Im Treppenhaus begegnete ich einem der beiden Jungs, die über mir wohnen. Die Nachts von irgendwo in die Wohnung zurückkehren und dreißig Minuten später wieder gehen, falls sie nicht zu kochen beginnen und bis in die Morgenstunden überlaute Futurama-Folgen konsumieren. Die ab und zu trampeln, als sei eine Herde Elefanten zu imitieren, Möbel rücken, dass meine sich aus Solidarität mitbewegen oder am offenen Küchenfenster das gleiche Bon-Jovi-Lied fünfmal hören.
Passend war das auf mein rundes “Hallo” im Stakkato erwiderte “Hi”. Hier prallen Welten aufeinander, filigran auf grob, die Liebe zu runden Ecken auf kantiges Gehölz.

Immer wieder ertappe ich mich bei Gedanken, die mir verständlich die Unsympathie gegen Marburg und einige Studenten erklären. Hätte man mir damals gesagt, dass ich der Zeit in Frankfurt, dem BWL-Studium, nachtrauern würde, hätte ich lauthals gelacht, den Finger zur Stirn. Es geht nicht darum, dies in einer “Was wäre wenn”-Konstellation zu analysieren, denn sicher mag ich die zwischenzeitlich geknüpften Bekanntschaften und die gemachten Erfahrungen nicht missen, im Hinterkopf schwingt dennoch seit geraumer Zeit ein “so schlimm war das doch nicht” mit. Hier regen mich ja doch alle nur auf.
Und wenn ich alle sage, meine ich viele.

Ihr wollt Narren sein?
Was wisst ihr von Verrücktheit?