September 2005


Aus dem Alter bin ich wohl raus. Das ging schneller als gedacht. Früher hätte jede Zeile unterschrieben, mit der sie das Leben beschreibt. Heute schwanke ich zwischen Nostalgie und Kopfschütteln. Nostalgie und Wehmut, ein anderer Ort, andere Menschen.

Ich kann mich oft genug selbst nicht ausstehen und hoffentlich bin ich nur heute abend zu schwermütig für Veränderung. Auf meiner To-Do-Liste steht “Lernen: Kapitel 6″.
Ich hab mehr als einmal das Gefühl, mir fehlt der Background. Den ich in Frankfurt hatte und hasste, was hier auch beginnt. Einen anderen gibt es nicht.
“Bleibt nur der Tritt aufs Gas” denke ich und bremse.

Ein Krieg der Bornierten gegen die Verkorksten, Asthmatiker gegen Lahme, wir sind zu cool um uns zu ändern.
It’s never to dark to be cool.

Der Trailer war vielversprechend: Zwei gleichmächtige Armeen kämpfen gegeneinander, bis der Herrscher des Lichts einen Waffenstillstand mit dem Oberhaupt des Bösen vereinbart. Assoziationen mit einer bekannten Fantasy-Trilogie ließen beeindruckende Schlachten und eine interessant verwinkelte Story erwarten, Formenwandler, Vampire und dergleichen spinnen an einer sehenswerten Illusion. Dass auch Nochnoi Dozor als Trilogie ausgelegt ist, erscheint als noch unbeachtenswertes Detail.
Wie üblich wird der Waffenstillstand gebrochen, das Gleichgewicht von Gut und Böse kommt durcheinander und wie nicht anders zu erwarten vom ersten Teil einer Trilogie bleibt das Ende offen.

nochnoi_dozor_2004_poster1

Der Film allerdings ist langweilig. Die Szene der Schlacht und des Waffenstillstands ist nahezu komplett bekannt aus dem Trailer, der Rest der Geschichte fadenscheinig, an den Haaren herbeigezogen, unzusammenhängend und affig, oft langatmig und -weilig. Höhepunkte werden gekonnt ausgespart, Erzählkunst ist faktisch nicht vorhanden, weshalb dieser Streifen in Russland mehr Geld eingespielt haben soll als jeder Teil der schon erwähnten Trilogie von J. R. R. Tolkien, kann nur mit übermäßigem Vodka-Konsum erklärt werden. Zusätzlich wird der bekannte Vater-Sohn-Konflikt einer weiteren Trilogie Sechsfilmreihe entlehnt, und niemand wäre böse, wenn Nochnoi Dozor wenigens einmal eigenständig agieren würde: eine aus einer einzigen Folge bestehende Trilogie.
Manche erwähnen die authentisch abgebildeten Lebensumstände russischer Familien als Realitätsbonbon, wenn ein Film ebenda spielt, ist die Umsetzung am Set jedoch kein Bonus, sondern das Weglassen wäre zu beanstanden. Was viel über heutige Großkinokultur aussagt.

Schade. Wer einen interessanten Film samt Werwölfen, Vampiren, attraktiver Story und Atmosphäre sehen möchte, dem sei Underworld ans Herz gelegt.
Vielleicht mit anderen Erwartungen amüsant, den Hauptdarsteller mit einer Neonröhre als Schwert gegen das Böse kämpfen zu lassen (Bild rechts).

Sowas hatte sich angedeutet. Nachdem bei Doreen erste Beschwerden über Pop-Ups auf der Webseite kamen, konnte man das Phänomen im Firefox tatsächlich reproduzieren (Opera und Safari blieben hingegen unbeeindruckt).
Nachdem Herr Dahlmann die Sache etwas näher unter die Lupe nahm, fliegt jetzt der Nedstat jetzt von meiner Seite. Im Moment habe ich wenig Zeit und Lust, selbst einen einfachen Counter zu schreiben. Aber da mich Besuchsstatistiken interessieren, wird das irgendwann folgen.

So lange auch meine Empfehlung, auf Counter zu verzichten, die Cookies auf dem aufrufenden Rechner installieren.

