November 2004
Monthly Archive
Di 30 Nov 2004
Fand heute die Aufzeichnungen im Inneren der Jacke die, verloren geglaubt, bereits vor einiger Zeit mehr schlecht als recht aus dem Kopf rekonstruiert wurden. Daher hier, die - bessere - ursprüngliche - Formulierung:
Die Kleidung macht einem den Menschen widerlich
Er hat noch nichts gesagt
da hat die Kleidung bereits alles über ihn verraten
Die Post klingelt nicht, lässt nichts zurück als mich in sehnsüchtiger Erwartung, der auf sie flucht. Dafür die Menschen, die sich an den acht Buden des Weihnachtsmarkts auf dem Marktplatz tummeln, trinken, lachen, den Jüngsten im Riesenrad winken.
Jetzt muss du springen!
Nur das Wetter ist mild.
Mo 29 Nov 2004
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Media ,
Musique[3] Comments
Am 15. Dezember ist in der Cavete (Steinweg) Cocktail-Party. Eine solche verdient es eigentlich nicht, erwähnt zu werden. Allerdings gibt es eine erlesene Auswahl von Lyrikern, die ebenfalls vortragen wird. Late Night Lesen Spezial. Weiterhin wird DIE Police & Sting Coverbands Marburg erwartet, die genau so angekündigt wurde. Nie gehört von, wenigstens Sting und Police sind bekannte Begriffe.
Nur vier Tage später lädt das Folk Club zur Weihnachtsausgabe des Marburger Abends im KFZ. Um den Veranstaltungsreigen zu füllen, reist her Stuckrad-Barre am 2. Dezember an und wird im Cineplex aus seinem aktuellen “Remix 2″ vorlesen, das schon seit Wochen aufgeschlagen an meinem Bett liegt.
Sa 27 Nov 2004
Der Musikladen meines Vertrauens hat einen Online-Shop, in dem noch mit DM gehandelt wird. Klingt dramatisch, zeugt aber von der Ungerührtheit dieses Ladens bezüglich der neuen Medien (die Existenz jenes Shops wurde wahrscheinlich vergessen) und damit der Konzentration auf das Wesentliche.
Das Anhalten der Zeit verdeutlicht aber noch etwas: CDs sind nicht teurer geworden, oftmals sogar billiger. Die Nutzung indes ist Beschnitten worden, der Nutzwert in einigen Fällen daher drastisch gesunken. Und so weiter.
Womit wir wieder beim Thema wären. Meine Anlage hätte eine Generalüberholung dringend nötig. Ich bin im Besitz des abgewracktesten Plattenspielers dieses Planeten, mittlerweile springt die Nadel sogar bei fabrikneuen Schallplatten, was für eine Rennerei das bei der schon abgenudelten Sandinista ist, kann man sich kaum vorstellen. Auch lispelt und zischelt Jochen Distelmeyer in seinen Gedichten. Mit anderen Worten: Ein Graus.
Fr 26 Nov 2004
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Gesellschaft1 Comment
Die letzten Tage waren weder gut für sie noch für mich. Mit den vergangenen zig hundert Stunden hat sich niemand einen Gefallen getan. Im Sommer wäre das vielleicht zu ertragen, im Winter ist das ein Grund zu springen.
Es weihnachtet, die Stadt kotzt eine Idylle aus, die Luft zum Atmen nimmt. Und ganz hinterrückts fängt man sich Dolchstiche. Zwei pro Tag. Mindestens.
Mi 24 Nov 2004
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Lifestyle ,
Technik1 Comment
Man sollte die verschiedenen Töchter des Telekommunikationsriesen Telekom ja nicht in einen Topf werfen. Was Christian zur Zeit mit dem Online-Ableger dieses Unternehmens erlebt, ist bezeichnend: Das erste Kündigungsfax für seinen Onlinetarif kam - trotz Sendung über einen PC - laut der T-Online-Hotline “wie verknittert eingezogen” an. Vier Wochen passierte nichts, in denen der Konzern ihn auf sämtlichen Wegen je zweimal zu erreichen versucht hatte. Angeblich. Das erneute Faxen der gleichen Kündigung letzte Woche bescherte zwei Briefe: Die Kündigung zum 11.11. und die Stornierung derer.
