April 2005
Monthly Archive
Do 28 Apr 2005
Die Übersicht verschiedener Betriebssystem-Anwender, die Knut in seinem Blog gibt und sich damit als glühender Verfechter von Mac OS X outet (ein bisschen Hintergrundwissen sei mir gestattet, schließlich kenne ich ihn ganz gut), geht zwar auf die Vergötterung des freien Systems Linux durch seine Benutzer ein, lässt dieses Phänomen aber bei den Apple-Besitzern außen vor.
Mit meinem Wechsel zu Linux vor etwa vier Jahren verließ ich eine Welt der Neuinstallationen und der Virenproblematik und steckte die freigewordene Zeit in Bastel- und Wartungsarbeiten des Betriebssystems. Gerade in der nicht einfachen Lernphase, der man vor vier Jahren noch stärker ausgesetzt war als dies heute mit einer Vielzahl der Distributionen - glücklicherweise - der Fall ist, verbringt man Stunden mit dem Einrichten von Hardware, die unter Windows dem Slogan “Plug and Play” Ehre macht. Überschreitet man diese Phase, fasst man jedes Nicht-Funktionieren eines Programms als Herausforderung auf und verliert sich in Dateien, deren Existenz der gemeine Windowsbenutzer nicht einmal kennt.
Die sich daraus ergebende Hierarchie zwischen Gurus und Anfängern wird in manchem Support-Forum deutlich und ein Neuling verliert oft nach dem ersten Kontakt die Lust am Lösen seiner Probleme (und damit im allgemeinen an der weiteren Verwendung dieses Betriebssystems), nicht zuletzt weil ihm als Umsteiger von Windows das Lesen von Readme-Dateien nicht in den Sinn kommt und er sich der Möglichkeit beraubt fühlt, Fragen an erfahrene Anwender zu richten. Übrigens ein Grund für den Markterfolg von Windows, da selbst der Nachbar ein Ansprechpartner in Sachen Softwareproblematik darstellt.
Dies ist nicht Problem von Linux allein, das oftmals nur die “Einstiegsdroge” in BSD-Systeme oder andere Unices darstellt. Wer sich hiervon nicht abhalten lässt, bringt sich selbst in Foren ein als Knowledge-Mittelstand und ätzt ab und zu mit scharfkantigen Bemerkungen (vor allem) in Richtung Redmond, doch die Arroganz einer ganz anderen Benutzerschicht ist ungebrochen:
Apple-Benutzer lieben ihr System (wie das bereits in Knuts Text durchschimmert), manche verehren es abgöttisch und sind enttäuscht von jeder Preissenkung eines Produkts aus Cupertino, weil sie die Exklusivität in Gefahr wähnen: Sie identifizieren sich mit ihm und das hat wenig mit einem persönlich eingerichteten Desktop zu tun.
Vor allem in der Blog-Szene zu Hause, verfallen sonst seriöse Weblogs wie Industrial Technology & Witchcraft dem Profilieren über unsinnige (und unnötige) Bemerkungen, die beim ersten Lesen bestenfalls ein Schmunzeln hervorrufen.
Immerhin lesbar, verliert die Polemik spätestens in Forenbeiträgen ihren verbliebenen (literarischen) Stil. Was man in PC-Kreisen “die Kiste” nennt, wird hier zu “meinem Baby”, dem man - samt dümmlich wirrer Artikulation - über das Alu-Kleid fährt und sich fragt, warum man all die Jahre unter “Windoof” gelitten und jetzt das Gelbe vom Ei gefunden hat. Hier wird Apple sogar für seine Abzock-Mentalität in Schutz genommen und jeder Versuch einer Intervention und Kritikanregung durch kindergartenartiges Stampfen mit dem virtuellen Fuß vereitelt.
Dies sind Extremfälle, die fehlende Arroganz bei Windows-Anwendern so kommentieren:
Sie können es sich auch nicht erlauben.
Do 28 Apr 2005
Posted by niels under
UniNo Comments
Knuts Geburtstagsfeier, die er “Umtrunk” genannt haben will, ist es zu verdanken, dass ich seit 5.30 Uhr auf den Beinen bin. Die Bearbeitung des heute abzugebenden Zettels gestaltete sich abends trotz zeitigen Heimkommens als unmöglich, wurde auf heute vertagt und war schließlich von Erfolg gekrönt.
