Ich habe mich ein klein wenig verliebt. Wie immer hat mich die Optik sehr schnell erobert. Es geht um Schreibtischlampenebenstehende Lampe und vielen Lesern wird ein verachtendes “so ein Standardding” oder “gibts doch überall” herausrutschen.
Richtig ist, dass diese Lampen zuhauf auf ebay angeboten werden als billige Nachbauten, die dann auch nur ein Zehntel des Preises der nebenstehenden Variante kosten. Aber dass der Versuch bereits an Details scheitert (der Schalter befindet sich einfacherweise im braunen Billigkabel, Plagiate sind nicht höhnverstellbar, Haptik ist weniger hochwertig, …) ist tragisch. Noch tragischer ist allerdings, dass ich mit dem Wissen der Existenz einer hochwertigen Version dieser Lampe zu keiner billigen Ausführung mehr greifen kann. Zwar gibt es eine recht verbreitete Baureihe (die immerhin 2/3 des Preises kostet), sich aber durch einen eckigen Fuß und komische Kabelführung unsympathisch macht.

Meine Schreibtischlampe ist nämlich kaputtgegangen.

Jenes Markenbewusstsein (welches manche Fetischismus nennen) hat mich zwar den ein oder anderen zusätzlichen Betrag gekostet, mir das aber tausendfach zurückgezahlt über geschonte Nerven oder einfaches Glücksgefühl. Das ging zu Zeiten meiner Arbeit im Computergeschäft los, als die PC-Chips-Boards gleich reihenweise gestorben sind (mir ist bisher noch kein einziges Asus-Board kaputtgegangen). Und so ließe sich die Reihe fortsetzen. Dass jenes “Bewusstsein” vor einiger Zeit auch auf Hifi-Komponenten und anderes übergegriffen hat, war vorauszusehen.
Für die Lampe habe ich von Christian ungläubiges Kopfschütteln geerntet. Darf mich in dieser Hinsicht jemand mit Kellerregalen im Zimmer kritisieren?
Wir arbeiten und sparen weiter, im Licht einer 2€-IKEA-Lampe, die alles in ein wohliges, blaues Licht taucht.