Da wird einem richtig warm ums Herz wie besorgt die Firmen doch sind das ich nicht auf die “falschen” Webseiten surfe. Ständig steht man unter Beobachtung, da kommt man sich vor wie ein 3jähriger beim Spazierengehen.
(aus den Kommentaren)

Wir reden über Dinge, über die wir immer reden mit Worten, die wir immer sprechen.
Vertraut und verschieden, Feuer und Wasser, der Inbegriff der Phrase.
Teil. Weise.
“Ja”, sagst du. Ich: “nein”.
“Los”, sagst du. Ich: “geh”.
Kleinvieh macht auch Mist, was?
Versunken bis zum Hals. Und doch den Kopf nicht frei.
“Geh” sagt irgendwer.

Ein sehr schönes Kompliment, als wir über Software sprachen:

verdammt, seit ich dich kenne, kaufe ich zuviel und bin zu artig

Heute nacht sind die .de-Domains bereits beim neuen Provider aufgeschlagen, womit der Serverumzug für Doreen beendet ist. Bei meinen wird das etwas dauern, weil die Registrare für com/net/org sich deutlich mehr Zeit lassen als die Denic.
Nun sitze ich hier mit scharrenden Füßen und warte auf den Tag, an dessen Ende ich den Server unter dem Bett wieder ausschalten kann.

Du bist Deutschland las ich heute im Rebellmarkt. Was mir komisch vorkam. Im Spreeblick dann der Aufruf.
Nachdem wir Kanzler, Papst und Deutschland sind, bittet man zur Werbekampagne. Leider bin ich noch immer nicht kreativ. Dafür stahl ich von dort die Zitatzeichen.

Aber ein Freund - wird Vater, noch einer. Um mich poppen die Kinder aus den Eiern und Eigenheime in die Höhe. Das will nicht ich sein

und sage “nein, ich will hier nicht sein!”

Gespräche drehen sich darum, die Zukunft geht vor provinziellen Anker, bei Ebbe schrammt der Kiel am Grund.
Jemand glaubt, ich könne in Berlin leben. Das ist vielleicht ein Kompliment, die Richtung stimmt. Zeig mir den Weg nach oben, ich bin zweiundachtzig Millionen!
Das kennt man schon. Doch:

wir sind viele und wir sind zu zweit,
wir sind big in Berlin tonight.

Sternezitate.

BroccoliDas war eine runde Sache, hätte es jedenfalls sein sollen. Seit dem späten Nachmittag kämpfte ich gegen den aufstrebenden Appetit, der sich beim Gedanken an das Abendessen einstellte. Ein Auflauf, reichhaltig gefüllt mit Broccoli, Champignons, Zwiebeln und ein wenig Knoblauch, garniert mit frischen Tomaten, alles mit ein wenig Käse überbacken.
Wie es bei guten Plänen immer ist, schlug auch dieser fehl. Bereits am Fehlen einer so unrühmlichen Zutat wie dem Maggi-Fix Beutel zu scheitern, das hatte ich nicht erwartet. Auch die Fallback-Lösung, oben genannte Zutaten in einer Gemüselasagne zu verarbeiten, scheiterte letztlich an der Masse des Gemüses - die Auflaufform hätte ausgesehen wie eine ägyptisches Grabmahl. Dafür ist die Pizza gleich fertig.

Die Schlachten geschlagen, die Weltverbesserer schauen Kriegsfilme, alles zurück auf Start. Ich bin der Welt nicht böse, nicht in dieser Beziehung. Ich bin kein Klassenkämpfer und ich habe satt, mich mit ihnen zu unterhalten. Nicht, dass ich ihre Versuche nicht akzeptiere, aber bitte, sie können es doch meinem Nachbarn erzählen. Vielleicht, vielleicht ist er offener.
Und gerade darum disputiere ich mit mir. Nicht, weil irgendwo in mir das Herz eines Rebellen schlägt. Profaner: Weil der Kapitalist das Handeln nicht versteht.
Ich war beim Scheitern der New Economy dabei. Und manche behaupten, ich hätte nichts gelernt.

