Januar 2005


Oberbürgermeisterwahl
SPD/Grüne   52,5 %
CDU   29,6 %
MR Bürgerliste   9,4 %
PDS/MR Linke   5,1 %
FDP   3,4 %

Als ich kurz vor 18 Uhr, dem Ende der Oberbürgermeisterwahl Marburgs, in den Wahlraum stolperte, stand dort ein Fernsehteam parat, vor dem der Wahlleiter meines Bezirks bereits die mangelnde Wahlbeteiligung bejammerte. Nicht wirklich ein Wunder, wenn ausnahmslos alle Kandidaten keine klaren Ziele formulieren: Einzelne Wahlprogramme fand ich heute morgen erst nach halbstündiger Suche. Die Beteiligung lag übrigens bei knapp unter 50%, die Zahlen in der Tabelle sind Hochrechnungen der Oberhässlichen Oberhessischen Presse.

Was mir heute zum dritten Mal aufgefallen ist und daher als Trend postuliert werden kann: Die Gesellschaft wird inkontinent. Zuerst ein älterer Herr, der vor mir in Richtung Supermarkt läuft. Unvermittelt (und ungleich schockierender: ungeniert) furzte er lange, ohne seinen Gang zu unterbrechen oder eine Geste zu machen, die das eben Passierte als peinlichen und sonst nicht auftretenden Moment kennzeichnen würde. Einige Tage später verhielt sich ein Mann im Plattenladen ähnlich. Dass er gerade mit dem Hören einer CD beschäftigt war, ist natürlich keine Entschuldigung. Heute abend schließlich wiederholte sich das Schauspiel - Hörspiel - an der Bushaltestelle. Ich frage mich ernsthaft: Verliert die Menschheit alle Hemmungen? WAS ist hier los?
Und ich muss an Volkers Geschichte denken, vorgelesen auf dem Marburg Abend, die jene Po-Saune in den Mittelpunkt hebt. Damals habe ich mich das gleiche gefragt, das Bild hat schwer gelitten.

Jetzt doch eine Nachricht aus dem Bett. ich übe mich in Ignoranz gegenüber der müffelnden Tastatur und habe meinen Teil der Seminararbeit (abgesehen von Kleinigkeiten) in trockenen Tüchern.
Das sich mir stellende Problem ist das Fehlen des Programms Keynote. Zwei Möglichkeiten bieten sich an: Ich suche mir in den nicht gerade zahlreichen, mir bekannten Apple-Benutzern jemanden, der mir Keynote ausleihen kann oder ich kaufe mir das brandneue iWork 05, obwohl ich keinen eigenen Mac besitze. Für die letzte Methode spricht das ebenso neue Keynote 2, dagegen (abgesehen vom schon Genannten) die lange Lieferzeit, so dass Keynote erst kurz vor der Präsentation - wenn überhaupt - hier aufschlägt. Nein, diese Alternative scheidet aus.

Gestern gab es eine Open-Air-Kino-Veranstaltung auf dem Marktplatz. Ab 20 Uhr lief in stilvoller Glühweinhüttenathmosphäre “Die Feuerzangenbowle”, vorher “Emil und die Detektive”. Es war bitterkalt und den Kindern (hoffentlich) die Möglichkeit genommen, sich mit Glühwein zu wärmen. Selbst wenn ich Zeit gehabt hätte, wäre ich wohl in der warmen Stube geblieben. Dabei ist es Jahre her, dass ich den Film mit Heinz Rühmann gesehen habe. Ich kann mich nicht einmal ansatzweise an die Handlung erinnern. Nur der Pfeiffer - mit drei f - ist mir im Gedächtnis.

Morgen findet die Oberbürgermeisterwahl Marburgs statt. Ich bin nächste Woche zu einer Veranstaltung des Open-Source Referats des AStA Marburg eingeladen. Die Möglichkeit eines Vortrags bietet sich hier ständig und vielleicht werde ich mich im nächsten Semester in der ein oder anderen Weise einbringen.

ich, Leo, Doreen
Familienportrait, fotografiert hiermit von Doreen. Außerdem auf dem Foto: Leo und ich (v.r.n.l.)

Die Euphorie ist erst einmal verschwunden. Nein, nicht ganz; der Grund, warum ich nicht mit dem iBook im Bett sitze und meine Seminararbeit tippe, hat zwei Ursachen:

  1. Die Festplatte ist dämlich partitioniert, so dass ich das LaTeX-Backend jetzt nicht ohne weiteres installiert bekomme und das iBook nicht komplett neu aufsetzen möchte.
  2. Die Tastatur stinkt. .