Nun steht ein neuer Zettel auf dem Programm, dessen Deadline auf morgen früh angesetzt ist, außerdem die Lektüre eines vielseitigen Textes für mein Nebenfach.
Dass ich so wenig schreibe liegt schlicht am Nichtvorhandensein freier Zeit. Und auf meiner To-Do-Liste sammeln sich die Punkte.
So 24 Apr 2005
Aus traurigem Anlass getroffen, Kaffee getrunken, geredet.
Schwarzer Sonntag.
Sa 23 Apr 2005
Posted by niels under
Lifestyle ,
Uni[3] Comments
Der Tag begann dreimal.
Um kurz nach halb zwei, als mir Doreen per SMS auf eine Stunden vorher gestellte Frage antwortete.
Um kurz nach halb fünf, als Doreen vor der Tür stand.
Um kurz nach halb neun, als ich mit verstopfter Nase und Schmerzen im Hals den ersten Sonnenstrahlen dieses Tages lustlos entgegenblinzelte.
Anfang Juni werden wir in den Medienwissenschaften zwei Seminar-Sitzungen zu Westfront 1918 halten. Das Internet ist leider nicht sehr ergiebig, was Informationen zu einem der ersten Anti-Kriegsfilme angeht. Der Film existiert zwar im Filmarchiv des Fachbereichs, leider hat von uns niemand einen VHS-Player oder Hardware zum Digitalisieren.
Davon abgesehen wird dieses Seminar hoffentlich ebenso interessant wie arbeitsreich. Zu allem Überfluss habe ich mir nun auch auf Montag früh um neun das Seminar “Brave New Media” gelegt und somit eine durchgängige Kontinuität über die gesamte Woche erreicht.
Das einzig unpassende ist die zwischen zwölf und dreizehn Uhr ins Gesicht scheinende Sonne. Wettgemacht vom heutigen Schuhvergleich der SZ zwischen Studenten verschiedener Fachbereiche. Ich liege irgendwo zwischen Kunstgeschichte und Philosophie.
Mi 20 Apr 2005
Posted by niels under
Gesellschaft ,
Uni1 Comment
Oft habe ich bereits davon geschrieben: Ich empfinde die Atmosphäre in den geisteswissenschaftlichen Instituten der Universität Marburg (kurz: PhilFak) angenehmer als in den mathematischen Fachbereichen wie der Informatik.
Doch ist mir schleierhaft, wie man länger als zwei Stunden pro Tag in den Gebäuden der Marburger Wilhelm-Röpke-Straße zubringen kann ohne vollends durchzudrehen. Die Menschen sehen oft erschreckend gleich aus, auch sie lassen sich häufig anhand ihrer Kleidung und Frisur dem Institut zuordenen, ein Vorurteil, das dem gemeinen als BWLer zu erkennenden Wirtschaftsstudenten schon lange anhängt.
Viel fataler kommen mir allerdings Vorlesungen des Fachbereichs (in meinem Fall: Medienwissenschaften) vor. In den Seminaren nie so wahrgenommen ist das Gesabber (hier:) des Dozenten. Neben einer Menge interessanter geschichtlicher Fakten werden Deutungsversuche bar jeglicher Vernunft unternommen:
Am Montag ging es um die Entwicklung der Telegraphie, der erste T.-Automat bestand unter anderem aus einer leeren Staffelei und wurde von Morse gebaut, der zu dieser Zeit als Maler seinen Lebensunterhalt verdiente. Soweit die Fakten. Dann:
Man kann die Verwendung eines leeren Bilderrahmens bei der Konstruktion der Maschine auch als Zeichen der gescheiterten Maler-Laufbahn Morses interpretieren.
Meines Erachtens naheliegender: Was liegt in den Räumen eines Erfinders wohl herum, der seinen Lebensunterhalt mit Malerei verdient, was er für die Konstruktion einer Erfindung verwenden könnte?
Ich jedenfalls bin froh, in den Naturwissenschaften mit etwas Greifbarem (in Form von Formeln oder Algorithmen) zu arbeiten und nicht versuchen zu müssen, zwei Stunden über den Fall eines Blattes zu schwadronieren (wie mir von Christian aus einer Philosophievorlesung berichtet wurde).
Die Überschrift ist ein Zitat Thomas Bernhards von der Webseite Ausloeschung.de.
Di 19 Apr 2005
Der neue Papst kommt aus Deutschland. Ein recht kurzes Konklave, das erste zu meinen Lebzeiten (und vermutlich das erste von dem Großteil der involvierten Kardinälen praktizierte), der erste deutsche Papst seit 480 Jahren, der sich fortan Benedikt XVI. nennt.