Ich erzählte ihr, dass Kriege immer im Herbst erklärt wurden, wenn die Ernte eingeholt war. Sie sagte zu mir: “Wir alle fallen eines Tages hin. Wir alle. Du bist gefallen, und wir alle helfen einander auf.”

Draußen flackert der Morgen. Die Nacht war zu kurz, viel zu kurz, aber warum sollte man Sonntags nicht am Aufstehritual, vielmehr an der sich selbst auferlegten Zeit dessen festhalten?
Wie Montage früher sind Sonntage heute die schlimmsten Tage der Woche, ein Tag voll Lethargie, die ich nicht brauchen kann, vor der ich zu flüchten suche. So gesehen hätte ich mich nicht aus dem Bett bewegen sollen, doch halte ich Verschlafen für die denkbar schlechteste Alternative, den Wochenenden zu begegnen.
Schon so fällt das Notwendige schwer genug.

Hier muss doch irgendwas kommen. Rational geht es mir gut.
Sonntag.
Nicht umsonst sangen Tocotronic Samstag ist Selbstmord, nicht umsonst Jonas vom Suicide Sunday.

Fehler beim Aufruf eines Matheforums:
Illegal division by zero at ../../lib/cbb_thread.cgi line 130.

Im Treppenhaus begegnete ich einem der beiden Jungs, die über mir wohnen. Die Nachts von irgendwo in die Wohnung zurückkehren und dreißig Minuten später wieder gehen, falls sie nicht zu kochen beginnen und bis in die Morgenstunden überlaute Futurama-Folgen konsumieren. Die ab und zu trampeln, als sei eine Herde Elefanten zu imitieren, Möbel rücken, dass meine sich aus Solidarität mitbewegen oder am offenen Küchenfenster das gleiche Bon-Jovi-Lied fünfmal hören.
Passend war das auf mein rundes “Hallo” im Stakkato erwiderte “Hi”. Hier prallen Welten aufeinander, filigran auf grob, die Liebe zu runden Ecken auf kantiges Gehölz.

Immer wieder ertappe ich mich bei Gedanken, die mir verständlich die Unsympathie gegen Marburg und einige Studenten erklären. Hätte man mir damals gesagt, dass ich der Zeit in Frankfurt, dem BWL-Studium, nachtrauern würde, hätte ich lauthals gelacht, den Finger zur Stirn. Es geht nicht darum, dies in einer “Was wäre wenn”-Konstellation zu analysieren, denn sicher mag ich die zwischenzeitlich geknüpften Bekanntschaften und die gemachten Erfahrungen nicht missen, im Hinterkopf schwingt dennoch seit geraumer Zeit ein “so schlimm war das doch nicht” mit. Hier regen mich ja doch alle nur auf.
Und wenn ich alle sage, meine ich viele.

Ihr wollt Narren sein?
Was wisst ihr von Verrücktheit?

Gestern abend kam im Magazin Tracks auf Arte ein Beitrag über Blogs (ansehbar als real video stream, 9:09m), den es sich anzusehen lohnt.

Erneut hat sich der Einfluss von Musik auf meine Laune verdeutlicht. Rainald Grebe stürzte mich mit seinem Lied Es ist gut in ein Verzweiflungstief, aus dem ich mich per Bernd Begemann und Stereolab wieder hinauskatapultierte. Gratwanderungen an der Befindensgrenze sind recht interessant, ewig wird mir ein Rätsel bleiben, wie ich von Zuständen, in denen ich traurige Liedtexte aufschreiben möchte (und das heißt schon was!) in das glatte Gegenteil verfallen und mich lachend auf dem Bett wälzen kann. Alles ohne Drogen!
Vielleicht, weil ich vergessen kann. Dass ich gestern weggehen wollte und verabredet war (natürlich viel zu spät absagte). Der Trick ist, Teile des Bewusstseins auszublenden. Das Leben ist gleichzeitig unerträglich und schön. Und wer möchte schon ein unreflektierter Sonny-Boy sein, der alles toll findet? Oder der potentielle Selbstmörder, weil das Leben immer andere Bahnen, die schlimmsten, nimmt?
In der Sonne stehen ist manchmal schön.
Und Bo, der Dinge sagt wie

Ganz verrückte Sachen machen
Dann fängt das Leben an zu lachen

Während ich mit meiner Hand durch die Haare streiche, fällt ein Teil von Leos altem Flummi auf den Tisch und sucht Unterschlupf zwischen den Tasten meines Computers.