Dass ich momentan ein iBook zur Verfügung habe verdanke ich Christoph, mit dem ich den Vortrag über “energy awareness” halte. Da wir für die Präsentation auf Keynote zurückgreifen wollen und ich (außer auf dem emulierten PearPC-Mac) kein OS X, geschweige denn Keynote, zur Hand habe, leiht er mir für die nächsten Tage sein altes.
Ich gebe zu, dass es viel Spaß macht, dank WLAN im Bett surfen zu können. Die Tastatur vermittelt ein wirklich angenehmes Schreibgefühl, dass Lust auf lange Texte macht, stinkt aber arg nach Schweiß. Christoph hat den Computer ebenfalls gebraucht erstanden (zu einem lächerlich geringen Betrag!) und wies mich sofort auf diesen Mangel hin. Gemerkt habe ich das erst heute morgen beim TeXen im Bett…
Sofort machte ein weiterer Missstand auf sich aufmerksam - benötigte Daten befanden sich auf meinem Desktopcomputer, der noch im Tiefschlaf dämmerte - und bestärkte meine oft propagierte Meinung: Ich will nur einen einzigen Computer.

Ich bekam gerade (nicht zum ersten Mal) eine eMail, die sich auf zwei Tapes bezog, die seit fast 10 Jahren in meinem Schrank verstauben:

  • McBeth - Dandelion and his Lady of Sorrow
  • Auburnmeat - Stella

Beides sind frühe Aufnahmen von Alexander Kaschte, der seit Jahren Erfolge mit Samsas Traum feiert. Wir saßen in der Schule im gleichen Deutsch-Leistungskurs und waren zeitweise sehr gut befreundet; eine Front gegen die übrigen Schüler im Kurs, so kam es mir damals vor. Er schenkte mir beide Kassetten, weil Jens und ich seine Coverideen realisierten. Ich muss gestehen, dass ich die Kassetten lange ungehört im Schrank verstauben ließ, bevor ich kurz reinhörte. Zwar war die Musik anders als lange geglaubt, aber einfach nicht mein Geschmack. Erst nach der eMail heute habe ich mir die Hörproben seiner erfolgreichen Band angehört, vor deren CD-Fach ich in Nürnberg schon stand. Die Musik gefällt mir, auf den Fotos der Webseite habe ich ihn kaum erkannt.
Er lebte bis vor ein paar Jahren in Marburg, wir hatten kurz Kontakt und wollten uns auf einen Tee verabreden, was leider nie geklappt hat. Dabei schulde ich ihm ein Essen. Wir wetteten einst, wer das meiste Geld mit seiner Musik verdienen würde…

Als heute morgen beim Weckanruf für Christian mein Telefon stumm blieb, ahnte ich noch nichts Böses. Der Wackelkontakt im Kabel war bekannt und ließ sich immer durch feinfühliges Schütteln und Schieben beseitigen. Nicht so heute. Der Gesprächspartner kann mich zwar hören, aber der Lautsprecher im Hörer bleibt stumm, und so muss ich jeden Anrufer blind (besser: taub) darum zu bitten, es auf meinem Handy erneut zu versuchen. Bisher klappte das auch ganz gut.
Selten kam mir eine Situation dermaßen ungelegen gelegen. Klar wollte ich schon immer ein schnurloses Telefon, nicht aber (und zwar schon gar nicht) zur Zeit - in diesen Wochen - in der ich mir sogar Geld vom Mund abspare. Jedenfalls war ich erstaunt, dass die Festnetztelefone mittlerweile auch den polyphonen Klingeltönen verhaftet sind. SMS oder gar MMS scheinen das Killerfeature für Heimtelefonie geworden zu sein, ungläubig stand ich vor einem Gigaset-Modell von Siemens mit integrierter Kamera. Bitte?

Allerdings habe ich vorhin der Pause des Spanisch-Kurses die Kamera meines Handys sehr zu schätzen gelernt - beziehungsweise die für Illumination der Umwelt zuständige LED. Während andere die Toiletten in den übrigen Etagen suchen mussten, konnte ich den Abort trotz defekter Beleuchtung nutzen. Himmlische Ruhe - ein Dank an moderne Kommunikationselektronik.