Verständlicherweise hatte ich etwas Sorge, als heute Nacht meine T-D1-Karte im Handy um kurz vor 3 Uhr Deaktivierung verkündete. Ich schaltete ab, da ich mir nicht vorstellen konnte, dass die Rufnummernmitnahme ohne Weiteres funktionieren würde. Heute morgen wurde ich eines Besseren belehrt.
Tatsächlich etwas das klappt?
Kaum fünf Minuten später setzt der Tag zur Blutgrätsche an. Wann, wann lerne ich es endlich?
So 21 Nov 2004
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Media ,
Musique[3] Comments
Als Musikhändler sollte man niemals in die Tonträger hineinhören, die man verkaufen möchte. Erstens bedingt die Tätigkeit als Plattenverkäufer ein Interesse und Faszination an diesen Dingen, zweitens wird man sich nur schwer von jenen Objekten trennen können, die einen begeistern.
Diese Vorsätze ignorierend habe ich vor vier Stunden eine Macka-B-LP auf den Plattenteller gelegt. Mittlerweile habe ich seine drei LPs aus meiner “for sale”-Kiste mehrmals durchgehört und in meine Plattensammlung sortiert - Reggaetime wo üblicherweise Rock und Pop zu Hause sind. Ähnlich erging es mir mit “Jumble” von Tristan and the Rosewood sowie “Learning To Crawl” von den Pretenders.
Alle übrigen Scheiben findet ihr hier (sobald ebay seine Probleme in den Griff bekommen hat).
So 21 Nov 2004
Posted by niels under
MediaNo Comments
Es gibt Fotos. Grausame Qualität, die verrufene Kamera eines Mobiltelefons. Szenen, die für sich selbst sprechen. Links eine Auswahl der fünfzig entstandenen Bilder in chronologischer Reihenfolge.
Ich danke: habt mir sehr gut getan *
Den Abend mit Bob Dylan verbracht. Mit Sheila Nicholls, Stereolab und Wolfgang. Mehr ging nicht, heute.
Sa 20 Nov 2004
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Tagesschau1 Comment
Freitag. 2/3 scheiße, 1/3 toll.
Morgens haben Doreen und ich erneut das Büro ihres (ehemaligen) Chefs aufgesucht. Wieder andere Gesichter an den Schreibtischen, die sie vertrösten wollten. Verständlich, dass die alten flüchten. Nun: Die Chefin persönlich, der ich dann ins Gesicht geschrien und meinem Ärger Luft gemacht habe. Irgendwann drohte sie jemanden anzurufen, wenn ich das Büro nicht freiwillig verlies. Ich blieb, sie telefonierte nicht sondern machte einen Gesprächstermin für Dienstag, dem ich bitte fernbleiben solle. Freundlich aber bestimmt.
Wer sponsort eine ganzseitige Anzeige im Express? Kostenpunkt etwa 1.200,- Euro.
Mittags schnell zum wegen Überflutung gesperrten Parkplatz. Mein Auto war natürlich schon abgeschleppt. Es folgte eine Odyssee durch die Stadt, um gegen Gebühr von 200,- (!) Euro das Auto mitnehmen zu können. Denkste. Trommelbremse hinten rechts festgerostet. Das gleiche Problem, das ich auch bei dem Vorgänger hatte. Beherzte Schläge mit dem Schraubenschlüssel auf die selbige lösten das Problem.
Abends schließlich kamen Doreen, Georg und später Christian. Wichtig, gut. Eine Entschädigung für die vorausgegangenen Stunden. Danke, ihr drei.
Do 18 Nov 2004
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Lifestyle1 Comment
Was ist das bitte für eine Alternative? Vor uns baut sich Weihnachten auf, als Bollwerk gegen die gute Laune und jegliche Perspektive. Die schrecklichsten sieben Tage des Jahres stehen unmittelbar bevor. Selbstredend ist nicht alles an Weihnachten schlecht: Das Treffen mit der Familie, das Sitzen, Reden, Zuhören ist etwas ganz Tolles. Aber trennt man sich dann, liegt im Bett oder sind die Feiertage vorbei, die “Zeit zwischen den Jahren” angebrochen, geht es um Leben und Tod.