Endlich sollte ich mir angewöhnen, regelmäßig in die Mensa zu gehen. Der Vorsatz existiert etwa so lange wie das Stundenplan-Ritual, doch halte ich ihn bestenfalls phasenweise (und nur kurz) durch.
Dabei spricht vieles dafür: Die Ernährung ist ausgewogener und nicht signifikant teurer als die Selbstversorgung, in jedem Falle aber abwechslungsreicher. Dazu ist der Besuch des Studentenhauses oftmals ein sozialer, ein angenehmer Akt.

Heute beispielsweise stand Bo vor der Mensa, der überaus nette, adrette Bayer, den ich von der Lesebühne kenne. Dem ich schon eine eMail schreiben wollte, weil ich momentan sehr aufs Soziale bedacht und bestrebt bin, tolle Freunde wiederzusehen.
Diese stehen also vor der Mensa. Wenn das kein Grund ist!

Doch nun halte ich mich in meinem Bett verschanzt mit Kaffee und dem mobilen Schreibtisch, der Platte des hier zurückgelassenen Ikea-Klapptischs. Sie trägt die Spuren vieler Stunden Lernerei.
Sie weiß, worauf es ankommt.

Mit den Stundenplänen verhält sich das so: Wenn sich ein Semester dem Ende neigt, Klausuren und Kolloquien anstehen, ich aber eine Ablenkung vom Lernen suche, stelle ich meistens meinen Stundenplan für das nachfolgende Semester zusammen (oft klingen die zukünftigen Veranstaltungen so interessant, dass ich die Ferien am Liebsten überspringen würde). Als ich im Frühling vergaß, den Stundenplan noch einmal zu überprüfen, wurde ich von etlichen Veränderungen unvorbereitet getroffen.
Damit sich dies nicht wiederholt, habe ich gerade meine Juli-Version überarbeitet und angepasst, das Ergebnis sieht so aus:

ws05

Die Medienwissenschaften sind der Informatik stundenmäßig überlegen, was daran liegt, dass ich Scheine und Stunden des Hauptfachs größtenteils schon habe, im Nebenfach gilt es also, Stunden zu sammeln und Seminare zu besuchen.
Wie immer glaube ich auch heute: Das Semester könnte ruhig morgen beginnen.

Als ich vor mehr als einem Jahr das LiveJournal verließ, hatte ich zwei Möglichkeiten. Die erste bestand darin, eine eigene Blog-Software zu schreiben. Ich kam nie über eine rudimentäre Version des Scripts heraus, denn schon nach zwei Tagen entschied ich mich zugunsten einer etablierten Software gegen die Weiterentwicklung des eigenen Systems. Warum sollte ich das Rad neu erfinden, wenn bereits mehrere leistungsfähigere Systeme auf dem Markt sind.
Seitdem vertraue ich auf Wordpress und befinde ich damit in guter Gesellschaft. Mit der Popularität kam aber der Spam, die Arbeit, die einem das System von LiveJournal abnahm, musste man nun selbst erledigen: Das Installieren eines brauchbaren Spam-Filters. Darüber hinaus ist es Pflicht, die verwendete Software auf dem aktuellsten Stand zu halten. Gerade xmlrpc (s.u.) hatte in den früheren Versionen mit Sicherheitslücken zu kämpfen.