Mac OS X EmulatorHeute habe ich mich ein paar Momente lang mit einem fähigen Emulator für die PowerPC-Plattform auseinandergesetzt: PearPC
Als ich damals mit einer der ersten Versionen des Emulators gespielt habe, gab ich recht schnell auf. Die aktuelle Version läuft indes recht vernünftig, auch wenn ich mich noch nicht an die Netzwerkfähigkeit gewagt habe. Trotz aller Unkenrufe ist Mac OS X im Emulator durchaus verwendbar, wenn auch zäh: Niemand wird ernsthaft arbeiten wollen.
In Ermangelung an weiteren Programm-CDs für OS X und der Netzwerkanbindung bleiben mir nur die mitgelieferten Tools zum Probieren. Sofortigen Gefallen fand ich an iCal, das allein Appetit auf möglichst viele Termine macht. Die Systeminformationen sind sowieso immer ein gefundendes Fressen für mich - diesmal leider nicht sehr auskunftsfreudig, was vielleicht auch an der beschränkten Hardwareemulation liegt. Safari und iChat werde ich später ausprobieren, das Adressbuch kannte ich schon von Knut.

Der schönste Augenblick während des Kochens ist der erste Moment der Zwiebeln im heißen Öl. Ich achte stets darauf, die Zwiebelringe als erstes und allein in das Öl zu bugsieren, um den Geruch nicht durch anderes Gemüse verfälschen zu lassen. Als Verehrer der roten Speisezwiebel nasche ich bei den Vorbereitungen auch die eine oder andere rohe Scheibe. Der Geruch, den die Haut noch Tage später abgibt, ist sehr angenehm. In der Uni oder öffentlichen Verkehrsmitteln kann man die Finger aneinanderreiben und sich während einer unauffälligen Handbewegung mit dem Geruch verwöhnen. Ihr solltet darauf achten, wie viele Menschen die Finger reiben!

Wie wir eben festgestellt haben, orientiert sich Adam Green musikalisch mittlerweile an Torfrock und literarisch offenbar an Hugo Ball. Doch, das neue Album ist toll und das Buch auf dem Wunschzettel.

todays top-5
Phonetic - ISBN 0-00-2559 19-64
Radiohead - You and whose army?
Tuxedomoon - In a manner of speaking
The Streets - Don’t mug yourself
Marah - East
Gegessen: Viel wie lange nicht mehr
Gefühl: Leere wie nie

Alles erinnert mich heute abend an den Urlaub mit Martin und Andi in Schweden. Irgendwann um die Jahrtausendwende muss das gewesen sein, als uns ein gut gelaunter und wie immer verspäteter Martin abholte, wir morgens die ersten Flaschen Bier tranken und er uns erst kurz vor Hamburg gestand, dass er sich auf uns verlassen und darum nur vier CDs im Wechsler hätte. Die Woche waren wir also musikalisch beschränkt auf eine Bravo-Hits-Doppel-CD, die Grenzenlos von STS und eine andere CD, an die ich mich nicht erinnern kann - selten ein Zeichen von Hochwertigkeit. Mehrere tausend Kilometer lagen vor uns, doch tatsächlich vergingen die kommenden Tage wie im Flug. Großvater entwickelte sich schnell zu meinem absoluten Favoriten, nach jedem Halt kämpfte ich wie ein Löwe um den Beifahrersitz und spielte das Lied auf Heavy Rotationen. Die mangelnden Alternativen erstickten den Widerstand im Keim und die Theorie, sich Lieder schönhören zu können, bestätigte sich auch bei den Freunden.
Es gibt wenige Lieder, die mir Tränen in die Augen treiben können. Dieses gehört dazu. Und die Zeit damals, die Reise, die ich mir oft zurückwünsche. Gott, was waren wir jung.

“Ich hatte heute nacht einen Traum.”
Die Frau mir gegenüber scheint, obwohl sie über Krankheit und Arbeit klagt, ein großes Mitteilungsbedürfnis zu haben. Jedenfalls dieser Satz kommt nahezu euphorisch aus ihrem Mund und ich bin froh, dass sie bereits einen Gesprächspartner gefunden hat. Unwillkürlich lauschend vertiefe ich mich wieder in mein Papier und überlege, warum die meisten Menschen eigentlich nur nachts träumen. Damit meine ich keine Tagträume, die jenen im Schlaf zum Verwechseln ähneln. Sondern das “Zusammenspinnen” - wie es mir immer vorgeworfen wird - von Zukunftssituationen, Visionen also. Anders: Ich müsste wohl fragen, warum man von den passiven Träumen erzählt und die aktiven unter den Tisch fallen lässt. Vielleicht, weil man als Reaktion erntet:
“Hör auf zu spinnen.”