Bereits jetzt: Letzte Hochrechnungen sprechen von EUR 2,50 pro Tag. Womit ich wesentlich besser dran bin als ein Wiener Freund, was dennoch der Grund dafür ist, heute nicht im Trauma zu sein.
Einziger Erfolg: Mit dem Webshop geht es gut voran. Und dafür gibt es Geld. Ein paar Fixpunkte in naher Zukunft lassen den Monat hoffentlich schnell vorbeigehen.
Di 16 Nov 2004
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Media ,
Tagesschau1 Comment
Der Spanisch-Kurs Montag abends trägt nicht umsonst die Bezeichnung “Schnellstufe”. Das Gefühl, sich nichts behalten zu können, ist indes ja kein unbekanntes und mündet grundsätzlich in Nacharbeit. Der Lehrer stammt aus Guatemala, zieht ab und zu einen Vergleich zwischen den Eigenheiten der Sprache in Spanien und jenen in Mittelamerika, was zu Verwirrung führen kann. Die meisten Mitschüler sind erwartungsgemäß Studenten, die ebenfalls im Sprachenzentrum der Universität auf einer Warteliste stehen. Außerdem eine Mutter, deren ältestern Sohn eine Freundin in Spanien hat und eine angehende Reiseverkehrskauffrau - noch Schülerin - mit spanischem Freund. Sie hat bereits Grundlagen in Italienisch und Türkisch, womit sich wahrscheinlich ihre Beziehungsgeschichte seit dem entdeckten Interesse für Jungs nachzeichnen lässt.
Ich hatte eine recht beschissene Nacht mit einem eben solchen Traum. Hier stapeln sich die Unterlagen zum Nachlesen und nicht sichtbar die anfallenden digitalen Aufgaben. Meinem Keyboard gehts wie mir, es kann sich einfach nicht entscheiden: Batterien leer. Wo bei mir das Batteriefach ist, weiß ich noch nicht. Aber ich bin sicher, innen sind Akkus.
Plug in baby
So 14 Nov 2004
Die Lutherische Pfarrkirche in Marburg erhebt sich unterhalb des Schlosses und wird durch ihren schiefen Kirchturm (genaugenommen ist nur das Dach nicht recht im Lot) charakterisiert.
Wie jeden Sonntag erklärt eine Fremdenführerin einer Seniorengruppe vor der Kirche die Hintergründe des Marburger Religionsgesprächs, während wir durch die gläserne Innentür in das leere Gotteshaus treten. Ein paar Tafeln zeichnen das Leben Philipps des Großmüten nach und laden zum Schmökern ein, tatsächlich steht die einzige Besucherin außer uns gerade vor dem Testament des Kurfürsten.
Wir sind in der Nähe des Taufbeckens, als ein alter Herr im Mantel durch die Glastür gestürmt kommt, Kurs nehmend auf den Flügel neben uns.
Das Ausweichen fällt schwer, routiniert sucht er Sitzkissen und Stuhl zusammen, schlägt gekonnt die Schutzhülle des Flügels zurück und beginnt zu spielen. Wir schlendern leise weiter, als plötzlich eine Trompete einsetzt. Vereinzelt treten Passanten ein, verwundert von den irgendwie sakral angehauchten Tönen aus dem Inneren der Kirche. Mit den letzten Tönen des zweiten Stückes verlassen wir die Bühne, draußen kündigt sich Regen an.
Wer die über sechs Minuten lange Tonaufnahme in grauenhafter Qualität durchsteht, wird mit einigen interessanten Motiven belohnt. Die anderen Bilder aus der Kirche sind zu schlecht, man sollte die Augen schließen und sich den Alten beim Spielen vorstellen. Bitte, ich hatte nur ein Handy und die alte Digitalkamera zur Hand. Die Vorstellung eines Grammophons mag ein wenig helfen.
So 14 Nov 2004
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TagesschauNo Comments
Die Küche des Wohnheims verbreitete eine Athmosphäre, die nicht zum Bleiben einlud. Hier saßen wir also nun, zwischen langweiligen und nervenden Kunstgeschichtestudenten, die sich gegenseitig mit dummen Witzen zu übertrumpfen versuchten.