Stand vor einiger Zeit die Software im Mittelpunkt, verlagert sich die Blog-Verwaltung immer weitere auf externe Tools. So ist mein Blog zwar auch unter der Adresse http://blog.fallenbeck.com erreichbar, sollte aber bitte entweder per RSS oder auf meiner Hauptseite http://www.fallenbeck.com gelesen werden. Es sieht einfach besser aus. ;)

RSS
Dank der Freundesliste des LiveJournals hatte man seine bevorzugten Blogs immer im Blick, mit der Installation einer eigenen Blog-Software hielt auch die Heterogenität Einzug. Um nicht jeden Blog einzeln besuchen zu müssen, kann man auf webbasierte Sammeldienste - RSS-Feeds werden “eingesammelt”, aufbereitet und auf einer einzigen Webseite veröffentlicht - oder sogenannte News-Reader zurückgreifen, die bei Aktualisierung einzelner Blogs Alarm schlagen und Einträge (oder Anrisstexte) direkt darstellen.
RSS-Feeds sind bereits bei zahlreichen Zeitungen und News-Portalen zu finden, so dass man seinen News-Reader auch zum Nachrichtenkonsum einsetzen kann.
Mittlerweile bietet auch LiveJournal an, einzelne Journale als RSS-Feed zu exportieren, dies gelingt sogar mit geschützten Einträgen, wenn man selbst einen Account bei LiveJournal besitzt und auf der Freundesliste des betreffenden Bloggers ist. Genauso kann man externe RSS-Feeds anlegen und sich auf seiner Freundesliste anzeigen lassen.

Blog-Clients
ectoSeit kurzem aktualisiere ich meinen Blog nicht mehr über die Webseite, sondern setze einen externen Editor ein, einen Blog-Client. Dieser gestattet mir das Erstellen von Einträgen auch ohne Netzzugang, bietet vielerlei Annehmlichkeiten und einen WYSIWYAG-Editor, nur selten muss ich mich noch durch HTML-Tags quälen. Für das bequeme Editieren und die Offline-Verwaltung meiner Einträge (in mehreren Blogs) verwende ich Ecto, einen für Windows und Mac OS X erhältlichen Client.
(more…)

Unmoeglich, ich schreibe einen Kommentar, der gar nichts mit deinem Beitrag zu tun hat, eigentlich nur, weil ich grad deine emailadresse nicht finden kann.

Um quasi mitzuteilen, dass ich jetzt Blog schreibe… nein, Scherz.
Aber doch, nutze das Livejournal um ueber einen Prozess im Bundesstaat New York zu berichten: Die Vereinigten Staaten von Amerika gegen die sog. St.Patrick’s Four, eine Gruppe von Antikriegsaktivisten.

Hier bin ich naemlich grade, in Binghamton im Bundesstaat New York, habe heute den gesamten Tag im Gerichtssaal verbracht und bin nun verdammt muede.

Hier also der Blog (RSS-Feed: RSS-Feed), in dem bisher die Hintergründe der Proteste von den Angeklagten gegen den Irak-Krieg beleuchtet und Eindrücke vor dem Gerichtsgebäude geschildert wurden.
Vermutlich eine der wenigen Möglichkeiten, um (ungefilterte) Informationen über den Prozess und dessen Ausgang zu erhalten.

weiterführende Links:

[Update]
Die offizielle Seite: http://www.stpatricksfour.com/

Nachdem die Online-Ausgabe des Spiegels sich hier und hier noch über die verlorene Wahl ärgert, bin ich erleichtert, dass die Zeitungen bald wieder lesbar und nicht länger beide Spitzenkandidaten der großen Parteien die Titelblatter säumen werden.

Hätte ich geahnt, dass Bankkunden ihre Kontoauszüge hauptsächlich am frühen Vormittag ausdrucken, wäre ich, wie sonst, abends oder nachts gekommen und hätte mir zahlreiche böse Blicke erspart. So hielt ich es für eine gute Idee, in der auf dem Weg liegenden Bank vorbeizuschauen. Meine Nachlässigkeit ermöglichte mir, die Wartenden ausgiebig zu mustern. Den hektischen Mann, der vom besetzen Auszugsdrucker zu den Immobilienangeboten flüchtete und bemüht interessiert las, die Mutter, deren Blick mit jedem neu bedruckten Blatt finsterer wurde und jene Frau, die ihre Kundenkarten kaum vernünftig zu halten wusste und ebenso vor der Mutter - nach mir - an der Reihe war.
Ein Gesicht, dass sich zu Hause echauffiert, weshalb die Rentner morgens einkaufen, wo sie doch so viel Zeit haben. Und erst die Studenten!