Gestern habe ich den Windowcolor-Stern aus meinem Portemonnaie entfernt, der mich jahrelang an die Zeit mit Katja und Burkhard im Buntspecht erinnert (und diesen überlebt) hat. Ich wollte ihn in mein neues Portemonnaie kleben, als er mir beim Lösen riss. Dort ist kein Platz für Splitter.

Es gibt - das konnte ich mir bestätigen - wenig schöneres als, morgens zwar vom Telefon aus dem Bett gerissen, sich wenig später bei Kaffee in einem Friseurladen zu finden, die Haare gewaschen und anschließend geschnitten zu bekommen.
Das Bild, was jeder im Kopf hat, wenn es um Friseursalons geht, also die Gruppen älterer Damen, die Neuigkeiten aus dem unmittelbaren Bereich rings um ebenjenen Laden austauschen, bestätigt sich auch in modern eingerichteten Läden einer Studentenstadt. Zwar finde diese Unterhaltung mit Zugezogenen nicht statt (wegen des Fehlens notwendiger intimer Kenntnisse), die aus Geschäftsführern, Lokalprominenten und klassischen “Tratschweibern” zusammengesetzte Restklientel allerdings tauscht sich den Angaben meiner Friseuse zufolge ausgiebig und engagiert aus.
Morgens um 9 allerdings ist der Laden leer, der Kaffee frisch, alles liegt in einer entpannenden Ruhe und auf dem schmierigen nassen Kopfsteinpflaster rutschen die wenigen Passanten am Laden vorbei.

Wer die Band Jona noch nicht kennt, dem sei ihre Platte Teilen was du weißt ans Herz gelegt, wenn er denn auf die alten Tomte-Platten in langsam steht. Auch eine Ähnlichkeit zu Kettcar ist nicht von der Hand zu weisen.
Auf Empfehlung von Ingo habe ich mich in Joachim Lottmanns Die Jugend von heute hineingelesen. Bisher ein Vergnügen und nicht nur für Liebhaber der Popliteratur eine Empfehlung.

Apple auf den Spuren der Musikindustrie (via Schockwellenreiter) macht die Firma in den letzten Tagen fragwürdiger. Der gemeine Apple-Verehrer muss sich nun Fragen und den Vergleich des “Todfeindes” Microsoft gefallen lassen, dessen Brachial-Methodik nunmehr scheinbar bei Apple Einzug hält.
Unverständlich insofern, als dass die Keynotes von Steve Jobs auch wegen der Gerüchteküche im Vorfeld einen exponierten Platz in der einschlägigen Medienlandschaft einnehmen. Was tatsächlich am Vorwurf der Veruntreuung von Geschäftsgeheimnissen dran ist, bleibt indes abzuwarten. Das sonst einige Apple-Lager ist gespalten, zumindest MacTechNews.de zweifelt:

Ciarelli beruft sich darauf, dass er alle Informationen nur durch gründliche Recherche herausgefunden hat, was ziemlich zweifelhaft wirkt.

Eines fällt noch auf, seit ich den Stream der Keynote von der diesjährigen MacExpo gesehen habe. Es gibt eine Situation bei der Vorführung Spotlights, bei der Jobs das Betriebssystem einfriert. Was nicht tragisch ist, aber den Windows95-Absturz bei dessen Präsentation in Erinnerung ruft, als Gates ein USB-Gerät anschließen wollte. Spötter lachen noch immer über die Situation, jeder hat von diesem BSOD mindestens schon einmal gehört.
Möchte Apple sich eine Abkehr vom momentanen Image ersparen, sollten sie aus der jetzigen Situation lernen.

Die Menschen, die jetzt durch die Gassen laufen, die Augen verborgen hinter Sonnenbrillen oder stets nach unten gerichtet, sind der Kaffeesatz des vergangenen Abends. Bewohner meines Hauses, die mich erkennen, winken mir fröhlich “Guten Morgen” entgegen. Gequält und wortkarg drehe ich den Kopf in Richtung Schaufenster.