Das vegetarische Essensangebot beschränkte sich auf Weißbrot, Reis und Pilze. Leider wurde mir nach drei Löffeln schon schlecht, Martini und Sekt machten die Runde. Ich lies sie ziehen. Später zogen wir durch die Stadt, die Stimmung knapp über Normal-Null (wie die Temperaturen), Nico ging es zunehmend schlechter, während er mit Markus einen Schnaps nach dem anderen in atemberaubender Geschwindigkeit trank. Wenigstens die eingebildeten Besserwisser waren wir los. Im letzten Laden, dem “Mox”, stand ich neben einer “DJane” ohne Kopfhörer, die aussah, wie man sich Mädchen in einer R&B-Disco vorstellt.
Auf dem Nach-Hause-Weg merkte ich, dass ich die 40 Minuten lieber in der Kälte gestanden hätte.
Fr 12 Nov 2004
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Tagesschau1 Comment
“Ich bin heute irgendwie reduziert.” Diesen Satz hörte ich gestern zum etwa zehnten Mal - beim Anschauen von High Fidelity. Später war wieder Donner-s-Dance im Café Trauma, in dem “DJ Duhn” die beste Musik seit langem spielte. Entsprechend war ich erst um 03:30 Uhr zu Hause. Nico war dort, bei dem ich morgen eingeladen bin und etliche Informatiker, die später noch ins Bolschoi weiterzogen, was ich dankend ablehnte.
Ansonsten mache ich mir Sorgen, dass SMS nicht postwendend beantwortet werden (Georg?) und schwanke zwischen “himmelhoch jauchzend” “zu Tode betrübt”.
Das heute war eine Nullrunde im Tarifkampf mit dem Leben.
Mi 10 Nov 2004
Als heute morgen eine Gruppe Angestellter (vermute ich), die Guten-Morgen- und Gute-Laune-Floskeln von Familienvätern verbreitend in den Bus stieg und einer aussah wie sein Gegenüber, wusste ich, dass ich nie ein kontrastloser, von C&A eingekleideter Mittdreißiger sein möchte.
Naturgemäß kann man die private Situation solcher erraten und trifft mindestens den Rand des Schwarzen: Vermutlich ein bis zwei Kinder. Die Frau, ebenfalls Angestellte, ebenfalls eingekleidet von C&A, legt Wert auf ihr Äußeres, macht allerdings keinen Sport. Die Hände solcher Menschen sehen gleich aus, sind nicht zerfurcht oder zerfressen und ein Ehering ziert den dafür vorgesehenen Finger. Die regenabweisenden Fleece-Jacken sind in Mausgrau gehalten, die Hosen bräunlich seriös und die Gesichter ziert eine runde, ovale oder uneckige Kastenbrille, deren Fassung sich dezent den Konturen des Gesichtes anpasst und keine Aufmerksamkeit auf sich zieht. Fast jeder von ihnen trägt einen braun-karierten Schal, der ebenso Grau als auch weinrote Farbtöne vermischt.
Fertig ist der Muster-Familienmensch, der sich in Heerscharen zu morgendlicher Stunde durch die Straßen Richtung Arbeit drückt.
Di 9 Nov 2004
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MediaNo Comments
“Das Konzert fällt leider aus. Wir legen später Platten auf.”
Nicht, dass mir kalt ist. Auch die Stoffschuhe sind durchgeweicht. Ich hätte es wissen müssen, es liegt der Schneematsch zentimeterhoch auf dem Nachbardach. Selbst schuld, wer jetzt solche Schuhe anzieht.
Das mit dem Konzert ärgert mich trotzdem.
Di 9 Nov 2004
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Lifestyle ,
MediaNo Comments
Heute hat es das erste Mal geschneit. Als ich im Auto saß und mit der Sicht durch die Schneeflocken und die beschlagene Scheibe kämpfte, die Wassertropfen das Fahrlicht der entgegenkommenden Autos brachen und an den Bushaltestellen bepackte Familienväter und -mütter mit ihren Bälgen warteten, fühlte ich mich seltsam erinnert an Weihnachten letztes Jahr. Die alljährlichen Fahrten an Heiligabend oder den Weihnachtsfeiertagen verbreiten eine ähnlich sentimentale Athmosphäre. Fragt sich, warum ich bei einem solchen Sauwetter diese Assoziationen habe.