Fantastisch. Ich habe bei ebay eine negative Bewertung kassiert. Der Grund ist mir schleierhaft.
In den letzten Wochen habe ich unter anderem einige Videospiele verkauft. Ein japanisches SNES-Spiel wurde von einem ebay-Mitglied erworben, dessen Bewertungsprofil als privat gekennzeichnet ist. Dies hat zur Folge, dass man die erhaltenen Bewertungen nicht einsehen kann. Man wird lediglich über die Anzahl der positiven, neutralen und negativen Meinungen informiert.
Die von ihm vergebene Bewertung lautet:

Grauenhafte Ware, trotz extra Bitte & Bezahlung schlampigster Versand. trash5

Führen wir uns die zugehörige Auktion vor Augen: Das Spiel wurde für 4 Euro ersteigert. Was nicht heißen soll, dass ich für 4 Euro verkaufte Ware schlecht verpackt auf Reisen schicke. Die “Hülle hat deutliche Gebrauchsspuren”, die nicht vom Versand herrühren sondern bereits im Auktionstext erwähnt wurden. Porto- und Verpackung schlagen mit 3 Euro zu Buche, leicht ersichtlich, dass hier kein stabiler Karton in Quaderform sondern ein C4-Umschlag verwendet wird, in dem das Spiel bestmöglich gepolstert wurde. Die Maximaldicke von 5 cm setzt enge Grenzen. Die Option des versicherten Versands als Paket steht ebenfalls zur Option, wird vom Käufer aber nicht gewünscht. Auch hätte ich das Spiel auf Wunsch als Päckchen versandt, doch habe ich nie eine eMail erhalten, von der “extra Bitte” kann also keine Rede sein. Dass ein Käufer die Ware bezahlt, halte ich darüber hinaus für selbstverständlich, dass er eine extra Bezahlung für einen Versand als Paket/Päckchen für sich reklamiert, bezweifle ich.

Keine Extra-Kosten

Ich frage mich seit langem, warum ebay das Recht einräumt, seine erhaltenen Bewertungen zu verbergen. Aber jetzt ärgere ich mich richtig.

Endlich ist die Wahl vorbei, ich freue mich diebisch über das Abschneiden einzelner Parteien. Hoffentlich wird jetzt den Letzten klar, dass man einen fähigen Kandidaten präsentieren muss, um glaubwürdig um das Amt des Bundeskanzlers zu buhlen. Ich beteuere immer wieder, dass ich nichts gegen einen weiblichen Kanzler einzuwenden habe, doch halte ich die Kandidatin der Union aus vielerlei Gründen für ungeeignet. Dass es jetzt Zeit für eine Kanzlerin sei, ist genauso schwachsinnig wie eine quotierte Rednerliste, wenn einfach kein Mädchen etwas sagen möchte und die Diskussion deswegen stagniert. Verbissenes Emanzentum, so erlebt auf einer der zahlreichen Vollversammlungen unserer Uni.
Ich würde mich wirklich über eine Bundeskanzlerin freuen - ähnlich über eine Frau auf dem höchsten politischen Posten der USA - wenn sie denn souverän wäre und in der Lage, auf dem internationalen Parkett anders auszusehen als ein maulwurfartiger Wackelpudding. Im Kommentar der SZ ist das Gefühl treffend beschrieben:

Die Leute sagten sich nur: „Abwechslung soll sein“ und „Probieren geht über studieren“. Wäre es möglich gewesen, hätten sie wohl gern „die Anderen plus Schröder“ genommen.

Pünktlich in die neue Legislaturperiode starte ich mit einem Reformpaket, dass mir niemand verwässern wird: der Vorteil, wenn man mit sich selbst in einer Monarchie lebt. Genauso pünktlich hat der Zeitungsausträger heute morgen die SZ mit der FAZ verwechselt, was ich nicht als Prognose für meinen neuen Regierungsstil annehmen mag. Ich fühle mich aber - nicht deswegen - besser als letzte Woche um diese Zeit.