Da Ratzinger bereits 78 Jahre alt ist und damit an der oberen, von Johannes Paul II eingeführten, Altergrenze kratzt, drängt einem die Bezeichnung “Übergangspapst” ins Gehirn. Trotz sehr konservativer Kirchenpolitik sind die Besucher des Petersplatzes aus dem Häuschen. Jedenfalls überstimmen diese die unzufriedenen Pilger.
Fußballplatzstimmung also. Und Sondersendungen.
Und auch Wasser auf die Mühlen der Falschen.
So 17 Apr 2005
Wenn du das gesehen hättest was ich heute gesehen habe. Da ist nichts mehr.
Der Eintrag sollte einen anderen Titel tragen, bis er selbst das Stichwort lieferte.
Dass er mit sich kämpft, sah man seit der ersten Minute und wir kamen früh. Das Stehen fiel schwer, das Gehen noch mehr, sein stellenweise kahlrasierter Schädel zog die ganze Aufmerksamkeit auf sich, wenn er seinen Körper durch die Menge schob, die Theke fest im Visier. Elf Programmpunkte trennten uns von seinem Auftritt, elf mal fünfzehn Minuten, fast drei Stunden also, die ich zum Ausmalen aller Schreckensvisionen nutzte und beschloss, ihm heute nicht in die Arme zu Laufen und mich seinen Fragen zu stellen.
Er kämpfte, langsam und stockend rang er seinem Körper die Worte ab, suchend huschten seine Augen über die schon teilweise geleerten Stuhlreihen aber fanden keinen Halt. Erst gegen Ende gab man Applaus und er schaute weniger ängstlich in den Raum, in die Gesichter der Richter, die wohlwollend applaudierten und nicht übersehen konnten, was dort oben vor sich ging. Das Applaudieren habe ich nicht fertigbekommen, wir brachen den Abend sofort danach ab, huschten ungesehen hinter ihm aus dem Raum.
Um die Wahrheit nicht sagen zu müssen.
Lange vorher, während ein Klavierspieler melancholische Töne trifft, verabschiede ich mich im Stillen.
Ich warte auf den natürlichen Tod.
Do 14 Apr 2005
Posted by niels under
Lifestyle[3] Comments
Solange ich denken kann - das habe ich bereits geschrieben - bin ich ein Bewunderer ansprechenden Aussehens und hochwertiger Haptik.
Ein Freund, der viel früher ein Bewusstsein für ökologische Problematik entwickelt hatte oder vielleicht von seinen Eltern herangeführt wurde, kam eines Tages mit einem naturbelassenen Holz-Anspitzer, entsprechenden Bleistiften und einem Kautschuk-Radierer in die Schule. Aus zwei Gründen war sofort klar, dass ich noch am selben Tag in die Stadt fahren und mir ein solches - wie ich anschließend merkte: wesentlich teureres - Radiergummi kaufen würde:
- es war weicher/angenehmer als die neon-mint-farbenen Kollegen der Firma Pelikan
- es sah naturbelassen wesentlich schicker aus als die oben genannte Konkurrenz
Wie bekannt, haben sich diese Vorlieben bis heute fortsetzen können.
Viele sagen ja, sich mit Mittelmäßigkeit nicht zufrieden geben zu wollen, sei Antrieb von Ehrgeiz und Erfolg. In diesem Bereich ist es bisher nur Haushaltskiller.
Noch.
Mi 13 Apr 2005
Posted by niels under
Uni[4] Comments
In der ersten Woche des Semesters fallen ab und zu die Veranstaltungen mehr oder weniger unangekündigt aus. So kommt es, dass ich in der sprichwörtlich letzten Sekunde schwitzend den Bus erreicht habe, um im Computerraum der Informatik die Zeit bis zur letzten Vorlesung zu überbrücken.
Gestern abend kam Andi noch einmal kurz vorbei, wir redeten über Filme und ich legte ihm Herr Lehmann ans Herz. Aus seiner Bitte, die ersten 10 Minuten zu schauen und so einen ersten Eindruck gewinnen zu können, wurde eine fast zweistündige Vorführung. Andi verließ mich mit den Worten “Ich muss ihn mir aber trotzdem noch einmal ausleihen!”.