Heute abend ins Café Trauma - die Aeronauten geben sich die Ehre!
Mo 8 Nov 2004
Posted by niels under
LifestyleNo Comments
Es geht auch eigentlich gar nicht darum, zwei konkurrierende Stile zusammenzufassen.
Ich habe es mir hier gemütlich gemacht und nachgedacht. Jetzt weiß ich erst recht nichts mehr, finde mich aber auf dem Wege der Besserung. Und das ist ja immerhin etwas. Die Erkenntnis kam im Kaufhaus.
So 7 Nov 2004
Posted by niels under
TagesschauNo Comments
Als am Himmel ein Schwarm Vögel autaucht, muss ich an der nächsten Bushaltestelle dieses Ortes halten und dem Naturschauspiel hinterherschauen. Die meisten Autofahrer beschauen stur die Straße oder den Hans Guck-in-die-Luft am Straßenrand, der sich Gedanken über Gefühle von Fluggänsen macht.
Damals, es muss etwa 15 Jahre her sein, waren wir auf dem Weg zu einem Treffen mit anderen Hundebesitzern. Anschließend wollte man gemeinsam eine Ausstellung besuchen. Meine Eltern erklärten, dass man wohl in einer Kolonne fahren würde und versetzten mich damit in helle Aufregung. Meine Vorstellungen einer Kolonne sahen Blaulicht auf dem Dach und bewundernde Blicke von Passanten vor. Bis zum (enttäuschenden) Start dieser Fahrt also löcherte ich meine Eltern mit der Frage, wie das Blaulicht auf dem Dach befestigt würde…
Ich habe das Gefühl, zwischen zwei Polen zu hängen, zu pendeln. Der Halt fehlt und ich glaube kaum, dass ich diese zwei (vielleicht gegensätzlichen) Positionen unter einem Hut vereinigen kann - vorerst.
Sa 6 Nov 2004
Posted by niels under
Media1 Comment
Spiegel-Online - ich kann es ja kaum leiden - ist ein Revolverblatt erster Güte. Lautete die Schlagzeile vorhin “Tausende Bazookas aus Saddams Beständen verschwunden” wurde die Zeile mittlerweile durch “Raketenwerfer” entschärft.
Schließlich sind jene Redakteure auch an der Gerüchtefront um Arafats Zustand regelmäßig die schnellsten. Über den Rest müssen wir uns gar nicht unterhalten.
Sa 6 Nov 2004
“Ich glaube, ihr braucht jetzt erst einmal Abstand.”
Ich verlangsame meine Schritte um das telefonierende Mädchen nicht weit hinter mir zu lassen. Ein Schlendern vorzutäuschen ist einfach in dieser Samstags immer überfüllten Fußgängerzone. Die Worte klingen seltsam vertraut und doch weiß ich, dass sie nur aus dem Film stammen, den ich mittlerweile zehnmal geschaut habe, den ich wieder und wieder lebe. Sie haben sich also auch an einem Freitag getrennt.
“Er wird vermutlich gar nichts sagen - jetzt im Moment.”
Wir sind hier angekommen, ohne es wahrzunehmen,
hier wo die Nacht nicht dunkel wird und der Tag nicht wirklich hell
geht mir durch den Sinn, irgendwie kenne ich die Situation, teils schwebt man in einem Vakuum, teils knallt man ungebrembst auf harten Beton. Aufwachen tut weh. Von gestern hallen Worte nach, ein Beitrag im Poetry Slam brachte das auf den Punkt. Ich höre es regnen. Es regnet Termine, Vorwürfe, es regnet Worte, Pflichten und ich habe nicht einmal einen Schirm.
“Es war vielleicht nicht das Richtige.”
Ich verabschiede mich im Stillen, bevor ich durch die nächste Menschentraube in die dunkle Gasse tauche.
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