Ein Tag im Winter, so scheint es.
MorgenlektüreSich die Nacht aus den Augen reiben und unter der Dusche wärmen, regungslos unter dem heißen Wasser verharren. Vielleicht kompensiere ich damit das Verbot von damals; wegen des Wasserverbrauchs sollte ich die Dusche nicht als Heizung missbrauchen. Nachdem ich seit Monaten einen astronomisch hohen Betrag an die Stadtwerke überweise, nehme ich mir diese Freiheit ebenso heraus wie das Aufdrehen der Heizung mitte September. Es ist kalt geworden.
Am winterlichsten sind jene Minuten, in denen ich aus dem Bad trete und gegen die beschlagene Balkontür blicke, während das Wetter dahinter Kälte vermuten lässt. Ich ziehe mir eine Jogginghose, dicke Socken und einen Kapuzenpullover über, zünde ein Teelicht an und setze Kaffee auf.
Und wie immer bin ich falsch gekleidet, als dass ich dem Bäcker gegenüber einen Besuch abstatten könnte.

Dieser Eintrag ist der erste meines Blogs, der nicht mehr auf der Webkommune gehostet wird. Nachdem eben der Webserver wieder sponn, was den vierten Ausfall innerhalb der letzten 24 Stunden bedeutet, bin ich mit dem Blog auf den Server unter meinem Bett umgezogen.
Dies ist eine provisorische Lösung, ein weiterer Umzug steht in den nächsten Wochen bevor. Naturgemäß ist mein Heimrechner nicht so schnell angebunden wie der alte Server, doch sollte dies beim Lesen des Blogs nicht auffallen (die Seiten werden beim Laden komprimiert). Eine langsame Verbindung ist besser als gar keine.

Wer sich für die Hardware des Servers interessiert, der klicke hier.
Die Anbindung erfolg über einen T-DSL 6000-Anschluss, ich kann Daten mit maximal 72 KB/s ausliefern.
Als Mailserver fungiert weiterhin die Webkommune.

Im Moment liefert der Feed noch den alten Blog, im Laufe der Nacht sollten die Nameserver entsprechend aktualisiert sein, dass sämtliche Daten von hier kommen.
Sprich: Taucht dieser Eintrag in deinem News-Reader auf, liest du den aktuellen Feed.

Ziemlich trüb waren die letzten Tage und während Doreen ihren ersten Zeitungsartikel bereits im Blog präsentieren kann, warte ich noch auf den ersten Auftrag. Bezeichnend, dass ich mit 26 Jahren auf die Idee komme, meine Fähigkeiten in den Dienst einer Zeitung zu stellen, wo ich die Schülerzeitung immer als langweilig brandmarkte, ohne je mitgearbeitet zu haben. Aber in den letzten Monaten ist das Interesse stetig gewachsen und um einen Fuß in die Tür zu bekommen, war Doreens Vorstellungsgespräch schließlich die passende Gelegenheit. Über das journalistische Handwerk habe ich mich auch mit Andi unterhalten, was mich sicherer in dieser Sache macht und die Zukunft freudiger erwarten lässt.
Rainald GrebeEine interessante Diskussion zu dem Thema Blogs führten Don Alphonso und Frank Patalong auf der Leipziger Buchmesse, den knapp 40-minütigen Mitschnitt kann man sich als MP3 hier anhören.
Und wem meine hier verlinkten Blogs nicht reichen, wer glaubt, dass ich nicht schreiben kann oder seine Interessen unbeachtet abseits liegen lasse, dem sie Googles Blog-Suche empfohlen.

Dörte hat jetzt zugegeben, sie onaniert auf Andreas Baader,
das ist der Rubbelmann für das Mittelmaß-Geschwader.

Die letzten Tage sind eher grau, was nicht ausnahmslos am Wetter liegt: Die Webkommune geistert in meinem Kopf, die Probleme mit ihr nerven und einen Hals auf Idealisten habe ich überdies. Wahrscheinlich übertreibe ich oder steigere mich in etwas hinein.
Wahrscheinlich bin ich bloß neidisch.

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