Von hier habe ich einen schönen Blick auf die ersten Rechnerreihen, auf die Menschen, die gegeneinander Tetris spielen und auf die hässliche und doch irgendwie gemütliche Athmosphäre unseres Rechnerpools auf den Lahnbergen.
Dienstag morgens habe ich für die nächsten vierzehn Wochen ein Seminar, in dem sich alles um Computerspiele dreht. Wundersamerweise wird dieses Seminar nicht vom Fachbereich Informatik angeboten, sondern steht im Lehrplan meines Nebenfaches Medienwissenschaften. Um am Seminar teilnehmen zu dürfen, wird die Mitarbeit in einer Arbeitsgruppe erwartet. Meine trägt den Titel “Gewalt”. Obwohl dies die klischeebehaftetste Gruppe sein dürfte, haben sich nur wenige mehr als für die übrigen Gruppen gemeldet. Ich erliege vielleicht dem Optimismus wenn ich glaube, hier brauchbare Infos ins Plenum zu geben und so die Diskussion um mit Computerspielen zusammenhängender Gewalt ein wenig mitgestalten zu können.
Leider fällt eine weitere Vorlesung dieses Semester aus, die genau in die Richtung gegangen wäre, die mir als eine der interessantesten in der Informatik erscheint: Die Form der Kommunikationsgesellschaft.
Di 12 Apr 2005
KorsakovDu siehst alt aus.
Der AlteMit vierzehn Jahren war ich Deutscher Karate-Meister!
Der FreundDu hast noch einen Deckel bei uns.
Der AlteIch vergaß ihn. Ich war schon mindestens zwei Jahre nicht mehr dort. Gerade ist Geld da!
Ich habe Hausverbot in der kleinen Kneipe. Morgen Abend ist Versammlung deswegen. Ich mache ihnen den Umsatz, die können sich das nicht erlauben! Wie sollen die überleben, die müssen mich wieder hereinlassen!
Wenn ich wütend werde, dann bin ich unberechenbar. Ich war Karate-Meister, ich habe nie eine Waffe benutzt. Wenn ich weggehe, will ich meine Ruhe vor solchem Pack. Wenn ich ihn sehe, wie er kleinen Mädchen Drogen verkauft, dann raste ich aus! Ich habe ihm ins Gesicht gespuckt, doch hinter dem Tresen war eine, die mich noch nicht kannte. Sie ist noch nicht lange da und hat mich hinausgeworfen! Doch das können die sich nicht leisten!
Der FreundHast du keine Taschentücher? Hier, nimm.
Es sind nur fünf Euro etwa.
Der AlteNimm sie. Hier. Gerade ist Geld da.
Einen Wein! Ein halbes Glas! Ein ganzes ist mir jetzt zuviel. Wo ist Andreas? Er bekommt ein Bier von mir! Warum ist Andreas noch nicht da. Andreas heißt nicht Andreas, wir nennen ihn immer so. Dann nehme ich eben ein ganzes.
Wollt ihr ein Gedicht hören? Ich habe es eben geschrieben.
KorsakovDas letzte.
Der AlteIch habe es heute morgen geschrieben.
Bald ist die Veranstaltung, auf der ich mein neues Buch vorstellen werde! Ich bin gerade wieder sehr in der Wissenschaft, lese eins ums andere Korrektur, gerade läuft alles sehr gut, ich schreibe wie lange nicht mehr. Ich bin wie lange nicht mehr in der Wissenschaft, jede fragt mich, ob ich ihre Diplomarbeit korrigieren kann. Informatik, Soziologie, Germanistik. Ich arbeite wie ein Weltmeister.
Ich gebe dir meine Werke, so ein Stapel Papier. Den kannst du ja in den Computer machen, und dann im Internet veröffentlichen. Dann habe auch ich eine Webseite! Es muss übersichtlich sein. Eins pro Seite!
Der FreundWenn ich mich recht entsinne. Es waren höchsten 5 Euro.
Der AlteIch komme vorbei. Nimm das Geld schonmal. Ich habe es einfach vergessen! Ich habe hier eine Rechnung und am Monatsende komme ich vorbei und zahle sie. Ich zahle immer!
KorsakovEr hat all die Jahre bezahlt.
Gedanken nach dem Lesen eines Gästebuchs.
Di 12 Apr 2005
Posted by niels under
Arbeit ,
Tagesschau1 Comment
Die Tage im Aachener Eurogress waren toll. Die Arbeit hat Spaß gemacht (der internationale Kongress ungleich mehr als der nationale) und fast alle Menschen, mit denen ich zu tun hatte, waren nette Kollegen. Ich bin wegen des ein oder anderen sogar traurig, dass der Kongress und damit die Arbeit beendet ist. Rückblickend war die letzte eine sehr erfolgreiche Woche.