Doch Du hattest Dich schon weggedreht und in ein Schaufenster geblickt
Ich bin in solchen Dingen nicht unbedingt geschickt

Ich hätte doch den Bus nehmen sollen! Nur schien mir dies eine zu waghalsige Aktion, ein flauer Magen und Schwindelgefühl vertragen sich nicht unbedingt mit öffentlichen Verkehrsmitteln und zusammengepferchten Menschen, vermutlich auch kleinen, die permanent nach Mama brüllen.
Ich hätte es wagen sollen. Die Empfindsamkeit kehrt zuerst in die Ohren zurück, kurz bevor diese Opfer ihrer Exponiertheit am Kopf werden. Denn Sommer sehn’ ich herbei. Dann ginge es mir jetzt besser.
Bestimmt.

Wir gingen um 19:45 Uhr ins Bett und schliefen bis 7:45. Der Sekundenzeiger der Wanduhr versucht sich seit 14 Stunden vorwärts zu schieben doch scheitert fortwährend. Erstaunt darüber, wie oft ich auf Wanduhren sehe, nehme ich mir jedes Mal vor, die Batterie zu wechseln. Beim Blick auf die Zeit im Computer denke ich: gleich.

Für heute hat sich Doreens Großonkel angekündigt, einen Nachmittag in Cafés der Altstadt, vielleicht im Plattenladen, und später in der Küche zu verbringen.

Kurz vor dem Release des neuen Tocotronic-Albums Pure Vernunft darf niemals siegen entdecke ich ein Lied der Ärzte, das bereits seit zwei Tagen auf Heavy Rotation läuft: Die Welt ist schlecht.
Das Spannendste sind allerdings Ausflüge in Musikregionen fernab des Einzugsbereiches. Aktuell:
Dido - White Flag

Heute also ist meine neue Seite online gegangen. Das andere Design hat ja außergewöhnlich lange gehalten, gefallen und nicht gestört. Aber es gab zu viel Inhalt, der einfach nicht mehr gepflegt wurde oder an dem ich das Interesse verlor. Und auch, zu wenig “luftig” ist sie mir geworden.
Mit der Struktur im Hintergrund war ich schon lange unglücklich, jetzt - wirklich - ist alles einfacher, besser, fröhlicher.
Viel Spaß.

Haben die Alten alle träumen verlernt? Oder liegt die sentimentale Stimmung und das Schweifen der Gedanken an der Vergangenheit? Die alte Aufnahme der sowjetischen Nationalhymne verbreitet etwa den Flair alter NS-Dokumentationen im Fernsehen. Es geht eigentlich gar nicht darum, dass es “rechts” und “links” so eigentlich nicht gibt (also schon, aber wer zu weit geht, kommt “drüben” wieder an), es scheint als läge alles auf einem Kreis, oben - auf zwölf Uhr sozusagen - “die Mitte”, unten die extremen Positionen jeder Richtung auf sechs Uhr, die spätestens dort ineinander überfließen.
Ich war weder “kurz nach der Wende” in den neuen Bundesländern, gewann aber in den vergangenen Jahren einen wahrscheinlich noch ganz guten Einblick in das Leben dort. Noch habe ich die gut dokumentierten 30er und 40er Jahre erlebt, auch nicht “das Wirtschaftswunder” oder die Landung auf dem Mond. All das ist mir erspart geblieben.
Ein wichtiger Freund schätzt, dass schlimmere Zeiten erst anbrechen. An der deutschen Volksfront werden die Truppen bereits zusammengezogen. Die Antideutschen separieren munter in “Gut” und “Schlecht”, während ein als rechtsextrem eingestufter Unteroffizier das mir gegenüber auf den Punkt bringt: “Eigentlich wollen wir das Gleiche. Wir haben beide etwas gegen den Staat.”

Ich war heute nacht beim Arzt. Während Doreen gegen ein Nudelsieb mit einem Stab kämpfte. Das erfuhr ich heute morgen, als wir uns abglichen über die Ereignisse der letzten Nacht. Ich kann - natürlich - nicht alles aus dem Arztgespräch hier wiedergeben, ist er doch an seine Schweigepflicht gebunden und ich nicht gewillt, so intime Details hier auszubreiten. Aber: Das Urteil meine Halsschmerzen betreffend war: “Da ist gar nichts.”

