein Film keine besonderen Gefühle wie Angst, Schrecken oder einfach ein Lächeln hervorrufen kann, dann kann er nicht gut sein. Und das war er nicht. Er war vielleicht okay. Doch der Film hatte auch was Gutes: Das Spielen mit den visuellen Effekten. Die stellenweise eingesetzte Beschleunigung der Figurenbewegungen haben vielleicht beim Zuschauer was bewirkt. [...]
Oktober 1st, 2005 at 09:55
Underworld ist ein großer Film.
van Helsing dagegen - nicht.
Nochnoi Dozor werde ich mir nicht antun.
…
Ich wollte gerade noch auf den Hauptdarstellerinnen rumreiten… aber es ist die Selbe. Mist.
Underworld ist wirklich toll.
Oktober 6th, 2005 at 15:21
Underworld? Oh Gott.. Einder der schlechtesten Filme die ich je gesehen habe..