Den heutigen Tag allerdings hätte ich lieber im Bett verbracht. Sollte er auf die Rechnung der letzten 5 Tage gehen, eines haben diese mir doch gebracht: Neue Euphorie und Eifer.
Mittlerweile wollte ich lange im Bett liegen, der Hunger hat mich an den Herd getrieben. Jetzt fallen mir die Augen zu und ich freue mich nicht nur auf das “Computerspiele”-Seminar morgen früh - das übrigens in mein Nebenfach Medienwissenschaften gehört - sondern auch auf das Treffen mit Andi. Heute kam Dennis auf einen Kaffee vorbei; etwa eine Stunde nachdem ich an ihn denken musste.
Di 5 Apr 2005
Posted by niels under
Lifestyle[2] Comments
Und
- natürlich habe ich alles vergessen
- wie einen normalen Pulllover oder eine Jogginghose
- wie Kleidung für die Nacht
- natürlich haben wir uns dünnste Decken leihen müssen und ohne Kissen geschlafen
- natürlich könnte ich die nächsten Stunden weiterschlafen
- natürlich regnet es Bindfäden
Natürlich.
Mo 4 Apr 2005
Posted by niels under
Arbeit1 Comment
Wir sind gut in Aachen angekommen. Zwar liefen wir dem Zeitplan heute in beeindruckender Weise konstant um eine Stunde hinterher, haben uns aber nicht einmal verfahren und so mindestens eine halbe Stunde aufgeholt, auf den letzten Metern, wie man sagt.
Den ersten Eindruck dieser Stadt bei Nacht haben wir gewonnen, die Marburg in fast allen Belangen aussticht. Wir leben in einem Zimmer einer beeindruckenden Wohnung in Aachens Zentrum, unser Gastgeber ist wahnsinnig nett und versucht, unsere Zeit so angenehm wie möglich zu gestalten. Vorausgesetzt, wir nehmen alle Angebote wahr, haben wir bis Sonntag abend keine Minute Freizeit.
Das Wohnzimmer der Wohnung ist etwa so groß wie mein Appartment in Marburg, wir leben über einer Musikalien- und Instrumentenhandlung in der Nähe des Doms, den wir erhellt aus den Zimmerfenstern erkennen können.
Der morgige Tag beginnt mit einem Briefing, eben habe ich die Kleiderordnung per eMail erhalten. Reichlich früh.
Mo 4 Apr 2005
Posted by niels under
Arbeit1 Comment
Ich wollte mich mit einem anderen Artikel verabschieden. Einem längeren, einem umfassenderen. Aber seit Wochen fehlen mir die Worte.
Kommende Woche bin ich nicht in Marburg und weiß nicht, ob und in welchem Umfang ein Internetzugang zur Verfügung steht.
Fr 1 Apr 2005
Posted by niels under
Tagesschau1 Comment
Hosenkauf im Hause Fallenbeck:
Heute Mittag musste alles irgendwie schnell gehen. Angekleidet und hinaus, die erstbesten Socken gepackt. Panik später in der Umkleidekabine jenes Bekleidungsgeschäfts, deren Mitarbeiterin samt Doreen vor der Umkleidekabine auf das Resultat wartet. Mein Blick Richtung Boden bestätigt den morgendlichen Fehlgriff: Doreens Socken.
Das Muster auf den beigen Socken versteckt sich unter der Ferse, beide Frauen quittieren dies mit einem ungläubigen Lachen. Die Hose fällt unvorteilhaft, Doreen raunt mir unumwunden “du siehst aus wie Mr. Burns” ins Ohr. Nach der Flucht in die Sockenabteilung werden die üblichen Abteilungen souverän durchlaufen.
Vorher aßen Dennis, Doreen und ich im Paprica. Volker kam, sah und erkannte uns, setzte sich schließlich dazu und las drei seiner neuen Gedichte. Er erzählte von vergangenen Tagen, vollbrachten Taten, mehrmals und erklärte die Szene in Marburg.
Das war kein schönes Treffen.
Im provinziellen Gießen schließen alle Läden um 19 Uhr. Eiskalt erwischt fahren wir morgen nach Frankfurt. Doreen kam heute zu kurz.