Nach dem Aufwachen brachte ein Blick auf MacNews.de die Gewissheit, dass mit G5-basierten Powerbooks in nächster Zeit nicht zu rechnen sei. “Apple: PowerBook G5 will be ‘mother of all thermal challenges’” Dafür wird in der nächsten Zeit mit einer Aufwertung der aktuellen Powerbook-Reihe gerechnet. Keine großen Neuigkeiten also, das Upgrade der Powerbooks sollte dennoch in einer der nächsten Wochen stattfinden.

Heute abend wurde seit langer Zeit einmal wieder gekocht. Und am Samstag werden wir - ich freue mich - BEkocht. :)

Bild von Industrial Technology & Witchcraft

Die Rechnernetze-Veranstaltung heute morgen war nur mäßig interessant, da Sicherheitsaspekte angesprochen wurden, die man sowieso schon drei-, viermal erklärt bekommen hat. Außerdem war ja vor einem Monat die Kryptograhievorlesung, in der das RSA-Verfahren - welches natürlich auch heute eine Hauptrolle einnahm - genauer (auch mathematisch) erläutert wurde. Knut kam 1,5 Stunden vor Ende der Veranstaltung und doch zu spät, da eben jene heute nur wenig länger als 2,5 Stunden gedauert hat.

Heute abend habe ich Typo3 installiert und beim Anblick der Funktionalität gleich die Lust am Probieren verloren. Irgendwann möchte ich da aber durchblicken und meine Webseite auf dieses Gerüst stellen. Gerade keine Zeit, auch Christians langwierige Versuche mit diesem CMS motivieren nicht gerade.
Dafür hat mir Knut sein Konzept für die nächste Webseite vorgestellt. Ein sehr zeitintensives Konstrukt, das mich thematisch nicht unbedingt, technisch allerdings schon interessieren würde. Mal gespannt, was dabei herauskommt. Ich sehne die Semesterferien herbei, um das Liegengebliebene endlich zu erledigen. Und vielleicht Typo3 zu lernen.

Etwas, das am desaströsen Dienstag doch funktionierte, war die automatische Geschwindigkeitsanpassung meiner CPU. Mein Messgerät behauptet zwar etwas anderes, aber ich hoffe, damit doch das ein oder andere Watt einsparen zu können.

Auf dem Weg zur Arbeit gestern fiel mir ein Plakat ins Auge, was großspurig verkündete:
Diashow - live

Es hätte so schön werden können…
Heute mittag war ich kurz arbeiten, danach fuhr ich zu einer Seminarbesprechung und nun sitze ich wieder auf der Arbeit, wollte nur “kurz” eine neue SCSI-Platte ins Raid bauen. Der Umbau ging sehr schnell, allerdings benötigte Windows zum Formatieren etwa 100 Minuten (je Minute ein Prozent kommt tatsächlich ziemlich genau hin). Den ersten Durchgang brach es nach 100 Minuten (…) ab mit der Meldung “Die Formatierung konnte nicht abgeschlossen werden”. Nun habe ich das Raid-Array hardwaretechnisch etwas modifiziert und er formatiert je Minute etwa 10%. Ein gutes Zeichen, dafür ist der Bus weg, ich muss sowieso noch 40 Minuten warten.
Andi rief (völlig unerwartet, was mich noch glücklicher machte) an und fragte, ob wir zusammen etwas trinken gehen und uns über die letzten drei Wochen unterhalten wollten. “Später” und ich rief, vertröstend auf 20 Uhr, zurück: Er sagte ab. Schade, aber toll: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. In Anbetracht der Tatsachen wäre 20 Uhr ebenfalls ins Wasser gefallen, was nicht tröstet, aber eine erneute Absage erspart.

Parallel habe ich die Keynote von Steve Jobs auf der Appleworld per Live-Ticker verfolgt. IT&W ist zusammengebrochen, aber MacNews und MacTechNews haben mitgebloggt. Kurz: Ich bin etwas enttäuscht. Das Thema Powerbook wurde komplett ausgespart, und eigentlich interessierte mich nichts anderes. Dafür zwei erwähnenswerte (Hardware-) Geräte:

Die Formatierung steht seit 10 Minuten bei 100%. Vergesst das gute Omen.

[edit 21:49] Soviel zu dem Omen. Habe gerade alles umschrauben müssen. Seit wann gehen Wechselrahmen kaputt? Und seit wann geht man vor Mitternacht nach Hause?

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